Häkeln von WM-Beanies fördert die Gemeinschaft

Christina Wöber schildert, wie die Idee entstanden ist, die sich zu einem Selbstläufer und zur Erfolgsgeschichte für alle Beteiligten entwickelt hat. Ihr Sohn war im September letzten Jahres eingeschult worden. Viele ABC-Schützen aus seiner Klasse kannten sich nicht. Sie kamen aus insgesamt fünf Kindergärten, den dreien in der Kernstadt, der Kita aus Mechenhard und dem Waldkindergarten Erdflöhe in Klingenberg. Als Pädagogin weiß sie, dass gemeinsame Aktivitäten zwischenmenschliche Kontakte fördern.
"Wenn die Mütter eine Gemeinschaft gründen, dann fördert das auch den Zusammenhalt in der Klasse", dachte sie und entwickelte mit Blick auf die nahende Fußballweltmeisterschaft im Januar den Gedanken, gemeinsam mit anderen Müttern Beanies für ihre Sprösslinge zu häkeln. Klassenleiterin Andrea Kämmerer und Rektor Andreas Bieber fanden: " Das ist eine Super-Idee" und unterstützten das Vorhaben. Ein Sponsor für die Wolle war auch schnell gefunden. "Frau Otto vom Wolle-Paradies in Sulzbach hat auf meine Frage hin keine Sekunde gezögert und war sofort bereit, uns zu unterstützen", erzählt Christina Wöber.

 

Beamie-Boom und Fußballfieber

Eine starke Klassengemeinschaft durch pfiffige Beanies, termingerecht zur Fußballweltmeisterschaft fertig gestellt. (Bild: Ruth Weitz)

Bei Häkel-Problemen Austausch über What's app

In einem Elternbrief informierte die Mutter und Lehrerin über die geplante Aktion. Nachdem sich einige Mütter zusammengefunden hatten, wurden die ersten Treffen organisiert und die Chat-Gruppe "Häkel-Mamis" über What's app gegründet, ein Kurznachrichtendienst für Mobiltelefone. Christina Wöber sieht darin einen großen Vorteil: "Das war ganz prima, denn wir konnten uns schnell mal fachlich austauschen, wenn es mit dem Häkeln nicht ganz so gut klappte". Doch die Bezeichnung "Häkel-Mamis" war den Frauen etwas zu hausbacken. So wurden daraus die "Häkel-Queens". "Mütter, die sich aus unterschiedlichen Gründen nicht an der Häkelaktion beteiligen konnten, mussten nicht befürchten, dass ihre Kinder ohne Kopfbedeckung bleiben. Sie wurden von den Häkelqueens mitversorgt. Rechtzeitig vor Beginn der Pfingstferien und zum Start der Fußballweltmeisterschaft am 12. Juni waren alle Schüler der 1b mit WM-Beanies versorgt, die Geschwisterkinder gleich mit dazu. Ganz nebenbei entstanden noch andere Häkelergebnisse bis hin zum knuffigen Kuscheltier. Christina Wöber berichtet: "Am Anfang brauchten wir Tage für eine Mütze, jetzt schaffen wir's in wenigen Stunden".

Grundmodell fürs Beanie
Häkelanleitung Swell-Beanie

 

 

Jedes WM-Beanie ein Unikat

Alle Beanies sind Unikate, und die Kinder durften sich aussuchen, ob sie kurze oder lange Beanies haben wollten und welche Nationalfarben in die Mütze eingearbeitet werden sollten. Bisher wurden rund 100 Wollknäuel verarbeitet. Als Markenzeichen wurde ein Häkel-Queen-Emblem aufgenäht, das Filiz Arpak entworfen hat, die gerade ein Grafik-Design-Studium absolviert und als Mutter eines ABC-Schützen fleißig mithäkelt. Das Thema Fußballweltmeisterschaft schlug sich auch im Unterricht nieder.

Die Kinder sind mittlerweile richtige Experten, wissen, wo Brasilien liegt, wie lange die WM dauert und können auch den Fußballsong aus dem Effeff. Das Beste an der ganzen Sache ist, dass nicht nur die Mütter enger zusammengerückt sind, sondern auch die Klassengemeinschaft gefestigt wurde. Die Häkelqueens werden nach der WM die Nadel mit dem runden Kopf und der ausgeprägten Nase nicht zur Seite legen. Es gibt großen Bedarf an Beanies und anderen Häkelarbeiten. Spaß macht es außerdem, und die Kinder freut's, dass ihre Mütter sich so gut verstehen.

Häkeln in der Gruppe macht Spaß
Die Häkelqueens sind eine muntere Truppe

Die Häkelqueens sind eine muntere Truppe (Bild: Ruth Weitz)

Was sind eigentlich Beanies und wo kommen sie her?

Der Begriff Beanie, die Verniedlichung von bean (Bohne), kommt aus dem Englischen, womit umgangssprachlich der menschliche Kopf bezeichnet wird, vergleichbar mit "Birne" im Deutschen. Beanies sind Kopfbedeckungen, die aussehen wie Pudelmützen ohne Bommel. Ursprünglich wurden sie von Arbeitern getragen, damit ihnen die Haare beim Werkeln nicht ins Gesicht fielen. Heute sind Beanies vor allem bei Kindern und Jugendlichen angesagt. Sie sind ein äußeres Merkmal in der Skateboard- und Snowboardszene. Auch Hip-Hopper tragen sie. Es gibt schlichte Beanies, die am Kopf anliegen, aber auch Long Beanies, die am Hinterkopf leicht herabhängen. Derzeit im Trend liegen gehäkelte Beanies, für Fans der teilnehmenden Mannschaften bei der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien in den jeweiligen Nationalfarben angefertigt

Krimifreundin, am 06.06.2014
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Bildquelle:
Ruth Weitz (Upcycling: Aus Müll und Schrott Nützliches und Dekoratives herstellen)
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Autor seit 7 Jahren
241 Seiten
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