Die Frühjahrsmüdigkeit - woher kommt sie?

 Die Frühjahrsmüdigkeit entsteht durch Klimawechsel, beziehungsweise auf unser "langsames" Reagieren darauf. In der Kälte des Winters ist unser Organismus noch in der Ruhephase, ebenso wie es bei vielen Tieren und Pflanzen auch der Fall ist. Der Melatoninspiegel (Melatonin ist das Schlafhormon) ist in dieser Jahreszeit besonders hoch. Auch wenn wir (leider, ich bedaure das manchmal sehr) keinen klassischen Winterschlaf halten, sind unsere Körperfunktionen nicht ganz so auf Zack wie zu anderen Jahreszeiten, auch wenn wir das in unseren beheizten Häusern, klimatisierten Büros und warmen Kleidungsstücken nicht wirklich merken. 

Wird unsere Umgebung wärmer, also beim Wechsel vom Winter zum Frühling, muss sich unser Körper daran erst wieder gewöhnen und das tut er eben nicht von heute auf morgen, sondern brauch seine Zeit dafür. Bei dieser Anpassung an wärmere Temperaturen erweitern sich auch unsere Blutgefäße und das wiederum hat zur Folge, dass unser Blutdruck verringert wird - und davon werden wir müde. Wer sowieso schon einen niedrigen Blutdruck hat, merkt es besonders stark. Betroffen sind hierbei vor allem Frauen und auch ältere Menschen.

Besonders blöd ist es, wenn das Wetter seine Kapriolen schlägt und uns nach ein paar warmen Tagen immer wieder Rückschläge in den kalten Winter beschert. Jedes Mal stellt sich der Körper darauf ein und wenn das in einer Saison 5 Mal vorkommt - tja, dann erleben wir die Frühjahrsmüdigkeit eben auch 5 Mal...

Was kann man bei Frühjahrsmüdigkeit tun?

Soooo müde... erst noch mal eine Runde schlafen und dann gehen wir den Kampf gegen die Frühjahrsmüdigkeit an. Ganz sicher!

Tatsächlich ist das aber genau das, was man keinesfalls tun sollte. Nicht erst noch auf die Couch, ins Bett schon gleich gar nicht und überhaupt - nicht schonen ist das wirksamste Mittel gegen die Frühjahrsmüdigkeit. 

Es muss ja nicht gleich ein knackiges Sportprogramm oder ein kräftezehrendes stundenlanges Joggen sein (obwohl beides natürlich hilfreich wäre, entsprechende Gesundheit vorausgesetzt). Mammutprojekte lassen sich mit dem normalen Schweinehund ja schon schwer genug umsetzen - der Schweinehund der Frühjahrsmüdigkeit ist nochmal um einige Nummern größer. Daher überfordert das liebe Tierchen nicht, sondern freut Euch an der Tatsache, dass auch kleine Schritte zum Erfolg führen. Eigentlich geht es ja hauptsächlich daran, den Körper wieder auf steigende Temperaturen vorzubereiten und das geht natürlich wunderbar draußen an der frischen Luft. Wenn man das mit einem Spaziergang oder anderer leichter Bewegung verbindet, ist das bereits ausreichend. Wichtig ist dabei auch das Tageslicht. Die Tage werden langsam immer länger und je mehr Tageslicht wir tanken, umso eher bringt es uns in die Gänge. Es wird dadurch verstärkt Serotonin ausgeschüttet und das wiederum wirkt als eine Art biologischer Wecker und ist für Aktivierung des Körpers und für gute Laune zuständig. Die Melatoninproduktion wird heruntergefahren.

Lässt sich vorbeugen?

Schwierig. Es ist halt nun einmal das Programm, dem die Natur folgt.

Man kann sich aber das Leben ein bisschen leichter machen, wenn man die Maßnahmen gegen Frühjahrsmüdigkeit nicht erst im Frühjahr neu etablieren würde, was ja wieder zusätzliche Energie kostet. Einfacher wäre es, die Verhaltensweisen wären vorher schon vorhanden.

Oder anders: Wer auch im Winter regelmäßig draußen spazieren geht oder Sport treibt, wird sich im Frühjahr nicht ganz so hart umstellen müssen. Der Kampf gegen den Schweinehund muss nicht auch noch ausgefochten werden, denn die Gewohnheit ist ja schon gefestigt und in den Alltag integriert.

Sonja, am 23.02.2018
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