Ein Bärlauch-Beet muss her!

Nun muss ich dazusagen, dass ich zwar einen großen Garten mein eigen nenne, aber mit dem Kräuter- und Gemüseanbau will das nie so recht etwas werden, weil: zu viele Bäume, zu viel Schatten, zu viele Schnecken, die alles wegfressen, zu schwerer Boden und dergleichen Ärgernisse mehr.

Aber ich wollte unbedingt Bärlauch.

Und ich bekam ihn.

Und zwar inzwischen so viel, dass ich jetzt mit dem Rasenmäher darüberfahren müsste, um ihn wegzuputzen.

Ist der Bärlauch nämlich einmal da, vermehrt er sich zielstrebig und zuverlässig, sehr zur Freude des Hobbygärtners, und zwar auch und gerade an Stellen, wo sonst nichts wächst. Freilich, der Standort muss stimmen, wie das bei jeder Pflanze so ist. Schauen wir uns daher doch einmal an, wo der Bärlauch in der Natur wild wächst: Es sind lichte Wälder, und zwar Laubwälder mit humusreichen Böden. Das bedeutet in der Praxis, dass der Bärlauch nicht gerade den sonnigsten Platz im Garten benötigt, er kommt bestens mit schattigen Lagen zurecht. Etwas feucht darf es ruhig sein, und der Boden darf auch nahrhaft sein. Das bedeutet im Umkehrschluss: Wer sandigen Boden hat, sollte diesen mit großzügigen Kompostgaben verbessern. Und nicht gerade die sonnigste Stelle wählen, sondern vielleicht ein halbschattiges Plätzchen unter Bäumen oder an der Nordseite. Irgend so ein kleines Plätzchen hat bestimmt jeder, und sei es der Streifen entlang der Hauswand.

Und wie geht das nun genau mit dem Bärlauch im Garten?

Am einfachsten und sichersten geht es, wenn man ein paar Euro in zwei oder drei Töpfchen Bärlauch investiert, die man im Gartencenter oder in Gärtnereien bekommt. Es ist nicht viel darin und zum Aufessen viel zu schade. Aber wir wollen ja anbauen und erst später essen. Die Pflänzchen kommen nun also in den Garten auf den vorher ausgesuchten Platz und werden mäßig feucht gehalten. Nein, noch nicht ernten! Die Ungeduld muss noch ein wenig bezähmt werden, will man mit reicher Ernte belohnt werden. Es dauert nicht lang, und zarte Blütenknospen zeigen sich, Diese lässt man ganz aufblühen. Sie sehen wunderschön aus und würden sich bestimmt in der Vase gut machen (wäre da nicht der kräftige Knoblauchgeruch). Aber wir pflücken sie nicht ab, wir brauchen sie für unsere gärtnerischen Zwecke. Wir lassen sie nämlich ganz verblühen, so dass sie ihre Samen großzügig verteilen. Daraus sprießen im nächsten Frühjahr viele kleine neue Pflänzchen, die rasch zu stattlichen Blättern heranwachsen, die dann bald geerntet werden können. Aber jetzt lassen wir den Bärlauch noch in Ruhe. Die unterirdischen Zwiebelchen (die bestimmt auch total lecker schmecken, aber wir sollen ja noch nicht ernten...) sollten ausreichend Gelegenheit haben, sich zu kräftigen. Nun dauert es nicht mehr lange, etwa Ende Mai, Anfang Juni, und der Bärlauch verschwindet. Er zieht sich ganz zurück und verschwindet im Lauf der nächsten Wochen so vollständig, dass man denken könnte, er wäre nie dagewesen. Das Beet lässt man einfach in Ruhe, eventuell eine ganz dünne Schicht Kompost darauf, aber das braucht es gar nicht.

Jetzt kann geerntet werden!

Im nächsten Jahr zeigen sich je nach Witterung etwa ab März die ersten grünen Blattspitzen, die innerhalb weniger Tage zu vollständigen Blättern heranwachsen, die täglich frisch geerntet werden können.

Von Jahr zu Jahr vermehrt sich der Bärlauch immer weiter. Er wird schließlich auch an Stellen auftauchen, wo er gar nicht gepflanzt wurde. Mäuse oder Vögel oder auch die fleißigen Ameisen haben dann die Zwiebelchen oder die Samenkörner im Garten umhergeschleppt, woraus sich prompt neue Pflänzchen entwickeln. Schnecken meiden ihn übrigens, auch Blattläuse lassen ihn völlig in Frieden.

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