Was ist Achtsamkeit eigentlich genau?

Achtsamkeit ist die Fähigkeit im "Hier und Jetzt" zu verweilen, ohne ständig "in der Vergangenheit" oder "in der Zukunft" zu verweilen.

Jetzt werden Sie sich möglicherweise fragen, ob man nicht sowieso immer im "Hier und Jetzt" lebt. Für Ihren Körper ist dies sicherlich richtig. Dieser lebt ausschließlich in Ihrer Gegenwart. Leider gilt dies nicht für Ihren Geist, jedenfalls nicht für die Mehrheit der Menschheit. Der Mensch verbringt die meiste Zeit damit, sich Gedanken darüber zu machen:

  • was alles nicht funktioniert hat (Vergangenheit),
  • was man noch alles zu tun hat (Zukunft),
  • was man bedauert, getan zu haben (Vergangenheit)
  • wovor man Angst hat (Zukunft)
  • worüber man traurig ist (Vergangenheit)
  • ....

Achtsamkeit - Erster Schritt: Beobachten Sie Ihre Gedanken - Werden Sie sich Ihrer Gedanken bewußt

Betrachten wir die Thematik einmal kurz von einer anderen Seite: Haben Sie schon mal Ihre Gedanken beobachtet? Viele Menschen haben diesen ersten Schritt noch gar nicht gemacht und lassen sich ständig von ihren Gedankenströmen mitreißen. Um Ihren alltäglichen Streß zu reduzieren, sollten Sie sich daher zunächst einmal Ihrer eigenen Gedanken bewußt werden. Legen Sie sich doch mal einen Block neben Ihren PC, auf Ihren Schreibtisch oder in Ihre Wohnung und notieren Sie sich Ihre Gedanken, die Ihnen so über Tag durch den Kopf gehen.

Dann schauen Sie sich diese Liste nach ein paar Tagen einmal an. Sie werden feststellen, dass - abgesehen von einigen nicht ganz unwichtigen oder vielleicht sogar produktiven Gedanken - sehr viel "Gedankenmüll" dabei war. Dies ist nichts Schlimmes, weil es bei (fast) jedem Menschen so ist, nur in unterschiedlicher Ausprägung. Nach diesen paar Tagen haben Sie darüber hinaus eine sehr wichtige Erkenntnis erlangt: Sie können nämlich Ihre Gedanken beobachten: "Sie sind nicht Ihre Gedanken". Wenn man dies ein wenig "weiterdenkt" ergibt sich daraus eine zweite Instanz in Ihrem Kopf: "der innere Beobachter, oder Gedankenbeobachter". Und damit kommen wird der Technik der Achtsamkeitslehre auch schon ein wenig näher.

Achtsamkeit - Zweiter Schritt: Kleine Meditation - Training der Gedankenbeobachtung - Meditation

In einem zweiten Schritt sollten Sie jeden Tag ein paar Minuten dafür reservieren, sich einfach hinzusetzen, Ihre Augen zu schließen und Ihrem Atem zu folgen (das kann man dann im Übrigen schon Meditation nennen). Sie werden bei dieser - von außen betrachtet - so einfachen Übung folgende Erfahrung machen: Schon nach kurzer Zeit setzt Ihr Verstand ein und überschüttet Sie mit Gedanken wie z.B. "Was soll das Ganze?", "Ich wollte doch noch einkaufen gehen", "Ich habe hierfür doch gar keine Zeit", "Habe ich den Herd ausgemacht?", "Mein Rückent tut weh". Und jetzt kommt der entscheidende Aspekt der Übung: lassen Sie die Gedanken einfach ziehen, wie eine Wolke am Himmel. Lassen Sie sich nicht auf die Gedanken ein, verwickeln Sie sich nicht, sondern lassen Sie sie vorbeiziehen. Natürlich werden neue Gedanken auftauchen. Das ist aber auch kein Problem. Verfahren Sie mit den Gedanken immer gleich: nicht bewerten, nicht verwickeln, ziehen lassen!

Wenn Sie diese Übung ein paar weitere Tage gemacht haben, sind Sie schon ein gutes Stück weiter. Vielleicht merken Sie schon erste positive Effekte auf Ihre Streßresistenz.

Ausblick - Wie geht es weiter?

Wie geht es weiter mit Ihren ersten Schritten in Richtung Achtsamkeit und beserer Streßbewältigung? Vielleicht warten Sie auf die Fortsetzung dieses Artikels (schon in Vorbereitung) oder schauen in der Zeit bei www.achtsamkeit-lernen.de vorbei.

Autor seit 4 Jahren
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