Frauen gehen zu zweit zur Toilette - ein Urinstinkt?

Fragt man Frauen, warum sie zu zweit oder zu mehreren aufs Klo gehen, sind sich einige nicht mal über ihr Verhalten bewusst. Das deutet darauf hin, dass es sich bei diesem Phänomen um einen Urinstinkt handeln könnte.

Ein Instinkt ist eine angeborene Verhaltensweise, die ausgeführt wird, ohne sie zu hinterfragen. Instinkte entwickeln sich im Laufe von Abertausenden von Jahren, es handelt sich um ein Zwangsverhalten, das automatisch ausgeführt wird.

Vielleicht war es ein Schutzmechanismus und hat früher dem Überleben gedient, wenn man sagte: Geh niemals allein vor die Höhle!

Gegen diese These spricht, dass sich diese Verhaltensweise dann aber auch bei den Männern entwickelt hätte.

 

Endlich unter sich - die Toilette als Ort für vertrauliche Gespräche

Viele Orte gibt es nicht, wenn Frauen auf jeden Fall und hundertprozentig ungestört sein wollen. Einige Frauendomänen, wie zum Beispiel die Küche, sind prinzipiell dafür geeignet. Da sich aber zunehmend auch immer mehr Männer in diesen Bereich verirren, ist man dort als Frau auch nicht mehr sicher unter sich und hat womöglich unerwünschte männliche Zuhörer bei den privaten Gesprächen.

Die Damentoilette hingegen ist ein Ort, der üblicherweise von Männern nicht aufgesucht wird. Was liegt näher, als sich dort über die intimsten Dinge auszutauschen, die nicht für Männerohren bestimmt sind? Deshalb bietet es sich für Frauen an, zusammen auf die Toilette zu gehen und sich dort zu besprechen.

Die Inhalte der Gespräche, wenn Frauen gemeinsam aufs Klo gehen, sind unterschiedlicher Art. Es geht um das Aussehen, also ob die Frisur sitzt und wie die Klamotten aussehen, um berufliche und private Dinge. Zu letzteren gehören auch Beziehungsprobleme aller Art, die man ungestört zu zweit auf der Toilette wälzen kann. Lästern über den Ex gehört dabei ebenso dazu wie Bemerkungen über die neue Freundin desselben.

Ergiebige Themen sind auch generelle Feststellungen über andere Personen, zum Beispiel die unmögliche Frisur der Nachbarin, die Schwangerschaft der unverheirateten Freundin oder über den Typen, der sein Glück schon bei beiden Gesprächsteilnehmerinnen versucht hat.

Die Konkurrenz ausschalten

Zugegeben - ein ziemlich perfider Trick.

Aber Frauen lieben es nunmal nicht, wenn sie nicht über wichtige Dinge informiert sind und große Teile eines Gespräches verpassen. Wer daher in größerer Runde ein menschliches Bedürfnis hat, sollte sich eine weitere Person aus der Runde abziehen. Das geschieht, indem man zum Beispiel mit einer Freundin gemeinsam zur Toilette geht.

Ginge man alleine, so würde das Gespräch am Tisch in Gang bleiben und man hätte nach dem Toilettengang wichtige Dinge verpasst oder käme nicht mehr mit. Oder noch schlimmer: Man würde von dem Gedanken geplagt, was die anderen in der Zwischenzeit über einen selber erzählt haben.

Deshalb empfiehlt es sich, die größte Lästertasche am Tisch mit zur Toilette zu nehmen. Damit ist der Feind gebannt, sie kann unsere eigene Abwesenheit nicht für sich nutzen.

Die andere Variante sieht vor, zusammen mit einer guten Freundin aufs Klo zu gehen. Man unterhält sich, spinnt das Gespräch weiter und wenn man gemeinsam zurückkommt, findet man sich wesentlich besser wieder in das Thema ein.

Schutz vor sexuellen Übergriffen

Auch das kann ein Grund dafür sein, warum Frauen stets zu zweit aufs Klo gehen. In vielen Diskotheken und Clubs kann man beobachten, dass besonders im Gang vor der Toilette immer besonders viele Menschen stehen. Das kann zum einen daran liegen, dass diese anstehen, aber es kann natürlich auch sein, dass der ruhige Gang zur Kontaktaufnahme genutzt werden soll.

Gehen Frauen zusammen zur Toilette, werden sie aller Wahrscheinlichkeit nach weniger häufig sexuell belästigt als eine Frau, die alleine einen stillen Ort aufsucht.

Die dritte Hand - Hilfe und Beratung

Auf dem Damenklo ist das eigentliche Geschäft oft nicht vorrangig. Dort werden Frisuren gerichtet, Flecken aus der Kleidung gewaschen, Haare gefönt, Fingernägel manikürt, Laufmaschen repariert und Schals gerichtet.

Dabei ist eine weitere Frau eine unschätzbare Hilfe - vor allem, wenn es sich dabei um eine Freundin handelt, auf deren Urteil wir uns völlig verlassen können.

 

Überkommt uns doch ein menschliches Bedürfnis, ist es dennoch von Vorteil, zusammen aufs Klo zu gehen. Irgendjemand muss ja schließlich unsere Handtasche oder unsere Jacke halten. Selber können wir das nicht, da wir viel zu sehr damit beschäftigt sind, uns so festzuhalten, dass wir auf keinen Fall die Brille berühren. In der dazu notwendigen Stellung hat man für solche Dinge wie Handtasche keine Hand mehr frei.

Sophie1975, am 27.01.2013
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Bildquelle:
Batei Lübbe (Eine Kindheit im Gulag – Buchrezension)

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