Der Baumeister Hinrich Brunsberg

Hinrich Brunsberg kam um 1350 wohl im Land des Deutschen Ordens zur Welt. Als Geburtsort wird auf Grund des Namens die Stadt Braunsberg (Braniewo) vermutet. 1372 erhielt er das Bürgerrecht in Danzig (Gdansk). Dort ist 1378 Grundbesitz auf seinem Namen nachweisbar. Um 1400 wurde er erstmals im liber qurelarum der Stadt Stettin (Szczecin) erwähnt. Eine Inschrift an der Nordkapelle der Katharinenkirche in der Neustadt Brandenburg benennt ihn als Baumeister der ab 1401 entstandenen Kirche. 1428 wurde er zum letzten Mal in den geistlichen Verlassungsbüchern Stettins erwähnt. Sein Todesdatum ist nicht genau bekannt. Das letzte Werk, an dem er beteiligt war, war die 1435 fertig gestellte Marienkapelle an der Katharinenkirche in Brandenburg.

Hinrich Brunsberg war einer der bedeutendsten spätgotischen Baumeister und ist als Schöpfer von Bauten Backsteingotik im südlichen Ostseeraum namentlich bekannt. Die Namen der meisten Baumeister jener Zeit wurden nicht überliefert. Er arbeitete um 1400 vor allem in der Mark Brandenburg und im Herzogtum Pommern. Die von ihm mit geschaffenen Bauwerke gehören zur Blütephase der Spätgotik in Norddeutschland.

Die Bauten des Hinrich Brunsberg

  • Katharinenkirche in der Neustadt Brandenburg
  • Kathedrale St. Jacobi in Stettin
  • Umbau des Rathauses Stettin, das 1677 durch Kriegseinwirkung zerstört wurde
  • Peter-und-Paul-Kirche in Stettin
  • Marienkirche in Stargard (Stargard Szczecinski)
  • Marienkirche in Königsberg in der Neumark (Chojna)
  • Rathaus in Königsberg in der Neumark
  • Marienkirche in Posen (Poznan)
  • Stephankirche in Gartz (Oder)
  • Rathaus in Tangermünde

Blick auf die Katharinenkirche in Brandenburg/Havel (Bild: haros)

Die Ausstellung

Die Ausstellung will an Hand der von Hinrich Brunsberg geschaffenen Kirchen, Ratshäuser und Stadttore die für diesen Baumeister typische Gestaltung seiner Bauten in einer aufwendigen und dekorativen Zierarchitektur präsentieren, die meist mit modernen Bauformen der Zeit verbunden wurde.

Sie stellt die mit seinem Namen verbundenen Kirchen, Rathäuser und Stadttore in Pommern und der Mark Brandenburg vor. Die zeichnen sich durch in ihrer Zeit moderne Technologie und vielgestaltige Schmuckelemente aus. Am Chor der Marienkirche in Stargard/Stargard Szczeciński findet sich erstmals Brunsbergs charakteristisches Dekor aus aufwendigen Formsteinprofilen, feingliedrigen Maßwerkfüllungen und Ziergiebeln. Bauwerke mit ähnlicher Gestaltung gibt es in Stettin/Szczecin, Königsberg in der Neumark/Chojna, Prenzlau und Gartz.

Außerdem will die Schau belegen, dass die Mark Brandenburg und Pommern um 1400 zu einem einheitlichen Kulturraum gehörten. Die reich gestaltete Backsteinarchitektur des Hinrich Brunsberg kann als ein Gegenentwurf zu der schlichten Architektur in den norddeutschen Hansestädten verstanden werden.

Weiter möchte die Ausstellung die Bewohner der Städte, in denen mit Brunsberg verbundenen Bauwerke stehen, auf dessen große Bedeutung hinweisen und sie zu Ausflügen zu den anderen erhaltenen Bauwerken des Baumeisters anregen.

Hinrich Brunsberg ist nicht allein auf diesen Baustellen tätig. 1411 wird in Brandenburg der Stettiner Baumeister Nikolaus Craft und 1412 in Prenzlau der ebenfalls aus Stettin stammende und wohl mit Hinrich verwandte Baumeister Claus Brunsberg erwähnt. Offenbar arbeitete Brunsberg mit mehreren qualifizierten Bauleuten eng zusammen.

Die Ausstellungsmacher

Dirk Schumann M.A. aus Berlin hat im Auftrag des Deutschen Kulturforums östliches Europa die zweisprachige Fotoausstellung konzipiert. Sie wurde bereits in den Orten mit Bauten von Hinrich Brunsberg präsentiert.

Ort und Zeit

Die Ausstellung "Innovation und Tradition" wird in der Potsdamer Nikolaikirche (Am Alten Markt, 14467 Potsdam) vom 25. Januar 2015 bis zum 12. April 2015 gezeigt. Sie ist täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.

Literatur

  • Innovation und Tradition: Hinrich Brunsberg und die spätgotische Backsteinarchitektur in Pommern und der Mark Brandenburg. Mit Beiträgen von Ernst Badstübner, Jarosław Jarzewicz, Barbara Ochendowska-Grzelak, Wolfgang Ribbe, Dirk Schumann und Fotografien von Thomas Voßbeck. ISBN 978-3-936168-60-0, 9,80 Euro
  • Nikolaus Zaske: Hinrich Brunsberg. In: Ule Lammert (Hrsg): Große Baumeister. Band 2, Henschel Verlag Kunst und Gesellschaft Berlin 1990, ISBN 3-362-00455-5
Autor seit 3 Jahren
195 Seiten
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