Coworking Büro
Coworking Space

Coworking Space (Bild: Regus)

1. Räumlichkeiten

Drei Dinge braucht ein angenehmer Raum: Licht, Licht und Licht. Nichts ist demotivierender und auf Dauer frustrierender als eine sonnenlose Gruft, bei der man nie die Tageszeit feststellen kann. Hohe Decken, große Fenster, weiße Wände - das sind die idealen Voraussetzungen für brauchbare Räumlichkeiten. Natürlich darf die ganze Peripherie nicht fehlen: Akzeptable Toiletten, ausreichende Stromanschlüsse und natürlich eine Küche, damit man sich mal einen Kaffee zwischendurch machen kann. Manche Co-Working Anbieter stellen sogar kostenlosen Kaffee. Aber das sollte nicht entscheidend sein.

Eine akzeptable Nähe zu einem Stadtzentrum sollte in einem vernünftigen Verhältnis zur Raummiete stehen. Es ist niemandem damit geholfen, einen enorm günstigen Arbeitsplatz anzubieten, wenn man eine Stunde Anfahrt hat und der nächste Supermarkt drei Dörfer weiter angesiedelt ist. Co-Working ist immer noch "nur" eine Alternative zum einsamen Home-Office. Und mit dessen kurzen Anfahrtswegen (vom Schlaf- zum Arbeitszimmer) muss das Co-Working Office schon irgendwie konkurrieren können. Ist das Co-Working Büro innerhalb von dreißig Minuten zu Fuß zu erreichen, ist eine höhere Miete durchaus akzeptabel. Schließlich bekommt man damit noch obendrein eine Stunde kostenlosen Sport dazu geliefert.

2. Die Ausstattung

Wasser, Toiletten, Strom und natürlich ein leistungsstarkes Internet sind die absolute Grundvoraussetzung für ein Co-Working Büro. Professionalität motiviert, Unprofessionalität frustriert - so einfach ist das. Von der Decke herabhängende Mehrfachsteckdosen sind eher ein Indiz für ein Unternehmen, was auf einen schnellen Euro aus ist anstatt seriös seinen Kunden einen Mehrwert bieten zu wollen. Man will aber professionell arbeiten können - für gebastelte Lösungen haben Kunden nun wirklich keine Zeit. Ganz wichtig: Sind abschließbare Schränke vorhanden, dass das Labtop oder sonstige private Gegenstände im Büro gelagert werden können? Man will ja schließlich nicht immer alles hin- und herschleppen.

Der Arbeitsplatz alleine genügt nicht. Dazu gehören neben den Arbeitsplätzen mindestens zwei zusätzliche Räume: Eine bequeme Küche und ein ansprechender Konferenzraum. Jeder Co-Worker muss die Möglichkeit haben, Kunden empfangen zu können. Dafür braucht man eine ruhige Ecke, in der man nicht die anderen Mitmieter stört oder von ihnen gestört wird.

3. Die Preise

In Ballungszentren haben sich Mietpreise von ca. 12 Euro am Tag und ca. 300 Euro im Monat für einen Arbeitsplatz etabliert. Dieser Richtpreis kann mit einer interessanten Mehrausstattung etwas variiert werden. Lassen die Räumlichkeiten es zu, sind ein Ruhe- und Fernsehraum, eine Dusche, die kostenlose Büroreinigung oder kostenloser Kaffee Lockmittel, mit denen sich auch höhere Preise ansetzen lassen. Interessant für den Freelancer ist vor allem, dass mit einer ordentlichen Rechnung die tatsächlich angefallenen Werbungskosten für das Büro nachweisbar und damit auch absetzbar sind. Mit einem Co-Working Arbeitsplatz ist deshalb die leidige Diskussion mit dem Finanzamt vorbei, ob und wie viel Quadratmeter der privat genutzten Wohnung als Arbeitsraum abgesetzt werden kann. Rechtssicherheit und vor allem Kalkulationssicherheit geben dem Freelancer wesentlich validere Zahlen für das eigene Geschäft. Nebenbei bemerkt: Da sich die Mieten der Co-Working Plattformen ohnehin voll absetzen lassen, ist der Kostendruck gegenüber dieser Kosten auch nicht mehr so hoch. Es darf also ruhig ein höherwertigeres Büro sein.

4. Die Gestaltung

Als Gelegentlicher Nutzer eines Co-Working Arbeitsplatzes ist das Setzen von persönlichen Akzenten natürlich stark eingeschränkt. Als Dauermieter kann man durchhaus mit dem Inhaber über eigene Ideen der Arbeitsplatzgestaltung verhandeln. Jedoch ist und bleibt man zunächst einmal Mieter in einem auch von anderen genutzten Raum. Man kann jedoch vor der Unterzeichnung des Mietvertrages einen kritischen Blick auf die Einrichtung des Büros werfen. Ein lieblos gestaltetes Büro mit allzu karger Atmosphäre lässt auf einen Vermieter schließen, welcher eher als Pfennigfuchser denn als engagierter Kooperationspartner auftritt. Ordentlich, geschmackvoll und intelligent gestaltet, ist ein Co-Working Büro dagegen deutlich angenehmer in der Atmosphäre.

5. Der Name

Drei Grundtypen haben sich für die Namensgebung von Co-Working Büros etabliert. 

Co-Working+Stadt ist nicht ganz falsch. Richtig ist es aber auch nicht. Bestenfalls für die Textsuche in einer Suchmaschine ist diese Kombination brauchbar. Identifikationspotential und Eigenständigkeit bietet diese langweilige Lösung jedoch nicht. Diese Lösung signalsiert zumeist niedrige Preise, karge Einrichtungen und wenig Komfort. Gleichgültig, ob sich das tatsächlich bestätigt - die Kunden der Kunden werden mit Sicherheit so denken. Zu einem Meeting bestellt, muss man hier vorab mit gewissen Ressentiments rechnen, welche man erst einmal wieder ausräumen muss.

Eine Raum/Platzangabe mit einem knackigen Zusatz stellt die zweite Gruppe der Namen für Co-Working Büros. Creative-Room; Content -Cube; Independent Workspace und ähnliche Kreationen zeigen zumindest, wohin die Reise gehen soll. Diese Lösung hat sich vor allem im Marketingbereich durchgesetzt. Texter, Grafiker und Redakteure haben mit diesem Naming keine Probleme, mit Kunden zu interagieren. Technische Zeichner und Konstrukteure hingegen können hier einen klitzekleinen Touch an Unseriosität abbekommen. Das sollte bedacht werden.

Der dritte Namenstyp haben etwas mit den tatsächlichen Örtlichkeiten zu tun. Die "Alte Fabrik"; der "Schlachthof", der "Kohlenbunker" oder der "Lokschuppen" beziehen sich auf die Häuser und Umgebungen, an denen sich die neuen Unternehmen ansiedeln. Dies ist eine Lösung, welche quasi keine Fragen offen lässt. Seriös, integer, traditionell, historisch und trotzdem auf eine gewisse Art hip - das ist eine Adresse, welche die Kunden der Mieter neugierig macht. Diese Lösung ist deshalb tendentiell für stark kommunikative Aufgaben die empfehlenswerteste.

6. Der Start

Als Freelancer, Start-up Entrepreneur und Neubeginner muss man natürlich anfangs besonders die Kosten im Blick behalten. Dennoch gibt es keinen Grund, nicht von Beginn an mit maximaler Professionalität aufzutreten. Da Co-Working Büros gegenwärtig wie Pilze aus dem Boden schießen, ist die Auswahl entsprechend groß. Gerade neu beginnende Büros locken mit besonderen Mehrwerten oder mit günstigen Einstiegspreisen. Ein reales, angemietetes Büro ist jedoch erst die halbe Miete. Die perfekte Ergänzung ist ein virtuelles Büro, zum Beispiel von Regus. Dort findet man alle Produkte, Vorteile und Tipps zusammen gefasst, um vom Start weg einen perfekten und seriösen Eindruck bei seinen Kunden zu machen. Das schafft Respekt und Vertrauen, was stets der Anfang jeder Partnerschaft ist.

7. Die Berufsgruppen

So nett eine Co-Working Atmosphäre auch ist, man sollte sich seine Mitmieter genau ansehen. Manches verträgt sich nicht. Hat der Content-Generator links neben sich einen dauertelefonierenden Vertriebler sitzen, während rechts neben ihm ein DJ seine neuesten Kompositionen mixt, während die Werbefachfrau gegenüber lautstark mit ihren Grafikern streitet, hat man eher eine stressige, denn eine anregende Umgebung. Da kann man besser zu Hause bleiben. Es empfiehlt sich deshalb, sich vorab über die anderen Mieter zu informieren und gegebenenfalls einige Büros auszuprobieren. 

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