Startpunkt am ehemaligen Grenzübergang Walterdorfer Chaussee

Die Startetappe des Außenrings des Berliner Mauerwegs beginnt am ehemaligen Grenzübergang Waltersdorfer Chaussee, den vor allem die Transitbusse vom Westberliner ZOB zum Flughafen Schönefeld nutzten. Wanderer erreichen diesen Startpunkt mit den Bus 171 ab dem U-Bahnhof Rudow und fahren bis zur Haltestelle "Stadtgrenze Rudow". Die Endstation Rudow der Linie U 7 ist für Radler ein idealer Ausgangspunkt für diese Strecke. Bis zur Grenze sind es rund 2 Kilometer.

Zunächst führt die Strecke entlang der ehemaligen Grenze auf dem früheren Postenweg durch eine Parkanlage. Ein schönes Asphaltband weist dann den Weg in Richtung Gropiusstadt. Aber schon nach 1 Kilometer muss der Postenweg verlassen werden. Es geht links herum entlang der Rudower Chaussee nach Süden und nach gut 200 Metern rechts herum auf der zur Fahrradstraße umgewidmeten Nördlichen Randstraße nach Westen bis zur Rudower Spaße. Dort rechts herum und gleich hinter dem Ortschild Berlin gibt es einen Grund zum Kraxeln: den Dörferblick.

Startpunkt in Rudow (Bild: haros)

Der Dörferblick

Der Dörferblick ist mit 86 Metern über Normal Null und gut 50 Metern über der Umgebung eine für Berliner Verhältnisse beachtliche Erhebung. Dieser Berg wurde in der Nachkriegszeit als Trümmerberg aufgeschüttet. Danach wurde hier auch noch Hausmüll und Bauschutt abgelagert. Nach 1970 wurde der Abfallhaufen dann zu einem Naherholungsgebiet umgestaltet.

Der Berg ist auch für Radler dank langsam steigender Wege gut zu erklimmen. Wer hat, der sollte seinen Feldstecher mitführen. Denn der von Bäumen weitgehend frei gehaltene Gipfel bietet immer noch einen guten Ausblick über die ehemalige Mauer hinweg auf die angrenzenden Dörfer in den Ländern Brandenburg und Berlin, insbesondere auf Bohnsdorf, Schönefeld und Waßmannsdorf. Aber auch die Hochhaussiedlungen der Gropiusstadt und in Altglienicke sind gut zu erkennen.

Eigentlich ist es an der Zeit, an einen neuen Namen für den Dörferblick zu denken. Denn das Panaroma wird heute von dem immer noch nicht fertigen neuen Flughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) geprägt. Und das einst grüne Band zwischen den Dörfern und der Stadt Berlin verwandelt sich zum Leidwesen der Naturfreunde zunehmend in Wohn- und Gewerbegebiete.

Blick zum Dörferblick (Bild: haros)

Weiter geht es durch Rudow

Der Postenweg führt im weiteren Verlauf über Privatgrundstücke. Deshalb wird der Berliner Mauerweg um den Dörferblick herum durch das Straßengewirr Rudower Einfamilienhaussiedlungen zur Großziethener Chaussee und weiter zum Kölner Damm geführt. Dort ändert sich, wie schon lange aus der Ferne sichtbar, das Umfeld gravierend. Statt Einfamilienhäuser begleiten nun die Hochhäuser der Gropiusstadt den Berliner Mauerweg. Der kreuzt dann die Trasse der Neukölln-Mittenwalder-Eisenbahn und führt an einem ehemaligen Loch in der Mauer vorbei. Durch dieses Loch wurde einst Müll aus Berlin (West) auf die Deponie Großziethen gebracht. Und noch immer nehmen die Lastwagen mit Bauschutt diesen Weg.

An den Hochhäusern der Gropiusstadt entlang bis nach Alt Lichtenrade

Der Berliner Mauerweg verläuft hier auf der westlichen Seite. Via Ringslebenstraße und Stuthirtenweg geht es zum Buckower Damm, der Hauptstraße in Richtung Großziethen. Hier erinnert ein Gedenkstein an die "gewaltlose Öffnung der Grenzanlagen" zwischen Großziethen und Berlin-Buckow. Auch weiterhin bleibt der Kolonnenweg tabu. Über die Gerlinger Straße und den Töpchiner Weg führt der Mauerweg nach Alt Lichtenrade, wo zwei Biergärten zur Rast einladen.

Großsiedlung Gropiusstadt (Bild: haros)

Abkürzung durch Lichtenrade

Wem der große Bogen um die Außengrenzen von Lichtenrade zu viel wird, der kann nun eine schöne Abkürzung wählen. Die quert die Groß Ziethener Straße und folgt weiter der Straße Alt Lichtenrade. Ein märkischer Dorfanger erinnert an alte Zeiten. Eine schöne Feldsteinkirche steht am Weg. Am Giebelpfuhl ist eine Rast möglich. Am Ende des Weges kommt eine hektische Kreuzung. Den Damm überqueren und auf der anderen Seite in die Bahnhofsstraße eintauchen. Im Zentrum von Lichtenrade wird auf dem Weg zum S-Bahnhof Lichtenrade die Gelegenheit zum Shoppen wie zum Rasten geboten. Und 3 Kilometer kürzer als die vorgesehene Etappe ist der Weg geworden.

Auf dem Postenweg an Lichtenrade vorbei

Liebhaber der Ruhe und der Feldflur gehen über die Groß Ziethener Straße wieder zur Grenze. Dort muss nicht gleich an eine Fata Morgana gedacht werden, wenn Elefanten, Kamele und Pferde auftauchen. Denn auf dem Feld gleich hinter der Berliner Stadtgrenze schlägt schon mal ein Zirkus sein Zelt auf.

Der Berliner Mauerweg führt nun rechts ab und wieder auf den Postenweg. Auf Höhe der Wittelsbacher Straße steht ein Gedenkkreuz für Horst Kullack, der am 31. Dezember 1971, im Alter von 23 Jahren, bei einem Fluchtversuch angeschossen wurde. Drei Wochen später erlag er am 21. Januar 1972 seinen schweren Verletzungen.

Dann wird der Asphalt durch Waldboden abgelöst. Am Birkenhaag vorbei wird die Bundesstraße 96 erreicht, wo es seit 1977 die Grenzübergangsstelle Mahlow gab. Auch über diesen Übergang rollten Mülltransporte aus Berlin (West) in die DDR zur Deponie Schöneiche.

Schlussspurt zum S-Bahnhof Lichtenrade

Die Grenztruppen der DDR haben die B 96 zwischen Berlin und der Siedlung Roter Dudel untertunnelt. Und diesen Tunnel nutzt heute auch der Berliner Mauerweg zur sicheren Querung der stark befahrenen Straße. Südlich beginnt in einem Abstand von etwa 1 Kilometer die Bebauung der Ortschaft Mahlow. Nach knapp einem Kilometer bildet der Bahndamm der Dresdner Bahn ein unüberwindliches Hindernis. An der damals still gelegten Bahnstrecke starb am 26. Juli 1966 Eduard Wroblewski im Kugelhagel der DDR-Grenzsoldaten. Er hatte dort in den Abendstunden die Flucht in den Westen versucht.

Vor dem Bahndamm muss der Weg über die Paplitzer, Petkusser und Horstwalder Straße eingeschlagen werden. Hier gibt es einen Bahnübergang. Dahinter rechts führt die Wolziger Zeile zum S-Bahnhof Lichtenrade. Wer dem Berliner Mauerweg weiter folgen will, der biegt hinter dem Bahnübergang lins ab und folgt der Etappe von Lichtenrade nach Lichterfelde.

Tunnel unter der B 96 (Bild: haros)

Kartenwerke

  • Bikeline: Berliner Mauer-Radweg. Esterbauer Verlag, 7. Aufl. 2014, ISBN 978-3-85000-457-2

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Autor seit 3 Jahren
195 Seiten
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