Qi ist Energie

Die Traditionelle Chinesische Medizin benennt die Lebensenergie als Qi. Qi ist die Basis allen Lebens und kommt überall in der Natur vor, natürlich auch im Menschen. Der Mensch ist gesund, wenn Qi ausgewogen vorhanden ist. Ist sie nicht ausgewogen, weil die Lebensenergie nicht richtig fließen kann, ist der Mensch krank. Der störungsfreie Fluss der gesunden Lebensenergie kann durch verschiedene Faktoren wie Hitze, Kälte. Feuchtigkeit, einseitige Ernährung, verschiedene psychische Faktoren, Drogen, Alkohol und noch vieles mehr gestört sein.

Qi strömt nach der chinesischen Lehre in bestimmten Bahnen durch den Körper und ist in allen Organen vorhanden. Die Energiebahnen werden als Meridiane bezeichnet

Akupunktur und die Meridiane

Das Wort Akupunktur ist zusammengesetzt aus den beiden lateinischen Vokabeln acus ( Nadel) und pungere (stechen) und trifft die Tätigkeit des Arztes dabei genau, denn bei der Behandlung werden bestimmte Punkte des Körpers mit einer Akupunkturnadel versehen. Diese Methode soll die Selbstheilung initiieren. In der Traditionellen Chinesischen Medizin wirkt Akupunktur mindestens seit dem Jahr 200 vor Christi Geburt fast immer im Zusammenspiel mit anderen Naturheilverfahren.

Die Meridiane mit ihren Akupunkturpunkten

Die TCM unterscheidet in zwölf Hauptmeridiane und acht Nebenmeridianen. Die Hauptmeridiane sind mit den inneren Organen und den Gliedmaßen verbunden und werden in Yin- und Yang-Meridiane unterschieden. Yin und Yang stehen im Gegensatz zueinander.

Yang ist der linken Gesichtshälfte und den Organen Gallenblase, Dünndarm, Magen, Dickdarm und Herz zugeordnet. Yin steht für die rechte Gehirnhälfte und beeinflusst die Organe Leber, Herz, Milz, Lunge und Niere.

Yin-Meridiane sind der Herzmeridian, Nierenmeridian, Lebermeridian, Lungenmeridian, Milz-Pankreas-Meridian und Perikardmeridian. Zu den Yang-Meridianen gehören der Dünndarmmeridian, Blasenmeridian, Gallenmeridian, Dickdarmmeridian, Magenmeridian und der Dreifach-Erwärmer-Meridian.

Auf den Hauptmeridianen sind circa 400 Akupunkturpunkte angeordnet. Um diese aufzufinden, richten sich Therapeuten nach genauen, topographischen Zuordnungen. Die Akupunkturpunkte werden klassifiziert in Alarmpunkte, antike Punkte, Zustimmungspunkte, Durchgangspunkte und Quellpunkte.

Wie geschieht eine Akupunkturbehandlung?

Zuerst erfolgt eine ausführliche Anamnese, um Ansatzpunkte für die Behandlung zu ermitteln. Daraus ergeben sich die auszuwählenden Punkte für die Akupunkturbehandlung.

Diese Punkte werden mit feinen, dünnen Nadeln akupunktiert. Das bedeutet, dass in die gewählten Punkte mit den feinen Akupunkturnadeln eingestochen wird. Maximal 15 Nadeln werden bei einer Behandlung des liegenden Patienten benötigt. Auf die Behandlung folgt für den Patienten eine Ruhezeit von rund 15 Minuten.

Bei einer einzigen Behandlung werden bis zu fünfzehn Nadeln verwendet. Diese verweilen bis zu dreißig Minuten in der Haut. Die Akupunktur wird beim liegenden Patienten ausgeführt. Eine Ruhezeit von ungefähr fünfzehn Minuten schließt sich der Akupunktur an. Insgesamt werden 5 bis 10 Sitzungen verabreicht.

Was bewirkt die Akupunkturbehandlung?

Die Akupunktur-Behandlung beeinflusst das Nervensystem und den Blutfluss im Körper und regt die Hormone an, weil die Nadeln auf Nervenzellen einwirken.

Eine Akupunktur-Therapie setzt die Produktion von Serotonin und Glucocorticoiden in Gang. Serotonin regelt die Körpertemperatur, den Schlaf und hat Einfluss auf das Gefühlsleben. Glucocorticoide haben eine anti-entzündliche und anti-allergische Wirkung.

Bei körperlich schwachen Personen und Kindern unter zwölf Jahren wird die Akupunktur im Normalfall nicht angewandt. Ihr Einsatz bei Schwangeren wird als sehr kritisch betrachtet.

 

Dieser Artikel kann und soll eine ärztliche Diagnose und Behandlung nicht ersetzen. Eine Haftung ist ausgeschlossen.

Autor seit 5 Jahren
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