10. Mahamba: Ein Mosasaurus?

Wie viele andere Urzeitmonster auf dieser Liste, soll das Mahamba im afrikanischen Kongo existieren. Der einheimische Stamm der Bobangi berichtete westlichen Besuchern von einem etwa17 Meter langem Ungetüm, das die Gewässer unsicher machen soll. Wiewohl manche Kryptozoologen das Mahamba für einen überlebenden Mosasaurus halten, der zu den größten Meeresräubern aller Zeiten zählte, deuten die Indizien eher auf ein Krokodil hin. Allerdings erreichen selbst Leistenkrokodile selten eine Länge von mehr als drei Metern und das größte verbürgte Exemplar maß "nur" sechs Meter.

Falls man den Berichten der Bobangi Glauben schenken möchte, könnte es sich beim Mahamba um eine noch unentdeckte Krokodilspezies handeln. Einer der ältesten Vorfahren heutiger Krokodile, der Sarcosuchus, könnte bis zu 17 Meter lang geworden sein, wobei alleine der Schädel gut zwei Meter maß.

Existiert das Mahamba?
Während die Vorstellung eines überlebenden Meeressauriers in kongolesischen Sümpfen oder Seen jeglicher Realität entbehrt, scheint ein bislang unbekanntes Riesenkrokodil zumindest nicht völlig abwegig zu sein.

"Könnt ihr Paparazzi mich nicht EINEN Moment lang in Ruhe lassen?" (Bild: http://pixabay.com/)

Und wieder zog Frank beim Catchen mit der Schildkröte den Kürzeren (Bild: http://pixabay.com/)

9. Kongamato: Ein Pteranodon?

In den Sümpfen Zaires soll der Kongamato sein Unwesen treiben, ein fliegendes Ungetüm mit langem Schnabel und Flughäuten statt Federn. Gemäß der Legende lokaler Stämme bringe es Boote zum Kentern, deshalb auch der Name Kongamato, der "Überwältiger der Boote" bedeutet. Nicht nur Einheimische, auch westliche Reisende wollen ihn gesehen haben. Mehrere dieser Begegnungen sollen allerdings mit Verletzungen geendet haben.

Einen dieser blutigen Zwischenfälle zeichnete der britische Pressekorrespondent J. Ward Price auf. Auf seinen Reisen begegnete er 1925 einem Einheimischen, dessen Rücken von tiefen Wunden übersät war. Diese seien ihm von einem Vogel zugefügt worden, dessen Schnabel mit Zähnen gespickt war. Price zog ein Buch mit prähistorischen Tieren hervor und ließ den Einheimischen darin blättern. Als er das Bild eines Pteranodons erblickte, stieß er einen gellenden Schrei aus und lief trotz der Verletzungen davon.

Existiert der Kongamato?
Der gängigsten Erklärung für die Legenden über den Kongamato nach handelt es sich um einen großen Vogel, vermutlich eine lokale Storchart. Allerdings widerspricht die äußere Erscheinung eines Storchs erheblich den Berichten über Flughäute und insbesondere Zähne. Keine heutige Vogelart besitzt Zähne – im Gegensatz zu Flugsauriern. Vielleicht existiert in Zaire eine der Wissenschaft unbekannte Vogelart, die ihr Territorium höchst aggressiv verteidigt.

8. Champ: Ein Plesiosaurus?

Es ist kein Zufall, dass "Champ" oft als "Nessies" amerikanischer Verwandter bezeichnet wird. Beide Ungetüme sollen in riesigen Seen hausen, wurden oftmals gesichtet und sogar fotografiert, beide ähneln dem ausgestorbenen Urzeitmonster Plesiosaurus und sind die mit Abstand größten lokalen Touristenattraktionen. Das im Lake Champlain, dem sechstgrößten Binnengewässer Nordamerikas, vermutete Ungeheuer fand bereits in den Legenden des Indianerstamms Abenaki Eingang, die es Tatoskok nannten. Angeblich soll auch der Namensgeber des Sees selbst, der französische Entdeckungsreisende Samuel de Champlain, das Monster gesichtet haben.

Fische gäbe es in dem über 1.200 km² großen See wohl genug für eine ganze Population an Plesiosauriern. Auf Grund der reichen Fischgründe und der idyllischen Lage, lockt Lake Champlain seit jeher Angler und Erholungssuchende an. Die Liste angeblicher Sichtungen von Champ ist entsprechend lang. 1945 behauptete ein Angler sogar, er habe ein Jungtier gefangen. Vermutlich handelte es sich hierbei aber um einen Salamander.

Am Bemerkenswertesten ist freilich ein 1977 von der Touristin Sandra Mansi geschossenes Foto von Champ. Wie sie später berichtete, habe sie bei der Sichtung zunächst einen Taucher vermutet. Als ein Kopf und ein langer Hals die Wasseroberfläche durchstießen, griff sie geistesgegenwärtig zur Kamera und schoss das berühmte "Champ"-Foto, welches den aus dem Wasser ragenden Kopf, Hals sowie Teile des Körpers zeigen soll.

Nicht im Bild: Champ

Nicht im Bild: Champ (Bild: http://pixabay.com)

Der Umstand, dass sie das Foto erst 1979 der Öffentlichkeit präsentierte und sie sich angeblich nicht mehr erinnern konnte, an welcher Stelle genau sie es aufgenommen hatte, trug nicht gerade zu ihrer Glaubwürdigkeit bei. Zudem erklärte sie, die Filmnegative weggeschmissen zu haben, was eine detaillierte Untersuchung des Fotos unmöglich machte und natürlich die Frage aufwirft, weshalb man ausgerechnet das Negativ eines sensationellen Schnappschusses entsorgen sollte. Mansis Foto von Champ wird daher nicht als Beweisfoto anerkannt.

Existiert Champ?

Da der See bis vor wenigen tausend Jahren einen Meereszugang hatte, befinden sich noch heute ursprüngliche Meeresbewohner in ihm, die sich an das Leben im See angepasst haben, nachdem der Zugang auf natürliche Weise verschwand. Vielleicht lassen sich einige Sichtungen mit Tieren erklären, die man nicht in einem See vermuten würde. Auch könnte das plötzliche Auftauchen eines zwei Meter langen Riesenaals die Illusion eines Tieres mit enorm langem Hals erzeugen.

7. Kasai Rex: Ein Tyrannosaurus Rex?

Was der schwedische Plantagenbesitzer John Johnson am 16. Februar 1932 im kongolesischen Kasai-Tal vor die Flinte bekommen sollte, war zu groß, um mit seiner kleinkalibrigen Winchester erlegt zu werden. Während einer Safari stürmte plötzlich ein Urzeitmonster aus dem Dickicht und griff ein Rhinozeros an.

Johnsons Diener flüchtete, der Schwede selbst fiel in Ohnmacht. Als er erwachte sah er, wie das Ungetüm Fleisch aus seiner Beute riss und ergriff ebenfalls die Flucht. Für ihn gab es keinen Zweifel, dass es sich um bei dem rund 13 Meter langen Monster um einen waschechten Tyrannosaurus Rex handelte!

Mit seiner Beobachtung blieb er nicht alleine. Andere Safariteilnehmer und Plantagenbesitzer behaupteten ebenfalls, einen gigantischen Raubsaurier gesichtet zu haben. Auch wenn die Beschreibungen nicht immer übereinstimmten: Ob der später "Kasai Rex" genannte Riesen nun ein Tyrannosaurus Rex oder ein Allosaurus gewesen sein soll, ändert nichts an der phantastischen Vorstellungen von Theropoden im Kongo. Zudem gibt es sogar zwei Fotos von diesem Urzeitmonster! Allein …

Existiert der Tyrannosaurus Rex?

Beide Fotos sind offensichtliche Fakes. Ein Foto wurde aus einem Magazin ausgeschnitten und fotografiert, das andere zeigt zwar einen Allosaurus, der sich gerade über ein Rhinozeros hermacht, stammt jedoch aus dem Fantasy-Klassiker "Gwangis Rache". Selbst "Kronzeuge" John Johnson dürfte reine Fiktion sein.

Vielleicht kein Fake ist eine Felsmalerei im Havasupai Canyon (Arizona), die einem Tyrannosaurus Rex ähneln soll. Allerdings sind die angeblichen Ähnlichkeiten selbst mit viel Phantasie nur schwer zu erkennen. Was immer der unbekannte Künstler verewigte: Einen Raubsaurier stellt seine Zeichnung wohl kaum dar, so sehr Kreationisten auch einen Beweis herbeisehnen möchten, dass Menschen und Dinosaurier vor einigen tausend Jahren nebenher existierten.

6. Nguma-monene: Riesenschlange Titanoboa?

Indiana Jones wäre bei dieser Vorstellung mulmig zumute: Im Kongo will der Pastor Joseph Ellis 1961 eine Schlange gigantischen Ausmaßes gesichtet haben: Zehn Meter lang und bis zu einem Meter im Durchmesser sei das Ungetüm gewesen. Von den Einheimischen wird die Riesenschlange Nguma-monene genannt, was "große Python" bedeutet. Bereits Jahre zuvor existierten Berichte von einer Schlange bzw. einer schlangenähnlichen Kreatur, die viel größer als die bis zu sieben Meter langen Netzpythons (nicht verifizierte Gerüchte von zehn Metern langen Pythons oder Anakondas außen vor gelassen) sei und selbst Nilpferde verschlinge.

Existiert die Nguma-monene?

Die berichteten Längenangaben scheinen zunächst völlig übertrieben. Allerdings existierte bis vor 58 Millionen Jahren tatsächlich eine Riesenschlange, die heutige Exemplare in den Schatten stellt. Titanoboa könnte etwa 13 Meter lang geworden sein und hatte im ausgewachsenen Stadium wohl keine Fressfeinde zu befürchten.

Vielleicht muss man aber gar nicht zu weit hergeholten Theorien von überlebenden Urzeitmonstern greifen, um die Sichtungen zu erklären. Beim unerwarteten Anblick eines riesigen Tiers, das sich nur wenige Sekunden lang zeigt, ehe es wieder verschwindet, sind Schätzungen zur Körpergröße mit Vorsicht zu genießen. Dennoch soll die Möglichkeit einer bislang noch unbekannten Schlangenart nicht ausgeschlossen werden.

"Hilfe! Ich habe mich verknotet!"

"Hilfe! Ich habe mich verknotet!" (Bild: http://pixabay.com)

5. Thunderbird: Ein Teratornis incredibilis?

Auf den ersten Blick erscheinen die Überlieferungen nordamerikanischer Indianer rund um den "Donnervogel" wie eine typische Legende. Kanadischen Ureinwohnern nach könnten sich manche Donnervögel in Menschen verwandeln. Hierzu müssten sie lediglich ihren Schnabel abnehmen und aus dem Federnkleid schlüpfen. Manche dieser Wesen sollen hernach geheiratet und Familien gegründet haben. Bei Gefahr konnten sie sich wieder zurückverwandeln und, nun ja, die Flatter machen. Felsmalereien belegen die Bedeutung der gewaltigen Vögel für die Indianer lange vor der Ankunft der europäischen Siedler.

Doch selbst die Europäer berichteten immer wieder von gewaltigen Vögeln am Himmel, etwa im Jahr 1948, als drei Spaziergänger zunächst ein Flugzeug zu sehen glaubten, ehe sie auf Grund der Flügelschläge erkannten, dass es sich um einen enorm großen Vogel handelte. Der spektakulärste Zwischenfall ereignete sich aber am 25. Juli 1977 in Illinois. Drei Jungen spielten im Garten, als zwei riesige Vögel die Kinder angriffen. Zwei Jungen entkamen, der dritte wurde von einem Vogel an den Schultern gepackt und mehrere Meter weit fortgetragen, ehe seine Gegenwehr Erfolg zeigte und ihn der Vogel wieder los ließ. Im Jahr 2002 wurden in Alaska Vögel mit einer Flügelspannweite von über 4 Metern gesichtet, ähnliche Berichte folgten 2007 aus Texas.

The Eagle has landed!

The Eagle has landed! (Bild: http://pixabay.com)

Existieren Donnervögel?

Ganz zu schweigen von den ausgeschmückten Legenden, wonach sich Donnervögel in Menschen verwandeln konnten, spricht zunächst nicht viel für die Annahme, in Nordamerika könnten Greifvögel mit der Flügelspannweite eines Kleinflugzeugs existieren. Die Größe von Objekten am Himmel kann oft täuschen, gerade wenn die befindliche Höhe unbekannt ist und es keine Referenzpunkte gibt. Was ist nun aber von dem erwähnten Zwischenfall in Illinois zu halten? Kann ein Vogel einen zehnjährigen Jungen packen und meterweit mitschleifen?

Der größte Greifvogel der Welt, der vom Aussterben bedrohte Andenkondor, erreicht zwar eine Flügelspannweite von bis zu drei Metern, eine "Beute" von der Größe eines Zehnjährigen kann er jedoch unmöglich fortschleppen. Für den größten flugfähigen Vogel aller Zeiten wäre es vielleicht möglich gewesen. Teratornis incredibilis, ein dem Kondor verwandter Greifvogel, konnte Flügelspannweiten von vermutlich mehr als fünf Metern erreichen. Zwar gilt dieses Ungetüm als ausgestorben, die Donnervogel-Legenden der Indianer könnten aber durchaus auf Begegnungen der ersten Ankömmlinge auf dem amerikanischen Kontinent zurückgehen, da er erst rund 11.700 Jahre vor unserer Zeitrechnung ausgestorben sein soll. Könnte eine kleine Population Teratornis incredibilis überlebt haben und für absurd anmutende Sichtungen verantwortlich sein?

Absurd sind auf jeden Fall Berichte von Flugsauriern, die mal von Cowboys, mal von Soldaten während des Sezessionskrieges unsanft vom Himmel geholt worden sein sollen. Ein entsprechendes Foto konföderierter Soldaten, die stolz den erlegten Pterodactyl präsentieren, wurde längst als Fakes entlarvt. Interessanterweise wurde der Fake-Verdacht manchmal damit begründet, dass es Mitte des 19. Jahrhunderts angeblich keine Fotoapparate gegeben habe …

4. Mokele-Mbembe: Ein Apatosaurus?

So absurd der Gedanke an heute noch in Afrika lebende Apatosaurier anmuten mag: Zahlreiche Augenzeugen wollen den Mokele-Mbembe ("Der den Lauf des Flusses stoppt"), der an eine kleinere Ausgabe des enormen Apatosaurus erinnert, gesehen haben. Das elefantengroße, auf vier Beinen laufende Tier soll einen langen Hals sowie die Eigenart besitzen, die Boote kongolesischer Fischer anzugreifen. Auf Grund zahlreicher Eingeborenenberichte, gab es immer wieder Expeditionen auf der Suche nach dem legendären Mokele-Mbembe.

Den ultimativen Beweis für dessen Existenz erbrachten sie zwar nicht. Doch einige kehrten wenigstens nicht ganz mit leeren Händen zurück. Der Franzose Yvan Ridel fand 1966 Fußabdrücke mit drei Zehen, die an Nashörner erinnerten, welche im Kongo jedoch nicht heimisch sind. Die naheliegende Erklärung eines Flusspferdes schied aus, da diese vier Zehen aufweisen. 1992 filmte eine japanische Filmcrew vom Flugzeug aus den Tele-See und beobachtete dabei ein seltsames Objekt im Wasser, das freilich nicht identifiziert werden konnte.

Nach Aussage des US-Journalisten Rory Nugent hatte dieser 1985 den Mokele-Mbembe nicht nur gesehen, sondern konnte ihn auch auf Film bannen. Leider erwies sich die Aufnahme als unscharf. Noch weniger Glück hatte der Kongolese Marcellin Agnaga, der bereits zwei Jahre zuvor das legendäre Ungetüm zu Gesicht bekommen hatte, in der Aufregung jedoch die Schutzkappe auf der Linse belassen hatte. Einen Gipsabdruck von Fußspuren des Mokele-Mbembe will eine US-Expedition 2006 genommen haben. Um welches Tier es sich bei den Spuren tatsächlich handelt, ist unklar. Sogar Tonaufnahmen von Mokele-Mbembe sollen existieren. Dies jedenfalls behauptete der Amerikaner Herman Regusters, dem die Aufnahmen während einer Expedition auf der Suche nach dem Urzeitmonster glückten – im Gegensatz übrigens zu Filmaufnahmen, die angeblich der Feuchtigkeit zum Opfer fielen.

"Pst! Sieh nicht hin, aber Wilma ...

"Pst! Sieh nicht hin, aber Wilma ist richtig fett geworden!" (Bild: http://pixabay.com)

Existiert der Mokele-Mbembe?

Eine überlebende Population Apatosaurier erscheint äußerst unwahrscheinlich. Diese müssten nicht nur 150 Millionen Jahre lang überlebt, sondern sich zudem an die gewaltigen klimatischen Veränderungen angepasst und sich von Riesen der Savanne zu elefantengroßen "Zwergen" in den Sümpfen und Dschungeln verwandelt haben. Wahrscheinlicher erscheint, dass es sich bei Mokele-Mbembe um Flusspferde, die äußerst aggressiv reagieren, handelt, die den Europäern und Amerikanern als Urzeitmonster verkauft werden.

3. Megalodon - der Riesenhai

Was ist furchteinflößender als ein bis zu acht Meter langer Weißer Hai? Ein zwei- bis dreimal so großer Weißer Hai! Vor rund drei Millionen Jahre gab es wohl keinen größeren Meeresräuber als den Megalodon. Konservativen Schätzungen nach erreichte dieser prähistorische Hai an die 17 Meter Länge bei einem Gewicht von 60 Tonnen. Das klingt zwar nicht ganz so eindrucksvoll wie frühere Schätzungen, die seine Länge mit 30 Metern mit jener eines Blauwals gleichsetzten, degradiert heutige Weiße Haie dennoch zu potenziellen Beutetieren des Megalodon, der wohl bevorzugt Wale jagte, um seinen gewaltigen Energiebedarf stillen zu können.

Fossilienfunde bestätigen die Existenz des Megalodon auf 2 bis 17 Millionen Jahre vor unserer Zeit, wobei meist nur Zähne gefunden werden. In allen Ozeanen war der Megalodon der größte und gefürchtetste Räuber seiner Zeit, bis er ausstarb.

Existiert der Megalodon noch? Weiß dieser Hai mehr? (Bild: http://pixabay.com)

Vermutlich wurde er schlichtweg von anderen Jägern wie Schwertwalen oder eben Weißen Haien verdrängt, während seine bevorzugte Beute in Form von Walen zusehends in polare Regionen abwanderte, wo sie vor dem möglicherweise kälteempfindlichen Megalodon sicher war.

Existiert der Megalodon noch?

Einige Zahnfunde deuten jedoch auf ein weitaus späteres Aussterben des Megalodon vor wenigen tausend Jahren hin. Des Weiteren gibt es zahlreiche Berichte riesiger Haie, wie jene aus dem Jahr 1918, als ein Riesenhai vor der Küste Australiens von Fischern gesichtet wurde. Selbst wenn man Seemannsgarn außen vor lässt, könnte es sich auch um Verwechslungen mit anderen Meeresriesen gehandelt haben.

Eine noch existierende Megalodon-Population erscheint trotzdem äußerst unwahrscheinlich. Bisweilen wird argumentiert, dass sich die Riesenhaie in die Tiefsee zurückgezogen haben könnten. Eine solche Anpassung würde jedoch umwälzende Änderungen des Körperbaus beanspruchen.

2. Megalania - die Riesenechse

Am Interessantesten sind natürlich Überlieferungen von Urzeitmonstern, die noch zu Menschenzeiten existierten. Im Fall des Riesenwarans Megalania deutet vieles darauf hin, dass die Aborigines bei der Besiedelung Australiens die Wege der gigantischen Echse kreuzten – vermutlich mit so manchen letalen Folgen, denn der Megalania konnte vermutlich bis zu acht Meter lang werden und dürfte somit keine Scheu vor Menschen gekannt haben.

Im Gegenteil: Die Riesenechse stand am Ende der Nahrungskette und fraß alles, was ihm vor die Schnauze kam, darunter wohl auch jüngere Artgenossen, wie es beim weitaus kleineren Komodowaran bisweilen geschieht. Vermutlich jagte Megalania große Beutetiere, indem er sie verletzte und nur darauf warten musste, bis das Opfer an Blutvergiftung starb. Abgeleitet wird dies durch Beobachtungen des Komodowarans, in dessen Speichel sich Gift befindet, das seine Opfer zusätzlich lähmen kann und somit zur leichten Beute macht. Sind die Beobachtungen richtig, wäre Megalania das größte giftige Tier aller Zeiten gewesen.

Existiert Megalania noch irgendwo in Australien?

Gewesen, so die Annahme stimmt, dass die Riesenechsen vor etwa 45.000 Jahren ausstarben. Denn es gibt Augenzeugenberichte von gigantischen Echsen. Mag man auch entsprechenden Aussagen von Farmern aus den 1930er Jahren misstrauen, so stammt der wohl wichtigste Bericht von einem ausgewiesenen Reptilienexperten namens Frank Gordon, der 1979 in New South Wales eine zehn Meter lange Echse gesehen haben will. Die praktisch unbewohnten Wüsten- und Steppengebiete, die ein Fünftel Australiens einnehmen, böten Rückzugsgebiete für letzte, versprengte Populationen und dennoch genügend Nahrung, etwa in Form von Kängurus.

Vielleicht hat sich Megalania sogar noch ferner zurückgezogen. Ein französischer Priester berichtete in den 1960er Jahren von seiner Begegnung mit einer über zehn Meter langen Riesenechse auf Neuguinea, wo Megalania ebenfalls heimisch war. Gut möglich also, dass die Legenden der Aborigines auf reale Begegnungen mit diesen Urzeitmonstern zurückgeführt werden können.

Waran in seiner Eigentumswohnhöhle

Waran in seiner Eigentumswohnhöhle (Bild: http://pixabay.com)

1. Das Zuiyo Maru-Monster: Ein Plesiosaurus?

Als die Crew des japanischen Trawlers "Zuiyo Maru" am 25. April 1977 ihre Netze einholte, konnte sie sich auf einen darin befindlichen Kadaver keinen Reim machen. Das fast zehn Meter lange Ungetüm wog an die 2 Tonnen, besaß einen langen Hals, vier Flossen sowie einen zwei Meter langen Schwanz. Da der verwende Körper bestialisch stank, wurde er über Bord befördert, nachdem fünf Fotos geschossen und eine Gewebeprobe entnommen worden waren. Bei einer Pressekonferenz am 20. Juli 1977 verblüffte der Paläontologe Prof. Yoshinori Imaizumi die Medienvertreter mit seiner Ansicht, wonach es sich bei dem Kadaver um einen Plesiosaurus gehandelt haben könnte.

Doch hatte die Crew der "Zuiyo Maru" tatsächlich einen überlebenden Meeressaurier in ihren Netzen gefangen und den Sensationsfund leichtfertig wieder ins Meer zurückgeschmissen? Ein Bericht für die "Societé Franco-Japonaise d'Océanographie" dämpfte im Juli 1978 die Hoffnungen auf den ersten Beweis für noch existierende Urzeitmonster in den Ozeanen. Wie die Untersuchungen der Gewebeproben ergaben, handelte es sich bei dem Fang nicht um einen Plesiosaurus, sondern um einen Riesenhai. Eine auf den ersten Blick absurde Feststellung: Was war mit dem langen Hals und dem darauf befindlichen, relativ kleinen Schädel, beides typisch für einen Plesiosaurus?

 

Fing die "Zuiyo Maru" einen Plesiosaurus?

Der rund zehn Meter lange Riesenhai (Cetorhinus maximus)hat kaum etwas mit dem Aussehen des ausgestorbenen Meeresreptils gemeinsam. Ein tot im Meer treibendes Exemplar verliert jedoch den Unterkiefer und den Kiemenapparat, wodurch die Halswirbelsäule samt Schädel übrig bleibt und den trügerischen Eindruck eines Tieres mit langem Hals und kleinem Kopf erweckt.

Bereits vor dem doch nicht sensationellen Fund der "Zuiyo Maru" hatten an Land gespülte Kadaver von Riesenhaien auf Grund ihrer Ähnlichkeit mit einem Plesiosaurus für Verwirrung gesorgt, was dem Tier den Spitznamen Pseudoplesiosaurus einbrachte.

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