Der richtige Standort für den Pfirsich

Kernechter vom Vorgebirge / Heike NedoDas Hauptproblem der wärmeliebenden Exoten ist die Gefahr, dass die frühe Blüte durch Frost geschädigt wird. Wenn Sie nicht gerade im warmen Weinanbauklima wohnen, sollten Sie den Standort sorgfältig wählen. Ein Pfirsich braucht viel Sonne. Im Schatten stehen die Bäume schlecht und ebenso dort, wo ständig ein rauer Wind weht. Ideal ist ein Platz vor einer warmen Mauer, windgeschützt und sonnig. Auch am Spalier können Sie Ihren Pfirsich ziehen. Gerade bei dieser Wuchsart ist es leichter, die Blüte bei drohendem Nachtfrost mit Sackleinen oder einer Folie zu schützen. In kälteren Gegenden kommt es vor, dass Spätfröste großen Schaden anrichten. Dann fällt die Ernte für ein Jahr aus. Der Boden muss durchlässig aber sehr humusreich und wasserspeichernd sein. Wenn Sie den Platz haben, pflanzen Sie verschiedene Sorten mit zeitlich versetzter Reife. Obwohl Pfirsiche mit sich selbst fruchtbar sind, verlängert das nicht nur Ihre Ernte, sondern fördert auch den Ertrag der Bäume.

So pflanzen Sie einen Pfirsichbaum

Sie können sowohl im Herbst als auch im Frühjahr pflanzen. Hauptsache der Boden ist frostfrei und lässt sich bearbeiten. Das zeitige Frühjahr wird öfter empfohlen, damit die wärmeliebenden Gehölze zur ersten Entwicklung eine volle Vegetationsperiode vor sich haben. Kaufen Sie zum Baum auch gleich einen Stützstab mit. Heben Sie ein Pflanzloch aus, tiefer als die Wurzeln Ihres Baumes lang sind. Je nachdem wo Sie nachlesen, werden Sie verschiedene Angaben zur Größe finden. Etwa 70 Zentimeter oder auch einen Meter breit und ebenso tief werden angegeben. Wählen Sie die Pflanzgrube lieber großzügig. Schlagen Sie danach den Stützstab in der Grube ein und geben drei, vier oder auch mehr Eimer Kompost hinein. Anschließend setzen Sie den Baum ein. Das macht sich zu zweit leichter. Der eine hält den Baum fest, so dass die Wurzeln keinen Schaden nehmen und der andere füllt Erde in die Grube. Rütteln Sie den Stamm dabei vorsichtig, so dass die Erde auch zwischen die Wurzeln gelangt. Die Veredlungsstelle muss etwa 10 bis 15 Zentimeter über der Erde liegen. Ist die Grube gefüllt, schlämmen Sie die Wurzeln gut ein und treten den Boden fest. Dabei darf die Veredlungsstelle nicht tiefer rutschen. Sie muss wie beschrieben über der Erde liegen. Zuletzt decken Sie die Pflanzstelle mit einer Mulchschicht ab, damit der Boden nicht zu schnell austrocknet. In den folgenden Wochen sollten Sie den jungen Baum regelmäßig wässern.

Wenn Sie ein Gehölz im Versandhandel gekauft haben, wässern Sie dieses vor dem Einpflanzen eine Nacht in einem Eimer Wasser. Dann haben sich die Wurzeln mit dem Nass vollgesogen und Ihr Pfirsich wächst besser an.

Den Baum nach der Pflanzung schneiden

Am häufigsten werden Pfirsiche als kleine Bäume, Hochbusch oder Busch mit einer Hohlkrone erzogen. Je niedriger der Baum gehalten wird, desto leichter kann der jährliche Schnitt ohne Leiter erfolgen. Durch das Entfernen der Spitze in etwa einem Meter Höhe im Sommer nach dem Pflanzen erreichen Sie, dass sich seitliche Triebe bilden. Wählen Sie drei davon aus, die ungefähr einen Winkel von 45 Grad zum Stamm haben und sich gleichmäßig in verschiedene Himmelsrichtungen um diesen verteilen. Alle anderen entfernen Sie nahe am Stamm. Bei etwa 70 Zentimeter Länge kürzen Sie die ersten drei Leittriebe ein. Somit verzweigen sie sich wieder. Lassen Sie von den Verzweigungen wiederum nur zwei Zweige stehen. Auf diese Art erziehen Sie eine Hohlkrone mit sechs Leitästen. Kürzen Sie diese auch in den Folgejahren ein, um hier das Dickenwachstum zu fördern. In Bezug auf die ersten Schnittmaßnahmen kann Ihnen der Händler in der Baumschule raten, was für Ihre Sorte am besten ist. Da es inzwischen neben höher wachsenden Arten auch Zwergformen gibt und Sie anstelle der Hohlkrone auch die höhere Pyramidenform wählen können, kann nicht für alle Sorten eine einheitliche Empfehlung gegeben werden. Für die Erziehung als Spalierbaum sind noch wieder andere Regeln zu beachten. Verzichten Sie aber nicht auf den Schnitt. Nicht zu schneiden kann schädlicher für den Baum sein, als auch einmal einen falschen Trieb zu entfernen.

Der richtige Erhaltungschnitt

Pfirsichbäume sind so wie Sauerkirschen durch eine Besonderheit gekennzeichnet. Sie tragen nur am einjährigen Holz, also an den im Vorjahr neu gewachsenen Zweigen. Das bedeutet, dass Sie durch regelmäßigen Schnitt für eine ständige Trieberneuerung sorgen müssen. Denn immer am neuen Holz werden Sie im folgenden Jahr die schönsten Früchte ernten. Kürzen Sie die Fruchttriebe also jährlich um die Hälfte ein, das sind die, an denen Frucht- und Holzknospen in Büscheln zusammensitzen. Diese Triebe mit Frucht-Drillingen (eine spitze Blatt- und rechts und links eine kugelige Fruchtknospe) sind die echten Fruchttriebe. Geschnitten wird so, dass das letze Knospenbüschel nach unten zeigt. Alle Triebe, an denen Sie nur Blütenknospen finden, schneiden Sie auf zwei Augen zurück und die reinen Laubtriebe kürzen Sie auf fünf Augen. Der Schnitt erfolgt im Frühjahr kurz vor dem Austrieb. Dann erkennen Sie auch die im Winter erfrorenen Zweige, die gleich mit entfernt werden. Durch den möglichst späten Schnitt zum Vegetationsbeginn gewährleisten Sie eine rasche Wundheilung, denn das Holz des Pfirsichs ist empfindlich. Sie können sogar zur Blütezeit schneiden, dann erkennen Sie die Triebe am Besten. Allerdings fällt es oft schwer, die herrlichen Blüten zu entfernen. Größere Schnittwunden behandeln Sie mit Baumwachs.

Mögliche Krankheiten beim Pfirsich

Es ist ein Pilz, der die gefürchtete Pfirsichkräuselkrankheit hervorruft. Sie erkennen sie an gekräuselten Blättern und an Wucherungen der Blattunterseite. Dagegen können Sie zum Glück etwas tun. Vorbeugend wird im Winter, bei frostfreiem Wetter, mit einer kupferhaltigen Lösung gespritzt. Das Fungizid wurde auch für den ökologischen Anbau zugelassen, ist bei Naturfreunden jedoch umstritten. Gespritzt wird zweimal im Abstand von 14 Tagen auf die Knospen der Bäume. Die einzelnen Sorten sind verschieden anfällig. Inzwischen sind Züchtungen auf dem Markt, die weniger befallen werden. Im Ökogarten wird auch das Spritzen mit Schachtelhalmtee empfohlen. Zusätzlich kräftigen Sie den Baum mit Brennnesseljauche und bepflanzen die Baumscheibe mit Kapuzinerkresse. Eine weitere mögliche Krankheit ist die Pfirsichchlorose. Dabei werden die Blätter gelblichweiß und nur noch die Blattadern bleiben grün. Die Ursache kann zu viel Kalk im Boden sein. Pfirsiche lieben einen pH-Wert von 6 oder leicht darüber.

Empfehlenswerte Sorten

Obwohl sich Pfirsiche durch Veredlung vermehren lassen, ist es besser, einen Baum beim Gärtner zu kaufen. Zum Veredeln benötigen Sie eine Pfropfunterlage und die richtigen Reiser, so dass der Kauf der einfachere Weg ist. Gehen Sie zu einer Baumschule aus Ihrer Umgebung. Die dort gezogenen Bäume sind an Ihr Klima gewöhnt und der Gärtner vor Ort kann Sie zur richtigen Sorte beraten. In kälteren Gegenden sind frühreifende Sorten empfehlenswerter. 

Bekannte Sorten:

  • Benedicte - sehr saftig, gelbfleischig, frühreifend im Juli
  • Amsden June - cremeweißes Fruchtfleisch, außen blutrot, ebenfalls im Juli reif, Blüte sehr frostbeständig
  • Red Heaven - breite Krone, große, gelbe Früchte, Reifezeit August
  • Roter Ellerstädter - auch bekannt als Kernechter vom Vorgebirge, außen gelbrötlich, innen grünweiß, robust, kann aus dem Kern gezogen werden, Reife im August, September
  • Revita - widerstandsfähige Sorte gegen Frost und Schädlinge
  • Dixired - sehr saftige, innen gelbe Früchte
  • Früher Roter Igelheimer - auch für raue Lagen geeignet, saftig, aromatisch, beliebte Frühsorte
  • Rekord aus Alfter - aromatische, saftige, große Früchte
  • Saturn - besonders kältefester Tellerpfirsich
  • Mosella - intensiv rotes Fruchtfleisch, rotes Laub
  • Burgunda - weinrote Blätter
  • Bonanza, Fruttoni Crimson und Fruttoni Diamond - Zwergpfirsiche für kleine Gärten oder gräumige Kübel
  • Harrow Beauty - gelbfleischig, Ernte im August, sehr gesund
  • Franciskus - weißgelbliches Fleisch, reift noch vor Benedikte, ebenfalls sehr gesund

Neben den hier kurz genannten Sorten gibt es weitere Züchtungen. Einige sind weniger Anfällig oder sogar resistent gegen die Kräuselkrankheit (Amsden, Benedicte, Dixired, Rekord aus Alfter, Saturn, Harrow Beauty, Franciskus) Interessant sind auch die Sorten, die besonders für raue Lagen geeignet sind (Revita, Igelheimer, Saturn). Wichtig zu wissen: bei frühreifen Sorten löst sich der Stein schlechter vom Fleisch als bei spätreifen Pfirsichen. Alle Sorten sind nachreifend.

Das Foto der Autorin zeigt die Sorte "Kernechter vom Vorgebirge", die sehr saftig und süß ist.

Autor seit 5 Jahren
128 Seiten
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