Startpunkt Utestraße bei der Invalidensiedlung in Frohnau

Gleich hinter der Stadtgrenze geht es links herum in die Utestraße. Nach wenigen 100 Metern gibt es einen Hinweis auf einen ehemaligen Wachturm der Grenztruppen der DDR. Die nach 1980 errichtete Führungsstelle diente der Grenzüberwachung und war zugleich die Befehlsstelle für weitere Beobachtungstürme, die im Abstand von etwa 500 Metern im Grenzstreifen standen. Diesen Turm nutzt schon seit 1990 die Deutsche Waldjugend als Zentrum für ihre Naturschutzarbeit.

Die Berliner Stadtgrenze zwischen Hohen Neuendorf und Bergfelde verläuft parallel nördlich der Utestraße mitten im Wald. Dieser Abschnitt war schon seit 1952 verschlossen und wurde nach dem 13. August 1961 mit Mauern, Zäunen, Postenweg und Beleuchtung befestigt.

Bei Bergfelde versuchte der 19-jährige Joachim Mehr mit seinem 23-jährigen Freund Hans-Jürgen K. am 3. Dezember 1964 die Flucht nach West-Berlin. Zwei Grenzsoldaten entdeckten die beiden im Grenzstreifen und schossen auf die Flüchtlinge. Joachim Mehr wurde getötet, Hans-Jürgen K. überlebte verletzt.

Kurz vor Bergfelde knickt der Weg, der um den Hubertussee geführt, ab. Das Bieselfließ markiert hier den Verlauf der Grenze. Zum Bau der Grenzanlagen wurde dieser Wasserlauf verlegt und erst seit 1990 fließt er wieder durch sein angestammtes Bett.

Verschlungenem Pfaden bei Glienicke/Nordbahn folgen

Eine neue Kurve und der Weg führt nun auf dem ehemaligen Postenweg weiter durch die waldreiche Bieselheide. Dann geht es etwas verworren via Jägerstieg, Geierpfad, Bieselheider Weg und Bundschuhweg auf die Oranienburger Chaussee, die Bundesstraße B 96.

An der Ecke Edelhofdamm gibt es den Gedenkort für Herbert Bauer und Michael Bittner. Herbert Bauer, ein West-Berliner Polizist, starb hier am 25.12.1952 im Einsatz während eines bewaffneten Konflikts durch die Kugel eines sowjetischen Soldaten. Schon lange vor dem Mauerbau wurde er ein Opfer der Teilung Deutschlands. Er ist der einzige aus dieser Zeit, an den heute noch im Grenzverlauf erinnert wird. Michael Bittner versuchte am 24. November 1986 an der nahen Nohlstraße über die Mauer nach West-Berlin zu fliehen. Im Grenzstreifen löste er am Signalzaun Alarm aus. Zwei DDR-Grenzsoldaten schossen und töteten ihn.

Den Entenschnabel bewundern

Neben der viel befahrenen Straße geht es weiter nach Süden an einem weiteren Grenzkuriosum vorbei, dem Entenschnabel. Ein schmaler spitz zulaufender Streifen, der zur Gemeinde Glienicke/Nordbahn gehört, ragt hier tief in die Gemarkung von Frohnau hinein. Dieser Grenzverlauf komplizierte während der Teilung die Zufahrt nach Frohnau erheblich.

Am Ende des Entenschnabels geht es über die Bundesstraße und links hinein in die Veltheimstraße. Dann wird der Berliner Mauerweg wieder auf die östliche Seite geführt. Über die Alte Schildower Straße und der Kurzen Straße geht es über die Wiesenstraße in Richtung Köpchensee. Kurz vor dem See an der Ecke Akazienstraße heißt es scharf rechts herum.

Beim Überschreiten der Stadtgrenze ist der Außenring des Berliner Mauerwegs geschafft. Denn nun verläuft der Weg innerhalb der Stadt zwischen dem sowjetischen und den westlichen Sektoren. Hier an dieser Stellte trennte die Mauer die Ortsteile Blankenfelde des Bezirks Pankow von dem Dorf Lübars des Bezirks Reinickendorf im französischem Sektor.

Der weitere Weg

Diese Etappe des Berliner Mauerwegs von Hohen Neuendorf nach Lübars ist bis zum Anfang des innerstädtischen Grenzverlaufs rund 11 Kilometer lang. Hier bei Lübars gibt es allerdings keine direkte Busverbindung. Für Wanderer kommen daher noch 1 bis 2 Kilometer oben drauf bis zum nächsten Bus. Radler müssen noch etwas weiter Strampeln, bis sie einen Bahnhof der U- oder S-Bahn erreichen.

Wanderer, die hier bei Lübars den Weg beenden wollen, haben zwei Möglichkeiten. Sie folgen dem Mauerweg noch bis zum Schildower Weg. Rechts führt dieser Weg zum Dorfanger von Lübars, von wo der Bus 222 die Verbindung in Richtung Tegel bietet. Etwas länger ist der Weg in die andere Richtung bis zur Schildower Straße. Dort fährt der Bus 107 und bietet Verbindungen zum S-Bahnhof Hermsdorf (Achtung: Tarifgrenze beachten, dieser Weg führt durch Berlin C) oder zum U+S-Bahnhof Pankow. Wer den Checkpoint Qualitz noch mit in seine Tour einbeziehen möchte, der muss ab Schildower Weg noch einen Kilometer weiter bis zur Blankenfelder Chaussee laufen.

Radfahrer sollten der nächsten innerstädtischen Etappe des Berliner Mauerwegs bis zum Wilhelmsruher Damm folgen. Über diese Straße geht es durch das Märkische Viertel zum U+S-Bahnhof Wilhelmsruher Damm.

Weitere Ausstiegspunkte und Hinweise zum Weg

Am Entenschnabel ist ein bequemer Ausstieg aus dem Weg für Wanderer und Radler möglich. Diverse Busse verkehren hier. Radler haben es noch gut 1 km zum S-Bahnhof Hermsdorf oder wenig weiter zum S-Bahnhof Frohnau.

Für Radler stellt sich die Frage, ob sie sich die Wege durch Wald und Siedlung zwischen Hohen Neuendorf und dem Edelhofdamm antun wollen. Die Wege durch den Wald sind meist vor sehr langer Zeit gepflasterte Straßen und leidlich passierbar. Aber die Straßen zwischen den Siedlungen Frohnau und Glienicke/Nordbahn sind über weite Strecken in einem erbärmlichen Zustand. Diese können über den Schwarzkittelweg oder die Schönfließer Straße umfahren werden. Der Nachteil ist ein längeres Teilstück an der stark befahrenen B 96.

Fortgesetzt wird der Berliner Mauerweg auf der Etappe vom Lübars nach Schönholz.

Kartenwerke

  • Bikeline: Berliner Mauer-Radweg. Esterbauer Verlag, 7. Aufl. 2014, ISBN 978-3-85000-457-2

Mehr zum Thema

  1. Berlin: Berliner Mauerweg
  2. Chronik der Mauer
  3. ADFC-Tourenportal: Berliner Mauerweg
  4. Reiseland Brandenburg: Mauerweg

 

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195 Seiten
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