Geschichte der Stadt Segesta

Nach Vergil war Segesta als Acesta eine gemeinsame Gründung des Königs Acestes und einer Gruppe aus dem Gefolge des Aeneas. Die Bevölkerung Segestas bestand aus ionischen Griechen und Elymern. Die Stadt focht einen dauerhaften Konflikt mit Selinunt aus. Denn diese Stadt im Süden der Insel Sizilien wollte über einen Hafen an der Küste des Tyrrhenischen Meeres verfügen.

Die ersten Zusammenstöße mit Selinunt gab es um 580 v. Chr. Die flackerten erneut 454 v. Chr. auf. Später dehnte sich dieser Konflikt auf ganz Sizilien aus. 415 v. Chr. bat Segesta dann Athen um Unterstützung im Kampf gegen Selinunt. Die sizilianische Expedition Athens führte für die mächtige Stadt zu einer verheerenden Niederlage. Später unterstützte Karthago Segesta und Seliunt wurde völlig zerstört. Segesta wurde von Dionysios I. von Syrakus 397 v. Chr. belagert und durch Agathokles von Syrakus 307 v. Chr. zerstört und danach wieder aufgebaut. Danach war die Stadt 276 v. Chr. mit Pyrrhus von Epirus verbündet. 260 v. Chr. unterwarf sie sich Rom und wurde zu einer "freien und gefeiten" Stadt. Zu Segestas Geschichte unter römischer Herrschaft ist kaum etwas bekannt. Es wird vermutet, dass die Bewohner zur Hafenstadt Castellammare del Golfo abwanderten. Segesta wurde schließlich um 455 von den Vandalen zerstört.

Der Tempel

Um 430 v. Chr. begann der Bau des Tempels im dorischen Stil. Er blieb unvollendet und ist dennoch einer der am besten erhaltenen dorischen Tempel. Die Säulen tragen noch eine mehrere Zentimeter dicke Schutzschicht. Diese schützte die Säulen beim Transport und wäre auf der Baustelle abgeschlagen worden. Dabei wären dann auch die Kanneluren geschlagen worden.

Bei dem Tempel handelt es sich um einen Peripteros oder Ringhallentempel mit 6 mal 14 Säulen bei einer Grundfläche von 21 Meter mal 56 Meter. Sims und Tympanon sind eingebaut. Doch Cella und Dach fehlen. Die Bestimmung des Tempels ist unklar, da Tempel dieser Art bei den Elymern sonst nicht vorkamen.

Tempel von Segesta (Bild: haros)

Das Theater

Das Theater im griechischen Stil wurde im 3. oder 2. Jahrhundert v. Chr. auf der Nordseite des Monte Barbaro errichtet. Um 100 v. Chr. wurde es von den Römern umgebaut und erweitert. Die halbkreisförmige Anlage mit einem Durchmesser von 63 Metern wurde in den Fels gehauen. Die 20 Sitzreihen des Theaters sind erhalten. Vom Bühnengebäude stehen nur noch die Grundmauern.

Das Theater wurde inzwischen restauriert, im Sommer finden dort Freiluftaufführungen statt. Und es bietet den Besuchern einem besonderen Blick auf Castellammare del Golfo.

Literatur

  • Caterina Mesina: Sizilien. DuMont Reiseverlag Ostfildern, 2. Auflage 2012, ISBN 978-3-7701-7275-7
  • Brigit Carnabuci: Sizilien. Griechische Tempel, römische Villen, normannische Dome und barocke Städte im Zentrum des Mittelmeeres. 6. aktualisierte Auflage. DuMont Reiseverlag Ostfildern 2011, ISBN 978-3-7701-4385-6
  • Dieter Mertens: Der Tempel von Segesta und die Dorische Tempelbaukunst des Griechischen Westens in klassischer Zeit. Verlag Philipp von Zabern Mainz 1984, ISBN 978-3-8053-0515-0

 

 

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195 Seiten
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