Nachhaltigkeit ist derzeit in aller Munde. Ob im alltäglichen Leben oder inzwischen auch bei der Geldanlage und Altersvorsorge. Einige sprechen inzwischen auch vom Greta-Effekt. Aber was bedeutet überhaupt Nachhaltigkeit und nachhaltige Geldanlage? Der Begriff selbst ist schon über 300 Jahre alt. Eine erstmalige Verwendung der Bezeichnung Nachhaltigkeit in deutscher Sprache im Sinne eines langfristig angelegten verantwortungsbewussten Umgangs mit einer Ressource ist bei Hans Carl von Carlowitz 1713 in seinem Werk "Silvicultura oeconomica" nachgewiesen. 1987 folgte dann der Brundtland-Bericht der Vereinten Nationen, der als Definition der Neuzeit gilt.

 

Nachhaltig investieren ist eine Motivationsfrage

Dennoch stellen sich weitere Fragen, je tiefer man sich mit der Materie befasst. "Leider" gibt es nicht DIE EINE Definition, die sich viele Anleger/ Innen wünschen. Es hängt sehr von den Werten sowie Zielen und Wünschen des Einzelnen ab. Der eine möchte nichts "Schlechtes" unterstützen, der andere geht deutlich weiter und möchte "Gutes" fördern. Diese Motive spiegeln sich dann auch in den einzelnen Ansätzen und Produkten der jeweiligen Anleger wieder. Aber immerhin versucht der Gesetzgeber bzw. die EU u.a. mit dem EU-Aktionsplan eine gemeinsame Sprache zu definieren. Man spricht hier von der sogenannten "Taxonomie". Dies tut auch Not, denn die Vielzahl der Begriffe und Abkürzungen wie ESG, SRI, … lässt Investoren oft fragend zurück.

 

Nachhaltige Geldanlagen und das Problem des "Greenwashings"

Ziel soll sein, Transparenz zu schaffen und schwarze Schafe zu identifizieren. Denn wie bei jedem "Trend" springen immer wieder Trittbrettfahrer auf und streifen sich ihr grünes Mäntelchen über. Man nennt dies dann Grünfärberei bzw. "Greenwashing", also etwas Dreckiges im rechten Lichte erscheinen zu lassen. Hier gibt es viele Beispiele, wenn z.B. ein Erdölkonzern ein Solarunternehmen übernimmt, dieses dann in jeder Werbung präsentiert, aber immer noch 95% mit der Förderung von Erdöl verdient – und dieses auch nicht beabsichtigt, zu ändern.

 Kann man das verhindern? Wenn man sich intensiv damit beschäftigt, fast immer. Aktives und abhängiges Research, auch vor Ort, ist im Bereich Nachhaltigkeit extrem hilfreich, auch wenn es leider Kosten produziert, die der Kunde am Ende zum Teil zahlt. Aktives Research betreiben aber börsengehandelte Fonds, auch ETFs genannt, nicht. Diese Fonds investieren in alle Aktien des zugrundeliegenden Index. Wenn der Index allerdings Aktien beinhaltet, die z.B. des Greenwashing überführt sind, muss der ETF dennoch in diese Titel investieren.

 

Die "richtigen" Anlageinstrumente finden

 Da das nicht im Sinne eines nachhaltigen Anlegers sein kann, sind aktiv gemanagte Fonds nicht selten die bessere Wahl unter dem Aspekt eines nachhaltigen Investments. Auch betreiben ETFs kein sogenanntes Engagement und nehmen die Stimmrechte nicht wahr. Somit wird kein Druck auf das Management der Unternehmen ausgeübt. Nur durch Druck können teilweise Unternehmen bewegt werden, Dinge zum Guten zu verändern. Wie kann aber ein ETF einem Unternehmen "drohen"? Es kann nicht verkauft werden, selbst wenn man es wöllte, solange es im Index ist. 

 Nachhaltigkeit ist aber weit mehr als nur das Ausschließen von schlechten oder problematischen Aktien. Wenn wir als Staatengemeinschaft die drängendsten Probleme der Menschheit wie Klimawandel, Biodiversität, Hunger etc. lösen wollen, müssen wir in diese Themenfelder massiv investieren. Glücklicherweise haben die Vereinten Nationen schon 2015 die 17 UN Nachhaltigkeitsziele, auch SDGs abgekürzt, ins Leben gerufen und die Finanzindustrie aufgefordert, in die "Hausaufgaben der Menschheit" zu investieren.

Mit den Geldern von Anlegern soll eine positive Wirkung auf Umwelt und Soziales erzielt werden – man nennt es daher auch Impact Investing bzw. wirkungsorientiertes Investieren.

Um die Ziele bis 2030 zu erreichen, werden jährlich 2,5 Billionen US-Dollar von Investoren benötigt. Neben der Finanzierung ist aber die Messung der Wirkung ebenso wichtig, um nicht hier Gefahr zu laufen, dem "Impact-Washing" aufzusitzen. Denn auch hier wird es Produkte und Anbieter geben, die mit dem Begriff Impact werben, aber tatsächlich keine oder geringe Wirkung erzielen. Man darf aber Impact Investing nicht mit Philanthropie gleichsetzen oder verwechseln. Es soll neben der Wirkung immer noch ein Ertrag erzielt werden. Das ist der große Unterschied zur Philanthropie, wo Geld "gespendet" wird, um ein Projekt wie z.B. ein Brunnen in Afrika zu unterstützen.

 Zum Abschluss ein guter Rat: Wer langfristig erfolgreich Geld anlegen möchte, sollte jetzt damit anfangen.

 "Machen ist wie wollen, nur krasser". Und wer sein Geld wirklich nachhaltig anlegen möchte, sollte in aktive Fonds von ausgewiesenen Spezialisten mit nachgewiesener Erfahrung in nachhaltigen Kapitalanlagen, investieren.

 Mehr Infos zu nachhaltigen Geldanlagen gibt es beispielsweise auf vividam.de

Bildquellen: 

Gerd Altmann / pixabay

OECD

Autor seit 6 Jahren
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