Romanik – Baustil aus der Herrschaftszeit der Ottonen

Es ist eine Reise ins Land der Ottonen, jenem Herrschergeschlecht der Liudolfinger, das aus den Karolingern hervorging und die europäische Kultur seiner Zeit prägte. Baumeister von damals schufen massive Gebäude, mit dicken Mauern, kleinen Fenstern und schlichten Fassaden. Einige davon stehen noch heute als Ruine oder gut erhalten an der Straße der Romanik. Zu den charakteristischen Merkmalen, dieses, romanisch genannten, Baustiles zählen Rundbögen bei Fenstern und Portalen sowie Säulen mit Würfelkapitel.

Genau genommen ist die Bauepoche der Romanik jedoch nicht auf die Herrschaftszeit der Ottonen beschränkt, sondern wird in die Zeit vom 10. bis 13. Jahrhundert eingeordnet. Wobei die Anfänge wohl weiter zurückliegen und auch später wahrscheinlich noch im romanischen Stil gebaut wurde. Der Übergang von der Romanik zur Gotik lässt sich gut am Havelberger Dom erkennen.

Dom in Havelberg

Dom in Havelberg (Bild: K. Heidelberger)

In kaum einer anderen Region findet sich eine solche Dichte an erhaltener Bausubstanz aus jener mittelalterlichen Epoche, wie im heutigen Sachsen-Anhalt. Dessen Landesregierung hat 1993 das Tourismusprojekt Straße der Romanik ins Leben gerufen, folglich steht 2018 der 25. Geburtstag an. Die etwa 1000 Kilometer lange Kulturstraße gliedert sich in Nord- und Südroute, beide kreuzen sich im Raum Magdeburg. In der Stadt, die König Otto I. seiner Frau Editha als Morgengabe schenkte und deren Dom wahrscheinlich das Grab der Königin birgt.

Schätze aus längst vergangener Zeit

Rund neunzig ausgewiesene romanische Bauschätze säumen die Straße der Romanik. Darunter sind Berühmtheiten wie der Halberstädter Dom mit seinem Domschatz, die Quedlinburger Stiftskirche mit dem Schlossmuseum oder der Merseburger Dom mit handschriftlich dokumentierten Zaubersprüchen. Im Burgmuseum der gut erhaltenen Burg Falkenstein ist ein Exemplar des mittelalterlichen Rechtsbuches Sachsenspiegel zu sehen. Besonders imposant ist Burg Querfurt mit dem Turm "Dicker Heinrich". Auf deren Fläche würde die berühmte Wartburg rund siebenmal passen. Sie hat sich einen Namen als Filmburg gemacht und bildet die Kulisse Veranstaltungsort für allerlei Events wie Weihnachtszauber, Ritterkämpfe und Markttreiben.

Dom - und Schlossblick Merseburg

Dom - und Schlossblick Merseburg (Bild: K. Heidelberger)

Darüber hinaus stehen auch kleine aber feine Baudenkmale an der Ferienstraße. Zu diesen gehören die Dorfkirche im halleschen Stadtteil Böllberg, die Doppelkapelle in Landsberg und das romanische Haus in Bad Kösen. In der Nachbarschaft der Attraktionen befinden sich oft weitere steinerne Zeugnisse aus dem Mittelalter.

Ausstellungen und Kultur in alten Mauern

Nicht nur der alten Gemäuer wegen lohnt sich die Reise auf der Straße der Romanik, sie ermöglicht auch kulturelle Erlebnisse. Denn innerhalb der dicken Mauern verbergen sich zahlreiche Kunstschätze, die in Dauerausstellungen und bei Führungen präsentiert werden. Dazu kommen unter anderem Sonderausstellungen, Konzertreihen, und Mittelalterfeste. Ein jährlicher Höhepunkt ist der Romaniktag am Pfingstmontag.

 

Von Mai bis Oktober 2018 gibt es die Sonderausstellung "Wissen und Macht. Der heilige Benedikt und die Ottonen" im Kloster Memleben zu bestaunen. In der ehemaligen Königs- und Kaiserpfalz Memleben starben 936 der erste deutsche König Heinrich I. und 973 dessen Sohn Kaiser Otto der Große. Dessen Sohn Otto II. wiederum stiftete zusammen mit seiner Ehefrau Theophano in Gedenken an seinen Vater das Benediktinerkloster Memleben.

 

 Sie können die Kulturstraße mit dem Auto oder Motorrad aber auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad bereisen. Extra für Wanderfreunde sind 16 Etappen einer Tour der Romanik ausgewiesen. Folgen Sie einfach dem Wegweiser:

 

 

 

Routenpläne, Veranstaltungskalender und noch mehr Informationen finden Sie unter Sachsen-Anhalt-Tourismus.

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