Was hat das alles mit dem französischen Wort Quarantäne, ungefähr vierzig, zu tun?

Quarantäne im Mittelalter

 

Im Mittelalter steckte das medizinische Wissen noch in den Kinderschuhen; man konnte oft nicht feststellen, ob eine Person bereits infiziert war und viele Krankheiten verliefen tödlich, wie beispielsweise die Pest. Dann kam man auf eine wirkungsvolle, aber sehr aufwändige Maßnahme des Schutzes – die Isolierung von möglicherweise erkrankten Personen. 

Aufgegebene Quarantänestation (Bild: Starkiller / Pixabay)

Man wusste natürlich auch nicht so richtig, wie lang die Inkubationszeit war. Aber im gläubigen Mittelalter bot die Religion auch hierfür eine Lösung, man nahm die Zeit, die sich Jesus zum Fasten in die Wüste zurückzog, also 40 Tage. ( Auf französisch "Quarantäne".)

Heute weiß man übrigens, dass bei der Pest auch eine Woche gereicht hätte, denn die Inkubationszeit beträgt dabei 1 - 7 Tage. So sind die Menschen früher fünf-fach länger als nötig auf Schiffen eingesperrt, auf Inseln zusammengepfercht oder in sonstigen Unterkünfte dahinvegetiert. Aber besser zu viel als zu wenig. Und es blieb dabei: Der Begriff "Quarantäne" hat sich für alle Isolierungen von Menschen oder Tieren wegen ansteckender, sehr gefährlicher Krankheiten eingebürgert, egal wie viele Tage die Maßnahme dauert.

Quarantäne heute

Mittlerweile kennt sich die Medizin viel besser aus. Die Pest ist bei früher Entdeckung heilbar durch die Gabe von Antibiotika. Wenn auch noch nicht ganz ausgerottet, einige Tiere übertragen sie immer wieder. In den USA erkranken jedes Jahr 10-20 Menschen daran, 2013 gab es auf Madagaskar einige Pestausbrüche mit Toten.

 

In Deutschland ist der Begriff "Quarantäne" daher meist bei Tieren ein Thema. Beispielsweise müssen im Tierheim abgegebene Wesen immer erst isoliert werden, weil man nicht weiß, welche ansteckenden Krankheiten wie die Tollwut oder Flöhe der Neuzugang hat. Es sollte einen abgeschlossenen Trakt dafür geben, mit einem Vorraum zur Desinfektion der Helfer durch Einweghandschuhe, Schuhbecken, alles sollte gefliest und leicht abwaschbar sein, keine Ritzen und Rillen enthalten und es sollte separate Boxen für jedes Tier geben.

 

Ein weiteres Thema ist die Quarantäne bei der Mitführung von Haustieren in fremde Länder. Möchte beispielsweise jemand seinen Hund nach Australien mitnehmen, winken dem Vierbeiner mehrere Wochen Quarantäne am neuen Aufenthaltsort. Der Hund wird gleich nach der Landung in eine der drei Quarantänestationen des Landes gebracht. Bei einer 30 tägigen Quarantäne kostet das für einen Hund ungefähr 900 Euro.

Quarantäne aktuell

Inzwischen ist die Quarantäne jedoch auch wieder für Menschen sehr aktuell. Nämlich durch Ebola – eine zumindest unter schlechten Hygienischen Bedingungen sehr ansteckende Krankheit, gegen die es noch kein zugelassenes Heilmittel gibt; experimentelle Mittel stehen auf absehbare Zeit nur für einen Bruchteil der Betroffenen zur Verfügung.

 

Das normale Vorgehen bei einem Verdacht ist die Einweisung in eine "Isolierstation", eine Quarantäne-Baracke mit anderem Namen. Nur dass es von diesen Stationen zu wenige gibt und viele potentiell Kranke abgewiesen werden müssen. Von einer Abweisung wird aus früheren Jahrhunderten übrigens nichts berichtet. Das war wahrscheinlich nicht notwendig, weil die Menschen dort nicht behandelt wurden – ab auf die Insel oder in die Massenunterkunft, und das war es im Wesentlichen. Damals wurden die einzelnen Menschen eben nicht isoliert, so dass sich in der Sicherheitsmaßnahme für die Außenstehenden viele Menschen erst ansteckten. Ein Problem, dass allerdings auch die ersten Ebola-Isolierstationen in Westafrika hatten.

 

Zwischenzeitlich wurde in Liberia sogar versucht, einen ganzen Slum unter Quarantäne zu stellen. Zurückgekehrte Deutsche Helfer bleiben meist drei Wochen für sich zuhause. Ganz aktuell hat sich die stellvertretende liberianische Gesundheitsministerin unter Quarantäne gestellt, nach dem ein Mann in ihrem Umfeld erkrankte.

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