1. Faul bleiben: Bloß nicht umstechen - Kein Platz für die Kinderstube

Wehret den Anfängen ist auch die richtige Strategie, wenn es um die Schneckenbekämpfung geht. Deshalb sollten sich Gartenbesitzer im Herbst lieber ganz gemütlich zurücklehnen und auf die Kraft der Natur vertrauen. Wer eine Schneckenplage im nächsten Frühjahr vermeiden will, ist nämlich gut beraten, wenn er den Boden nicht beackert. Richtig gelesen: Umstechen lohnt nicht. Im Gegenteil.

Es hilft gegen Schnecken, wenn die Erde schön glatt daliegt. Dann wird es für die Zwitter schwerer, eine geeignete Kinderstube einzurichten.

Die gefürchteten roten Wegschnecken sind nämlich bestrebt, ihr Gelege möglichst tief in die Erde zu bringen. Bei umgestochenen Schollen wird das für sie besonders leicht, da sie zwischen die Schollen shclüpfen können - und das gilt es zu vermeiden.

Denn in diesen Tiefen überwintern die Schneckeneier - frostsicher und gut geschützt vor ihren natürlichen Fressfeinden. Wer also im kommenden Frühjahr weniger rote Schnecken im Garten möchte, muss jetzt im Herbst schon mit der Bekämpfung beginnen und einfach mal schön still halten, wie man so sagt. Dann, wenn die Nacktschnecke ihre Eier nicht so tief unter die Erde ablegen kann, helfen schon ein paar frostige Minusgrade, um die Gelege der gefräßigen Plagegeister richtig zu zerstören.

2. "Hausbesitzer" schonen - Mit den Fressfeinden aus der Natur arbeiten

Weinbergschnecken sind NützlingeLiegen die Gelege nicht allzu versteckt, haben auch die natürlichen Fressfeinde eine Chance, den Kampf des Hobbygärtners gegen die Schneckenplage auf ihre Weise zu unterstützen.

Schnecken mit Häuschen gilt es deshalb zu schonen: Sie "kümmern" sich um die Gelege ihrer Konkurrenz. Weinbergschnecken und Schnirkelschnecken fressen die Eier der Nacktschnecken. Wer also mit offenen Auge durch seinen Hausgarten geht und diese Arten fördert oder zumindest nicht vernichtet, kann auf ihre Unterstützung bauen. Weinbergschnecken freuen sich beispielsweise über Kalk: Sie müssen ihn aufnehmen, um ein stabiles Haus zu produzieren. Einfach eine fein zerdrückte Eierschale anbieten, das hilft den Tieren, die nach dem Washingtoner Übereinkommen unter Artenschutz stehen.

Übrigens: Von Schnecken mit Haus droht wenig Gefahr für eine üppige Ernte. Sie machen sich in den seltensten Fällen über den Salat oder die Erdbeeren her. Und falls doch, gewiss nicht in Scharen: Sie naschen bestenfalls einmal zufällig. Ansonsten stabilisieren sie das natürliche Gleichgewicht im Garten und kümmern sich ganz bescheiden um den Abfall.

Der Herbst bietet sich auch dazu an, einen bekannten Fressfeind der roten Wegschnecken zu hegen und pflegen: den Igel. Wer ihm einen Reisighaufen, Herbstlaub oder Holzstapel als Winterquartier überlässt, bekommt im nächsten Frühjahr tatkräftige Unterstützung bei der Schneckenbekämpfung. Auch ein fertiges Igelhaus kann dem stacheligen Untermieter über den Winter helfen. Man muss ihm aber auch hierfür Laub oder Stroh anbieten, damit er sein Domizil polstern und isolieren kann.

Wohl fühlt sich der Igel vor allem in Gärten, in denen ein bisschen Wiese (kein englischer Rasen) stehen bleibt, eine Vogeltränke frisches Wasser spendet und ein Obstbaum steht.

Wer im naturnahen Garten zudem Blindschleichen, Kröten und Maulwürfe Platz einräumt, dürfte die Schneckenplage dann bald überwunden haben.

Igel

Igel beherbergen - Häuschen helfen über den Winter
Igelkuppel mit Isolierboden
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3. Hoch hinaus - Beete einfach hochsetzen

Wer mehr Überblick darüber gewinnen möchte, was in eigenen Gemüsebeeten kreucht und fleucht, sollte ein Hochbeet anlegen. Es hat nicht nur eine ideale Arbeitshöhe und garantiert üppiges Wachstum, sondern es bringt auch entscheidende Pluspunkte für den Kampf gegen die Schneckenplage mit. Sind die hoch gesetzten Beete einmal von Schnecken befreit, kommen nicht so rasch neue nach. Im ersten Jahr muss man also eventuelle noch Nacktschnecken absammeln, aber schon bald kehrt Ruhe ein.

Je nach Material der Beeteinfassung reibt diese nämlich unangenehm am Fuß der Schnecke. Die Entscheidung, auf den Salat hoch droben  zu verzichten und stattdessen ein paar faule Grashalme zu raspeln, fällt den roten Schnecken so leichter.

Wer nicht auf Waschbeton und Holz vertrauen möchte, kann die Beeteinfassung zusätzlich mit Kupfer ummanteln. Das Kupferbleche reagiert mit dem Schleim, den die roten Nacktschnecken absondern. Auch das ist für die Plagegeister sehr unangenehm. Sie verzichten darauf, den Weg übers Kupferblech fortzusetzen und drehen stattdessen wieder ab.

Mit Kalk bildet man ebenfalls eine Barriere: Es ätzt die Schnecke am Fuß, deshalb wird sie es meiden.

Barriere halten Schnecken fern - Kunstoff oder Kupfer - beides hilft
10- teiliges Schneckenblech mit Eckteilen
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Luxus im Garten - Der Schneckenzaun hält ungebetene Gäste fern

Wer in eine De-Lux-Version investieren kann, ist mit einem sogenannten Schneckenzaun richtig bedient. Hierbei handelt es sich um einen Blech- oder Plastikzaun, dessen obere Kante in einem speziellen Winkel nach außen gebogen ist.

Der Effekt: Die Schnecke ist nicht beweglich genug, um diesen Winkel zu überwinden. Sie kann im Falz nur entlangkriechen, aber ihn nicht überwinden.

 

Ein bisschen Aufmerksam muss man dem Schneckenzaun von Zeit zu Zeit widmen und kontrollieren, ob eventuell irgendwo Lücken entstanden sind. Da könnten die roten Schnecken sonst nämlich durchkriechen.

Überhaupt gilt: Auch bei dieser Variante muss das geschützte Areal zunächst von Schnecken befreit werden. Am Besten geht das mit Absammeln.

Wie bekämpfen Sie gefräßige Nacktschnecken?
Myrtis, am 23.09.2012
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Bildquelle:
Heike Nedo (Pfirsichbaum pflanzen, schneiden und pflegen)

Autor seit 5 Jahren
42 Seiten
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