Einstiegspunkt Schönholz

Am S-Bahnhof Schönholz endete die Etappe von Lübars nach Schönholz des Berliner Mauerwegs. Hier ist der Starpunkt für die nächste Etappe durch die dichter besiedelten Gebiete der Berliner Innenstadt bis zur Bernauer Straße.

Am Güterbahnhof Schönholz entlang

Über die Schützenstraße und die Straße Am Bürgerpark geht es östlich am Güterbahnhof Schönholz vorbei. Die Wilhelm-Kuhr-Straße führt zum Bahndamm zurück und ein Fußweg führt weiter zur Wollankstraße. Der S-Bahnhof Wollankstraße war in der Zeit der Teilung ein besonderes Kuriosum. Denn er liegt im Bezirk Pankow, also im ehemaligen Ostteil der Stadt. Aber in Richtung Ostberlin war er völlig eingemauert und nicht zugänglich. Hier hielten die Westberliner S-Bahnen und die Passagiere konnten ohne Kontrollen ein- und aussteigen.

Vor dem nordöstlichen Ausgang führte der Kolonnenweg der DDR-Grenztruppen vorbei. Heute wird er von Kirschbäumen begleitet und einen Gedenkstein steht hier. So haben 1990 japanische Bürger Deutschland zur wieder gewonnenen Einheit gratuliert.

Weiter führt der Weg an der Westseite der Eisenbahntrasse entlang. Bei der Grünthaler Straße geht es unter der Bahn hindurch auf die andere Seite der nun vielgleisigen Bahnstrecke, die nun weiter der Begleiter ist, zum Bahnhof Bornholmer Straße. Auf der anderen Seite ist noch ein Rest der Hinterlandmauer zu sehen.

Der S-Bahnhof Bornholmer Straße

Der S-Bahnhof Bornholmer Straße wurde mit dem Mauerbau am 13. August 1961 geschlossen. Die Züge in den Norden von West-Berlin führen hier auf dem westlichen Gleis ohne Halt durch. Für die S-Bahnzüge, die vom Ost-Ring nach Norden fuhren, war schon 1952 ein Fernbahngleis mit der Stromschiene der Berliner S-Bahn ausgerüstet worden. 1961 wurde dann eine neue S-Bahn-Trasse gebaut, die dann in den Medien des Westens als "Ulbricht-Kurve" bezeichnet wurde. Über die konnten nun Züge von der Schönhauser Allee direkt nach Pankow rollen.

Die Bösebrücke

Über dem Bahnhof quert die Bösebrücke, oft auch als Bornholmer Brücke bezeichnet, im Verlauf der Bornholmer Straße die Eisenbahn. Hier gab es den Grenzübergang Bornholmer Straße. Der schrieb in der Nacht des 9. November 1989 Geschichte. Er war der erste Übergang, der nach der Verkündung der Reiseregelungen durch das Politbüromitglied Günter Schabowski im Fernsehen der DDR geöffnet werden musste. Denn die Menschen aus der Nachbarschaft stürmten schon wenigen Minuten nach der Ausstrahlung dieser Worte den Grenzübergang an der Bornholmer Straße.

Bösebrücke (Bild: haros)

 

 

Durchs Nordische Viertel und den Mauerpark

Weiter führt der Mauerweg über die Norweger Straße. Dann muss ein wenig zur Behmstraße, die mit einer Brücke über das Eisenbahndreieck führt, hinauf geklettert werden. Von dieser Brücke führt der Schwedter Steig über die Berliner Ringbahn. Von hier sind noch weitere Reste der Hinterlandmauer zu sehen.

Hinter dem Steg wird es vor allem für die Kinder interessant. Dort gibt es einen Kinderbauernhof und einen schönen Spielplatz. Und am Weg finden sich ebenfalls nachwuchsfreundliche Cafés und laden zur Rast. Weiter geht es über die alte Schwedter Straße zum Gleimtunnel und dann durch den Mauerpark. Diese Parkanlage entstand auf dem Areal des ehemaligen Eberswalder Güterbahnhofs und lädt heute zum Rasten und Verweilen. Das Amphitheater ist vor allem am Wochenende ein beliebter Treffpunkt.

Brücke Behnstraße (Bild: haros)

Freiluftbühne im Mauerpark (Bild: haros)

Die Max-Schmeling-Halle und das Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion

Nicht zu übersehen ist die am Weg liegende Max-Schmeling-Halle. Sie ist mit bis zu 11.000 Plätzen eine der größten Sportstätten Berlins. Sie entstand zwischen 1993 und 1997 nach Plänen von Joppien Dietz Architekten. Sie war ursprünglich als Boxhalle geplant. Nach dem Scheitern der Bewerbung Berlins um die Olympiade 2000 wurde sie zu einer Mehrzweckarena mit einer großen und zwei kleinen Hallen umgestaltet.

Südlich der Max-Schmeling-Halle steht das nach dem Turnvater Jahn benannte Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion. Das Stadion wurde 1951 für die "3. Weltjugendfestspiele der DDR" errichtet. Danach war hier der Sportclub Dynamo Berlin beheimatet. In den 1990er Jahren wurde es modernisiert. Es bietet heute 20 000 Zuschauern Platz.

Die Bernauer Straße

Die Schwedter Straße durch den Mauerpark trifft auf die Bernauer Straße, die durch den Grenzverlauf vor der Fluchtlinie der Häuser und die waghalsigen Fluchten aus den Fenstern weltberühmt wurde. Der Mauerweg führt links herum die Bernauer Straße hinab.

Am U-Bahnhof Bernauer Straße endet diese Etappe des Berliner Mauerwegs. Die U 2 nimmt auch Radler mit. Wanderer können auch die Tram M 10 nutzen.

Fortsetzung des Berliner Mauerweges

Die nächste Etappe führt an der Gedenkstätte Berliner Mauer vorbei.

Kartenwerke

  • Bikeline: Berliner Mauer-Radweg. Esterbauer Verlag, 7. Aufl. 2014, ISBN 978-3-85000-457-2

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Autor seit 3 Jahren
195 Seiten
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