Weg in die Döberitzer Heide bei Sacrow (Bild: haros)

Startpunkt: Fähranleger Kladow

Nach der an kulturellen Schätzen reichen Etappe von Klein Glienicke nach Wannsee bot die Fähre von Wannsee nach Kladow eine schöne Erholungspause auf Wannsee und Havel. Es folgen nun etwa 21 Kilometer bis zum Bahnhof Staaken.

Zunächst geht es Richtung Südwesten über den Imchenweg an der Havel und weiter über den Sacrower Kirchweg zur Sacrower Landstraße. Nach etwa 2 Kilometern wird die Grenze wieder erreicht.

Hier nun gibt es wieder eine Verzweigung. Richtung Südwesten führt die Nebenstrecke durch Potsdam bis zur Glienicker Brücke. Empfehlenswert für Radler ist ein Abstecher in den rund 3 Kilometer entfernten Ort Sacrow mit seinem Schloss und der Heilandskirche am Havelufer. Das Havelufer war hier mit Grenzsperren gesichert. Und auf dem Wasser zwischen Sacrow und er Pfaueninsel lagen die Wachboote der Grenztruppen auf der Lauer. Die brachten manchen Wassersportler aus West-Berlin, der sich hier in die Hoheitsgewässer der DDR verirrte, auf. Das wurde für die Betroffenen dann eine teure Angelegenheit, bis sie samt Boot wieder in den Westen durften.

Die Hauptroute des Berliner Mauerwegs folgt nun der Landgrenze zwischen dem Berliner Bezirk Spandau und Potsdam. Über den Luisenberg geht es nach Norden auf den Groß Glienicker See zu. An dem scharfen Knick lohnt ein kurzer Abstecher zum Sacrower See.

Heilandskirche in Sacrow (Bild: haros)

Schloss Sacrow (Bild: haros)

Am Groß Glienicker See vorbei

Der Groß Glienicker See wird auf dem westlichen Ufer im ehemaligen West-Berlin passiert. Die Mitte des bei den Bewohnern West-Berlins beliebten Badesees war die Grenze. An der Gutsstraße ganz im Norden des Sees steht noch ein Mauerrest. Einen kurzen Abstecher wert ist der Park des Rittergutes Groß Glienicke. Die Wirtschaftsbauten dieses Gutes waren durch die Mauer getrennt worden.

Nach der Überquerung des Ritterfelddamms geht es an der linken Seite der Bundesstraße 2 gen Nordosten. Wer sich für die Geschichte der Fliegerei oder gar die Militärfliegerei interessiert, der muss nun eine richtig große Pause einplanen. Denn hier wurde dem ehemaligen Flugplatz Gatow von der Bundeswehr ihr Luftwaffenmuseum eingerichtet. Hier sind nun Flugzeuge, Hubschrauber und allerlei sonstiges militärisches Gerät zur Besichtigung freigegeben. Dabei stehen Flugzeugtypen aus Ost und West hier nun friedlich nebeneinander und bieten wohl den besten Überblick über die Luftrüstungen beider Lager im Kalten Krieg.

Nördlich von Gatow ist an eine der Besonderheiten der unmittelbaren Nachkriegszeit zu erinnern. Das Geländedreieck mit den Rieselfeldern gehörte bis 1945 zur Gemeinde Seeburg im Havelland. Dann tauschte die britische Besatzungsmacht es gegen den Westen des Spandauer Ortsteils Staaken. So hatte die Royal Air Force einen freien Zugang zu ihrem Flugplatz Gatow und die Rote Armee konnte über den Flugplatz Staaken allein verfügen. So konnte der Flugplatz Gatow auch während der Blockade 1948/49 für die Luftbrücke genutzt werden.

Wiese am Groß Glienicker See (Bild: haros)

Durch den Spandauer Ortsteil Staaken

An der Karolinenhöhe knickt der Berliner Mauerweg scharf nach Nordwesten ab. Unterhalb der Weinbergshöhe geht es auf den ehemaligen Grenzübergang Staaken zu. Am Weg liegt das Fort Hahneberg, das einen Besuch wert ist. Der ist aber nur in der Sommerzeit an Wochenenden und Feiertagen möglich.

Eine Infotafel an der Bergstraße berichtet über diesen Grenzübergang an der Transitroute Richtung Lauenburg. Da Weststaaken seit 1990 wieder zu Berlin gehört, ist der Grenzstreifen nicht mehr so deutlich erkennbar wie an anderen Teilstrecken.

Der Berliner Mauerweg folgt nun der Bergstraße und der Hauptstraße. Am Wege erinnert ein Holzkreuz an Dieter Wohlfahrt. Der 20-jährige Student wurde am 9. Dezember 1961 erschossen, als er von der westlichen Seite aus die Drahtsperren aufschneiden wollte, um DDR-Bürgern die Flucht zu ermöglichen.

Dann knickt die Grenze nach Norden ab und folgt dem Nennhauser Damm. Direkt der Einmündung Hauptstraße gegenüber steht die Dorfkirche von Staaken. Sie stand mitten im Grenzstreifen.

Fort Hahneberg (Bild: haros)

Kirche Staaken-Gartenstadt (Bild: haros)

Etappenziel Bahnhof Staaken

Der Berliner Mauerweg folgt weiterhin dem Nennhauser Damm. Am Bahnhof Staaken haben Radfahrer per Regionalbahn die Möglichkeit zum Ausstieg aus dem Rundkurs um Berlin. Die nächste Etappe führt vom Bahnhof Staaken über die Bürgerablage nach Hennigsdorf.

Kartenwerke

  • Bikeline: Berliner Mauer-Radweg. Esterbauer Verlag, 7. Aufl. 2014, ISBN 978-3-85000-457-2

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Autor seit 3 Jahren
195 Seiten
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