Politbarometer aktuell vor der Wahl in Berlin

Die Wähler urteilen negativ über Regierung und Opposition im Berliner Abgeordnetenhaus. Wenn schon jetzt gewählt würde, prognostiziert das ZDF-Politbarometer für die SPD 24 Prozent, die CDU 19 Prozent, die Grünen 15 Prozent und die Linke 14 Prozent. Die FDP läge zurzeit bei 5 Prozent und die AfD bei 14 Prozent. Alle anderen Parteien, die alle jeweils unter 3 Prozent blieben, kämen zusammen auf 9 Prozent. (Diagramm © ZDF und Forschungsgruppe Wahlen)

Bei der letzten Abgeordnetenhauswahl im Jahr 2011 war die SPD auf 28,3 Prozent, CDU auf 23,3 Prozent, die Grünen auf 17,6 Prozent, die Linke auf 11,7 Prozent, die Piraten auf 8,9 Prozent, die FDP auf 1,8 Prozent und die anderen Parteien zusammen auf 8,4 Prozent gekommen.

Die Leistungen der Parteien

Die Befragten in Berlin sind eher unzufrieden mit den Leistungen der Parteien im Abgeordnetenhaus. Die Leistung der SPD im Senat wird auf der +5/-5-Skala lediglich mit dem bescheidenen Durchschnittswert von 0,4 bewertet, die der CDU im Senat sogar nur mit minus 0,6. Aber auch die Oppositionsparteien Grüne (0,0), Linke (minus 0,3) und Piraten (minus 1,9) können nicht punkten.

Gewünschter Regierender Bürgermeister
Bei der Frage, wen man lieber als Regierungschef im Land Berlin hätte, hat der SPD- Amtsinhaber, Michael Müller, einen sehr deutlichen Vorsprung (59 Prozent) vor seinem Herausforderer von der CDU, Frank Henkel, den nur 19 Prozent gern als Regierenden Bürgermeister von Berlin sähen (weiß nicht: 11 Prozent; keinen von beiden: 11 Prozent). Müller findet dabei mehrheitlich Rückhalt in den Parteianhänger-Gruppen von SPD (87 Prozent), Grünen (86 Prozent) und Linke (74 Prozent), Henkel lediglich bei den CDU-Anhängern (56 Prozent)

Die gewünschte Koalition
Diese Unzufriedenheit führt dazu, dass die amtierende Senatskoalition aus SPD und CDU mehrheitlich abgelehnt wird. Rot-Rot-Grün dagegen polarisiert: Eine Koalition aus SPD und CDU fänden nur 37 Prozent gut, aber 43 Prozent schlecht (Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden jeweils "egal" beziehungsweise "weiß nicht"). Eine Koalition aus SPD, Linke und Grünen fänden 43 Prozent gut und 40 Prozent schlecht.

Das neueste ZDF-Politbarometer Extra 1 Woche vor den März-Wahlen

Auf die Frage, wer Ministerpräsident-/in sein soll, meint gut eine Woche vor den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt jeweils eine Mehrheit, dass Winfried Kretschmann, Malu Dreyer und Reiner Haseloff weiter regieren sollen.

Anders sieht nach dem Stand Anfang März 2016 die Beantwortung der Frage aus, wie vermutlich die Parteien abschneiden werden.

Baden-Württemberg

Die CDU käme zurzeit noch auf 30 Prozent und läge hinter den Grünen, die 32 Prozent erzielen würden. Die SPD läge bei 13 Prozent, die FDP bei 7 Prozent, die Linke bei 4 Prozent, die AfD bei 11 Prozent und die anderen Parteien zusammen bei 3 Prozent.

Ein Blick zurück zur Landtagswahl 2011: CDU 39,0 Prozent, Grüne 24,2 Prozent, SPD 23,1 Prozent, FDP 5,3 Prozent, Linke 2,8 Prozent, andere: 5,6 Prozent).

Rheinland-Pfalz

Die SPD käme jetzt auf 34 Prozent, die CDU auf 35 Prozent, die Grünen auf 6 Prozent, die FDP auf 6 Prozent, die Linke auf 4 Prozent und die AfD auf 10 Prozent, die anderen Parteien zusammen auf 5 Prozent (Landtagswahl 2011: SPD 35,7 Prozent, CDU 35,2 Prozent, Grüne 15,4 Prozent, FDP 4,2 Prozent, Linke 3,0 Prozent, andere: 6,5 Prozent).

Sachsen-Anhalt

Die CDU liegt zurzeit bei 32 Prozent, die Linke bei 20 Prozent, die SPD bei 15 Prozent, die Grünen bei 5 Prozent, die AfD bei 17 Prozent, die FDP bei 4 Prozent und die anderen zusammen bei 7 Prozent (Landtagswahl 2011: CDU 32,5 Prozent, Linke 23,7 Prozent, SPD 21,5 Prozent, Grüne 7,1 Prozent, NPD 4,6 Prozent, FDP 3,8 Prozent, andere: 6,8 Prozent).

Lesen Sie hier alles zu den Landtagswahlen im März 2016.

Angst vor Kriminalität

Nicht zuletzt in Erinnerung an die Vorfälle in der Silvesternacht in Köln und anderen deutschen Großstädten meinen 57 Prozent der Befragten, dass Deutschland die Vielzahl der vielen Migranten nicht verkraften könne. Nur 39 Prozent meinen mit der Bundeskanzlerin "Wir schaffen das".

66 Prozent meinen, dass durch die Flüchtlinge und Asylanten die Kriminalität bei uns zunehmen wird. Unterschiedlich ist die Einschätzung zu dieser Frage bei den Parteigängern. Klare Mehrheiten von AfD-, FDP-, CDU/CSU- und SPD-Anhängern erwarten eine weitere entsprechende Zunahme der Kriminalität, die Anhänger der Linke sind eher geteilter Auffassung und die der Grünen befürchten das mehrheitlich nicht. (Daten © ZDF und Forschungsgruppe Wahlen)

30 Prozent aller Befragten sagen, dass sie persönlich Angst vor Kriminalität durch Flüchtlinge haben. Besonders häufig (42 Prozent) geben Frauen zwischen 35 und 59 Jahren an, Angst zu haben, Opfer von Kriminalität durch Flüchtlinge zu werden.

Keine europäische Lösung in Sicht

Nur 17 Prozent glauben, dass es in den nächsten Wochen zu einer Einigung auf europäischer Ebene kommt, die zu einer deutlichen Verringerung der Flüchtlingszahlen in Deutschland führt. 80 Prozent haben diese Hoffnung nicht.

Kommt die europaweite Einigung nicht, meinen nur 19 Prozent, dass es dann Deutschland alleine gelingt, eine wesentliche Verringerung des Zustroms von Flüchtlingen zu erreichen.

Merkels Politik ohne mehrheitliche Unterstützung

41 Prozent sind der Ansicht, dass Angela Merkels Flüchtlingspolitik richtig ist, während 54 Prozent damit unzufrieden sind. Knapp ein Drittel (31 Prozent) der Befragten glaubt sogar, dass der Streit über die Flüchtlingspolitik Angela Merkel vorzeitig das Amt als Bundeskanzlerin kosten wird. Eine klare Mehrheit von 67 Prozent erwartet das allerdings nicht, darunter besonders viele bei den Anhängern von Grünen, CDU/CSU, Linke und SPD.

Am 29. Januar meldete der Focus das Ergebnis einer für ihn durchgeführten repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa, wonach 39,9 Prozent der Bundesbürger den Rücktritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf Grund ihrer aktuellen Flüchtlingspolitik fordern. Nur knapp fünf Prozent mehr seien der Auffassung, die Flüchtlingspolitik sei kein Grund für einen Rücktritt. Dazu sollte man wissen, dass das Meinungsforschungsinstitut von einem ehemaligen CDU-Politiker betrieben wird, dem umfangreiche Beziehungen zur Afd nachgesagt werden.

Kompetenzen zur Flüchtlingspolitik und die Wahlaussichten der Parteien

Es ist eigentlich schizophren, aber trotz der mehrheitlichen Unzufriedenheit mit Angela Merkel in der Flüchtlingspolitik wird der CDU/CSU am häufigsten mit 38 Prozent die größte Kompetenz bei der Flüchtlingspolitik zugesprochen. Weit abgeschlagen folgen die SPD mit nur 14 Prozent, die Grünen und die AfD mit jeweils 6 Prozent und die Linke mit 5 Prozent

Wenn jetzt Bundestagswahl wäre, dann bekämen die Parteien nach dem jüngsten Politbarometer folgende Stimmanteile: Die CDU/CSU 37 Prozent, die SPD 24 Prozent und die Linke auf 8 Prozent. Die Grünen würden 11 Prozent erreichen, die FDP käme auf unverändert 5 Prozent und die AfD auf 11 Prozent. Übrige Parteien erhielten zusammen 4 Prozent. (Diagramm © ZDF und Forschungsgruppe Wahlen)

Damit würde es aktuell nur für eine große Koalition aus CDU/CSU und SPD reichen. 

Die aktuellen TOP 10 der bundesdeutschen Politik

Die Grenzöffnung im September hat das Ranking der zehn beliebtesten Politikerinnen und Politiker gehörig durcheinander gewirbelt. Nun führt auf der Skala von +5 bis -5 Frank-Walter Steinmeier äußerst knapp vor Wolfgang Schäuble, beide mit +1,9. Dann folgen Angela Merkel mit +1,0, Sigmar Gabriel mit +0,6 und Gregor Gysi mit +0,5. Der erstmals unter den TOP 10 rangierende Heiko Maas kommt auf +0,5. Ihm folgen mit ebenfalls +0,5 Thomas de Maizière und Ursula von der Leyen mit +0,4. Horst Seehofer hat vor allen Dingen bei den Anhängern der CDU/CSU Verluste hinnehmen müssen und kommt auf nur noch +0,4 Punkte. Das Schlusslicht bildet Sarah Wagenknecht mit –0,6.

 

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