Akuter Tinnitus - ein Symptom

Von einem "akutem Tinnitus" sprechen wir, wenn das Ohrengeräusch noch nicht länger als 3 Monate besteht. Die Lautstärke und das wahrgenommene Geräusch können hierbei stark variieren. Beim einen piept es, beim nächsten zischt es und manchmal rauscht es auch. Was viele nicht wissen ist, dass es sich bei einem Tinnitus um ein Symptom und nicht um eine eigenständige Erkrankung handelt. Und genau hier fängt das Problem an. Mittlerweile wurden von Wissenschaftlern mehr als 90 Krankheiten benannt, die einen Tinnitus als Begleitsymptom zur Folge haben können. Hier den "Übeltäter" zu finden, gestaltet sich in der Regel sehr schwierig. Hörsturz, allgemeine Schwerhörigkeit, Ohrenentzündungen, Nackenverspannungen, Knalltrauma (Lärm), ein Tumor oder Probleme mit dem Kiefergelenk können Auslöser sein, um nur einige zu nennen. Ebenfalls wirken Stress und psychosomatische Belastungen bzw. Erkrankungen wohl förderlich bei der Entstehung von Ohrgeräuschen. Der eigentliche Ursache ist somit nicht immer im Ohr zu finden.

Akuter Tinnitus - Erstversorgung und Therapie

Der HNO-Arzt wird in der Regel als erstes einen Blick in die Ohren werfen und einen Hörtest durchführen, um evtl. vorliegende Hörschäden beurteilen bzw. ausschließen zu können. Die Weiterbehandlung ist dann von Arzt zu Arzt sehr unterschiedlich. Da das Phänomen Tinnitus noch nicht ausreichend erforscht ist, gibt es bisher keine wirklich wissenschaftlich anerkannte Behandlungsmethode. Viele Medikamente konnten in Studien keine erheblich bessere Wirksamkeit bei der Therapie des akuten Tinnitus erreichen, als das Placebomedikament.

Während für viele deutsche HNO's häufig Cortison sowie durchblutungsfördernde und gefäßerweiternde Medikamente die Mittel der Wahl im Kampf gegen den akuten Tinnitus sind, gibt es mittlerweile auch einige Ärzte, die diese Therapie mit der Begründung, dass ihre Wirksamkeit wissenschaftlich nicht bewiesen sei, verweigern. In diesem Fall werden die Patienten häufig mit den Worten nach Hause geschickt, dass die Ohrgeräusche oftmals von alleine wieder verschwinden und falls nicht, müsse man halt damit leben.

Während einige Patienten froh sind, dass sie keinen Medikamenten, deren Wirkung nicht 100-prozentig bewiesen ist, ausgesetzt werden, fühlen sich Andere hingegen allein gelassen und um eine Heilungschance betrogen. Denn auch wenn die Wirkung der Medikamente nicht bewiesen ist, so geben doch viele Patienten, die in den ersten Tagen nach Auftreten der Ohrengeräusche medikamentös behandelt wurden, an, dass sie mit Beginn der Behandlung eine stetige Verbesserung des Tinnitus verspürten. Hier kann man nur jedem Betroffenem raten, für sich selber zu entscheiden, welche Maßnahmen er "über sich ergehen lassen will" und sich im Zweifelsfall für seine Recht auf Behandlung einzusetzen. Es gibt wohl nichts Schlimmeres, als wenn man sich selbst vorwerfen muss, nicht alles versucht zu haben.

Hyperbare Oxygenierung - Sauerstofftherapie gegen Tinnitus

Eine weitere, wenn auch sehr teure Behandlungsmethode im akutem "Tinnitus"-Stadium, ist die Hyperbare Oxygenierung. Hier wird in einer Luftdruckkammer quasi ein Tauchgang simuliert. Der Luftdruck wird erhöht und gleichzeitig wird dem Patienten in der Regel 100-prozentiger Sauerstoff zugeführt, wodurch die Sauerstoffversorgung des Ohres verbessert werden soll. Da auch für diese Behandlungsmethode bisher keine wissenschaftlich nachweisbaren Erfolge gemessen werden konnten, sind die Kosten hierfür in der Regel vom Patienten selbst zu tragen.

Welche Behandlungsmethode nun die erfolgversprechendste ist, kann man nicht allgemeingültig sagen. Das hängt ganz von der Symptom auslösenden Grunderkrankung ab. Erst wenn diese diagnostiziert wurde, kann der Tinnitus gezielt bekämpft werden.

Als letztes bleibt nur zu sagen:
Schützt Eure Ohren vor Lautstärke und vermeidet Stress bevor es zu spät ist.!!! Gebt dem Tinnitus erst gar keine Chance. Zum dauerhaften Schutz des Gehörs bieten sich vor allem professioneller Gehörschutz aus dem Bereich der Musik an. Dieser filtert die gefährlichen Frequenzen heraus, mindert aber nicht den Hörgenuss. Die Musik klingt weder dumpf noch kraftlos, Gesprächen kann problemlos gefolgt werden und je nach Bedarf, können die Filter und somit die Lautstärke nachträglich reguliert werden.

Weitere Tipps und Hilfe finden sie auch in Selbsthilfegruppen oder über die deutsche Tinnitus Liga (DTL)!

Chris, am 15.11.2012
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