Dalis frühe Werke

Sein erstes (bekanntes) Bild malte Dali 1910 im Alter von sechs Jahren. Es handelte sich um ein Landschaftsbild mit dem Namen Landschaft nahe Figueras. Seinen ersten Unterricht bekam er mit 10 Jahren und entdeckte kurz darauf den französischen Impressionismus.

Auf der königlichen Akademie der schönen Künste in Madrid, die Dali mit 18 Jahren besuchte, lernte er den Kubismus kennen. So entstand beispielsweise 1923 sein kubistisches Selbstporträt

In dieser Zeit beschäftigte sich Salvador Dali intensiv mit den Schriften des Psychoanalytikers Sigmund Freud. Er war fasziniert von der Psychoanalyse und nannte sie eine der wichtigsten Entdeckungen seines Lebens. 

Beeinflusst durch die freudsche Lehre der Traumdeutung und neuen Theorien über das Unterbewusste, änderte er erneut seinen Malstil und begann seine ersten surrealistischen Bilder zu malen.

Sein erstes Bild, das als surrealistisches Gemälde galt, entstand im Jahr 1927. Es trägt den Namen "Blut ist süßer als Honig". 

Surrealistische Bilder von Salvador Dali - die Welt des Traums

1929 schloss sich Dali in Paris der Gruppe der Surrealisten an. Es folgte ein Großteil seiner berühmtesten Gemälde, wie "Der große Masturbator" (1929), "Die Beständigkeit der Erinnerung" (1931), "Der Schlaf" (1937) oder das Gemälde "Die brennende Giraffe" (1936), das mit einer Größe von 35 x 27cm übrigens eins der kleinsten Werke des Künstlers ist.

Die brennende Giraffe

Die brennende Giraffe (Bild: Salvador Dalí / AllPosters)

Die Beständigkeit der Erinnerung (Bild: Salvador Dalí / AllPosters)

Der Schlaf (Bild: Salvador Dalí / AllPosters)

Salvador und Gala - Ehefrau, Muse und Managerin

In der Gruppe der Surrealisten traf Dali, unter anderem, auch auf Paul Éluard und dessen Frau Helene, genannt Gala.

Salvador Dali verliebte sich in die russische Immigrantin, die seine Lebensgefährtin und 1934, nach ihrer Scheidung von Eluard, auch seine Ehefrau wurde.

Dali betrachtete Gala als seine Muse. Sie inspirierte ihn zu zahlreichen seiner Werke und stand ihm auch für viele seiner Gemälde Modell.

Seine Verbundenheit zu ihr ging soweit, dass er eine Zeit lang sogar seine Bilder mit "Gala Dali" signierte.

Aber auch als seine Managerin war Gala erfolgreich. Mit ihrer Hilfe wurde Dali schließlich auch finanziell zum erfolgreichsten Künstler seiner Zeit.

Gala avec Symptome (Bild: Salvador Dalí / AllPosters)

Weitere berühmte Gemälde Dalis - 30er und 40er Jahren

1933 entstand das Gemälde Das Rätsel des Wilhelm Tell. Dieses Bild entfachte einen heftigen Streit zwischen Dali und der kommunistisch eingestellten Gruppe der Surrealisten. Der Grund war die Art, wie Lenin auf diesem Bild dargestellt wurde.

Im Jahr 1936 verließen Dali und Gala Spanien wegen des Bürgerkriegs und reisten durch Europa. Das Bild Weiche Konstruktion mit gekochten Bohnen, das auch den Beinamen "Vorahnung des Bürgerkrieges" trägt, war Dalis künstlerische Reaktion auf den Krieg in Spanien.

1939 kam es zur endgültigen Trennung zwischen Dali und der surrealistischen Gruppe. Nach einem kurzen Aufenthalt in Südfrankreich floh er mit seiner Frau 1940 vor den deutschen Truppen ins Exil in die USA.

Dort arbeitete er sehr viel für Film und Theater, entwarf Bühnenbilder und schrieb an Drehbüchern mit. In dieser Zeit entfernte Salvador Dali sich langsam vom Surrealismus und besann sich mehr auf die klassische Malerei.

In Amerika entstanden Bilder wie Weiches Selbstporträt mit gebratenem Speck (1941) oder das Gemälde mit dem genialen Namen Traum, verursacht durch den Flug einer Biene um einen Granatapfel, eine Sekunde vor dem Aufwachen (1944).

Ein Ereignis, das Dali sehr schockiert hat, und das er zu dieser Zeit auch in einigen seiner Gemälde verarbeitet hat, war der Abwurf der Atombombe über Hiroshima 1945. Eins dieser Bilder ist beispielsweise Leda Atomica (1949).

Traum, verursacht durch den Flug einer Biene um einen Granatapfel, eine Sekunde vor dem Aufwachen, ca. 1944 (Bild: Salvador Dalí / AllPosters)

Leda Atomica (Bild: Salvador Dalí / AllPosters)

Salvador Dali nach 1950 - Rückbesinnung zur Religion

1948 verließ Dali die USA und kehrte nach Spanien zurück.

In dieser Zeit fand er zum katholischen Glauben zurück.

Nach einer Audienz bei Papst Pius XII im Jahr 1949 entstand das Gemälde Die Madonna von Portlligat.

Es folgte eine ganze Reihe von Gemälden mit religiösen Motiven.

In dem 1954 entstandenen Gemälde Die Auflösung der Beständigkeit der Erinnerung griff er die Motive seines Werkes von 1931 (Die Beständigkeit der Erinnerung) wieder auf, passte sie aber an die Entwicklungen der Zeit an (Atomzeitalter).

Disintegration of the Persisstence ...

Disintegration of the Persisstence of Memory (Bild: Salvador Dalí / AllPosters)

Ende der 1950 er Jahre begann Dali damit geschichtliche Ereignisse in seinen Bildern festzuhalten (Historienmalerei).

Auch die Formate seiner Bilder änderten sich. So entstand beispielsweise 1962 das Gemälde Die Schlacht von Tetuan mit einer Größe von 308 × 406 cm.

Weitere Werke dieser Zeit sind Galacidalacidesoxiribunucleicacid (1963) oder Der Tunfischfang (1967).

Berühmte Frauen in Dalis Gemälden

Neben seiner Frau Gala, gab es auch noch andere Frauen, die er malte.

1965 lernte er beispielsweise Amanda Lear kennen, die er zu seiner Schülerin, seinem Modell und auch zu seiner Muse machte.

Weitere Frauen, die Dali in seinen Gemälden verewigte, waren Mae West, Marilyn Monroe oder auch die junge Shirley Tempel, deren Bild den nicht sehr schmeichelnden Namen Shirley Temple, das jüngste geheiligte Ungeheuer des zeitgenössischen Kinos trägt.

Gesicht von Mae West, 1935 (Bild: Salvador Dalí / AllPosters)

Dalis Spätwerke

Nach 1970 malte Dali nur noch sehr wenige Bilder. Eins der bekanntesten Werke aus dieser Zeit ist das Gemälde Dalí von hinten, Gala von hinten malend, die von sechs virtuellen, sich vorübergehend in sechs echten Spiegeln widerspiegelnden Hornhäuten verewigt von 1972/73 auf dem er sein neu gewonnenes Interesse für stereoskopische Bilder umsetzte.

Auch wenn Dali und Gala in den 1960er Jahren anfingen, mehr oder weniger getrennte Wege zu gehen, tat dies seiner Liebe zu ihr kaum einen Abbruch. Nach Galas Tod im Jahr 1982 zog sich auch der mittlerweile an Parkinson erkrankte Künstler vollkommen zurück.

1983 malte Salvador Dali sein letztes Gemälde Der Schwalbenschwanz. Er verstarb 1989 im Alter von 84 Jahren. Beigesetzt wurde er auf eigenen Wunsch hin in der Krypta des "Teatre-Museu Dalí" in Figueras.

Text © Monika Rosenbaum

monros, am 15.03.2013
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