> Zecken - weltweit gefährliche Krankheitsüberträger

> zwei unterschiedliche Krankheitsbilder

>> Borreliose

>> FSME (Frühsommer - Meningoenzephalitis)

> Tipps und Möglichkeiten zur Prävention

> weiterführende Links

> empfehlenswerte Literatur

< Zecke (Gemeiner Holzbock Ixodes ricinus) beim Saugakt (mikroskopische Großaufnahme 200-fach vergrößert)

Zecken - weltweit gefährliche Krankheitsüberträger

Durch Zeckenstiche werden weltweit viele verschiedene Krankheiten übertragen.

Zwei Beispiele:

 Q-Fieber - Krankheit geht mit neurologischen Schäden einher - mindestens 150 - 200 Fälle pro Jahr in Europa

Rickettsiose - Krankheit geht ebenfalls mit neurologischen Schäden einher - in wärmeren Klimazonen wie dem Mittelmeerraum verbreitet

In Deutschland und den angrenzenden Staaten geht die Gefahr einer Zeckeninjektion hauptsächlich von zwei Krankheitsbildern aus. Dazu zählt die Borreliose, hier gibt es viele Neuerkrankungen, deren Symptomatik sich oftmals erst Monate oder Jahre später bemerkbar macht.

Die Frühsommermeningoenzephalitis FSME verzeichnet weniger Neuerkrankungen, dazu sind die Symptome für den Menschen weit aus gefährlicher. Bei diesem Krankheitsbild sind neben neurologischen Schäden auch Lähmungen und eine Meningitis (Hirnhautentzündung) möglich.

Zu diesen Krankenheitsbildern mehr im zweiten Abschnitt.

Zecken, hiermit ist in der Regel der Gemeine Holzbock Ixodes ricinus gemeint, haben ihren Verbreitungsschwerpunkt im süddeutschen Raum. Auf Grund des Klimawandels wandern diese allerdings immer weiter nach Norden und erschließen sich hier neue Lebensräume. So gibt es inzwischen Zeckenpopulationen im Gebiet rund um den Vogelberg sowie im nördlichen hessischen Bergland. Zecken leben unter anderem im Unterholz von Wäldern. Hier ist die Gefahr einer Infektion nach wie vor am größten. Inzwischen besiedeln diese Tiere allerdings auch innerstädische Parkanlagen oder den heimischen Garten. Zecken können sich bis zu eineinhalb Metern über dem Boden aufhalten. Aktivitäten zeigen diese Tiere bereits ab einer Bodentemperatur von sieben Grad Celsius. Da viele Winter in den letzten Jahren mild verlaufen, besteht inzwischen fast das ganze Jahr über eine Infektionsgefahr. Optimale Lebensverhältnisse existieren für diese Tiere zwischen 15 - 20 Grad Celsius,zudem sollte das Umfeld feucht sein. Extreme Wetterlagen wie der schneereiche Dezember 2010 minimieren die Population.

Zecken werden vom Menschen, aber auch anderen Lebewesen wie zum Beispiel Hunden vom entsprechenden Untergrund abgestreift. Sobald diese auf der Haut des Menschen angekommen sind, suchen sie sich einen Platz, zum Beispiel in der Achselhöhle oder in der Kniekehle, um anschließend ihren Saugakt zu beginnen.  

Weitere interessante Informationen zum Thema finden Sie auf dem unten angegebenen Link.  

Borreliose

Diese Infektionskrankheit kommt in Deutschland nach dem Biß einer Zecke relativ oft vor. Es handelt sich hierbei um das Bakterium Borrelia burgdorferi, das über den Speichel übertragen wird. Ein erstes Symtom ist oftmals eine Rötung um die Einstichstelle. Diese wird auch "Wanderröte" genannt und tritt nach einigen Tagen in Erscheinung. In diesem Fall sollte umgehend ärzliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Weitere oftmals atypische Reaktionen treten manchmal erst nach Monaten oder Jahren auf. Es handelt sich hierbei um Symptome wie neurologische Ausfallerscheinungen, Gelenkprobleme wie Arthritis oder Herz- und Kreislauferkrankungen wie eine Herzmuskelentzündung. Da der Zeckenstich oftmals lange zurückliegt, läßt sich zunächst einmal keine Ursache dieser Krankheitsbilder ermitteln. Bei dem Krankheitsbild "Borreliose" existiert nach wie vor keine Impfung. Direkt nach dem Ausbruch der Krankheit müssen Antibiotika verabreicht werden.

FSME (Frühsommer-Meningitisenzephalitis)

Bei der Frühsommermeningitisenzephalitis handelt es sich um eine durch einen Virus verursachte Erkrankung. Die FSME kommt im Vergleich zur Borreliose weit aus seltener vor. Auch hier wird beim Biß einer Zecke erregerhaltiger Speichel übertragen. Dieser Speichel gerät in den Blutkreislauf bzw. Lymphbahnen und vermehrt sich dort. Anschließend wird das Gehirn angegriffen, es entsteht das Krankheitsbild einer Meningoenzephalitis (Hirnhautentzündung). Zur Symptomatik zählen Fieber, starke Kopfschmerzen, Nackensteiffe, Lichtscheu, Nervenentzündungen und Bewußtseinsstörungen. Die Therapie verläuft rein symptomatisch im Krankenhaus. Die Krankheit kann ähnlich wie die Borreliose bleibende Schäden hinterlassen. Speziell FSME kann auch tödlich sein. Bei der Frühsommermeningitisenzephalitis besteht die Möglichkeit einer prophylaktischen Impfung. Diese ist zumindest für Risikogruppen wie Waldarbeiter oder Landwirte zu empfehlen. Auch bei Reisen in Endemiegebieten sollte geimpft werden.

Zeckenzange - geeignet zum Herausziehen einer Zecke
Zeckenhaken von O'Tom in zwei verschiedenen Größen

Tipps und Möglichkeiten zur Prävention

> laufen Sie  - wenn möglich - auf Feld- und Waldwegen und vermeiden Sie hohes Gras, Gebüsch und Unterholz

> schützen Sie Ihren Körper mit entsprechender Kleidung, diese sollte hell sein, dunkeles und blumiges Aussehen zieht Zecken an

> unbedeckte Hautoberflächen sollten mit einem Repellent behandelt werden

> nach einem Aufenthalt in gefährdeten Gebieten sollte der Körper auf Zecken abgesucht werden

> für Zecken bevorzugte Körperpartien wie Achselhöhlen, Kniekehlen und Haare dürfen nicht vergessen werden

> insbesondere bei Babys und Kleinkindern ist auf einen guten Schutz zu achten

> kommt es zu einem Zeckenstich, verankert sich das Tier mit Hilfe von Widerhaken und Speicheldrüsensekret in der Hautoberfläche, anschließend beginnt der Saugakt, bei dem gefährliche Bakterien und Viren übertragen werden können

> eine Zecke sollte in diesem Fall  aus der Haut herausdreht werden, hierbei kann man sich einer Zeckenzange (siehe Bildausschnitt oben) bedienen, erhältlich zum Beispiel in der Apotheke

> kommt es nach einem Zeckenstich zu Unwohlsein oder Fieber und bildet sich rund um die Einstichstelle eine Rötung sollte umgehend ärzliche Hilfe in Anspruch genommen werden

> es ist ebenfalls sehr wichtig, Haustiere wie Hunde und Katzen nach Zecken abzusuchen, die Tiere können selbst Schaden erleiden, im weiteren können die Zecken auf den Menschen überspringen

> ein Zeckenkamm kann hier gute Dienste leisten, das Fell von Hund und Katze damit durchkämmen, ein Zeckenkamm ist ebenfalls in der Apotheke erhältlich

Weitere interessante Tipps finden Sie auf dem unten angegebenen Link.  

Ashlie, am 25.07.2011
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