Konventionell angebautes Gemüse ist zu jeder Jahreszeit erhältlich aber nicht unbedenklich

Studien für den Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) belegen, dass konventionell angebautes Obst und Gemüse generell, sei es im Supermarkt, Gemüsegeschäft oder Wochenmarkt gekauft, gleichermaßen Pestizide und Düngemittel enthält und wegen der Sterilität bestrahlt ist. Bereits 1962 warnte RACHEL CARSON in ihrem Buch "Silent Spring" (Der stumme Frühling) vor der hemmungslosen Verwendung chemischer Schädlingsbekämpfungsmittel und zeigte deren verheerende Umwelt- und gesundheitsschädigende Wirkung auf. 1991 stellten anlässlich einer Konferenz am Wingspread Center, Wisconsin, 21 Wissenschaftler fest, dass eine große Anzahl der vom Menschen produzierten und angewandten Chemikalien das endokrine System (Hormonsystem) bei Mensch und Tier stark angreifen und damit vitale Funktionen beeinträchtigen.

Konventionell angebautes Gemüse
Konventionell angebautes Gemüse

Konventionell angebautes Gemüse (Bild: Pixabay)

Bio- Gemüseanbau am Bodensee

Bio-Gemüseanbau am Bodensee (Bild: Monika Hermeling)

Gemüse aus dem Naturkostladen untersteht einer zusätzlichen Kontrolle

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Gesundheit ganzheitlich; sie schließt vollkommenes körperliches, geistiges und soziales Wohlbefinden ein. Biogemüse leistet im Rahmen einer biologischen Ernährung einen wesentlichen Beitrag. Die Qualität der Produkte des biologischen Landbaus wird alle zwei Jahre in Naturkostfachgeschäften, die Mitglieder im Bundesverband Naturkost Naturwaren Einzelhandel (BNN) sind, von einem unabhängigen Sachverständigen überprüft. Die Herkunft der Waren wird dadurch transparent gemacht; die Qualität gesichert. Der Anbau und die Verarbeitung hochwertiger Lebensmittel entspricht den Richtlinien des Biologischen Landbaus, der 1989 gesetzlich im Codex Alimentarius Austriacus, als Kapitel A 8 für pflanzliche Produkte, verankert wurde. Eine Liste der besten Bioläden des Jahres 2010.

Ein Kleingarten
Ein Kleingarten

Ein Kleingarten (Bild: Pixabay)

Pflanzen aus dem Garten sind nicht unbedingt wertvoller

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten (jeder achte Deutsche lebt in Armut) besinnen sich viele Menschen auf ihren Garten als Spender von Nahrungsmitteln. Anhaltend hohe Preise bei Obst und Gemüse machen den eigenen Anbau lukrativ. Neben den ökonomischen stehen ökologische Belange im Vordergrund. Mit Kompost gedüngte Pflanzen enthalten nach wissenschaftlichen Studien einen höheren Zucker/Eiweißanteil, bessere Werte bei Methionin, Calcium, Phosphor, Kalium, Magnesium und Eisen. Häufig wird die Tatsache ignoriert, dass erst eine Jahrzehnte dauernde intensive Bodenbearbeitung eine nachhaltige Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und des Humusgehaltes bewirkt.

Die zusätzlichen Kosten belasten den Geldbeutel

Bei der vergleichenden Betrachtung sollten Faktoren wie der erhebliche Zeit- und Arbeitsaufwand (Wissenserwerb), Auswirkungen von Fehlern, vermehrter Schädlingsbefall (Schnecken) durch milde Winter (Erderwärmung), Pachtzins, Kosten für Gartengeräte, Saatgut und Lagerung bei der Selbstversorgung Berücksichtigung finden.

Wer vermutet, dass seine durch ein Gewächshaus geschützten Früchte giftfrei bleiben, erfährt durch Verbraucherorganisationen, dass auch selbst gezogenes Gemüse, auf Grund eines ungünstigen Standortes, belastet sein kann. Gemüse ohne "Luftkontakt" neigt, besonders im Winter, zu hohen Anreicherungen von Nitrat/Pestizidrückständen. Emissionen des Flugkerosins und Pestizide verschlechtern im ländlichen Raum gleichermaßen die Qualität der Pflanzen.

Erholung am Pool
Erholung daheim am Pool

Erholung daheim am Pool (Bild: Pixabay)

Der nicht zu vergessende Einfluss auf die Lebensqualität

Gartenarbeit bewirkt durch Bewegung in der frischen Luft, wie die Deutsche Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation (DGPMR) in Jena bemerkt, Freude am Leben. Blumen, wie zum Beispiel die Gardenie, tragen dazu bei. Klinikgärten in Deutschland setzen diese Erkenntnis im therapeutischen Kontext wirksam um.

Möglichkeiten zur Regeneration und eine insgesamt verbesserte Lebensqualität sind nur Stichworte in Bezug auf die Vorzüge eines eigenen Gartens. In der Gesamtschau schlägt das Wirken in der Natur und die Nähe zu einer tendenziell philosophischen Grundhaltung des Gärtners, auch zu Schnecken, zu Buche. In einer komplizierter werdenden vernetzten Welt darf der Gartenliebhaber das Erlebnis dringend benötigter Harmonie auskosten. In einer Buchrezension: "Rezension: In Harmonie mit den Naturwesen leben", wird auf ein Buch hingewiesen in dem Eike Braunrot aufzeigt, wie er mit Tieren kommuniziert.

Muss es immer Biogemüse sein?

Eine goldene Einkaufsregel für Obst und Gemüse kann nicht gegeben werden

Ernährungsberater empfehlen, sich vor dem Kauf von Obst und Gemüse über Herkunft Anbau und Gütesiegel genau zu informieren, möglichst regional einzukaufen, die Einkaufsquellen zu wechseln, beim Anbau im Garten auf Pestizide zu verzichten. Sie wissen, dass Jugendliche und Kinder zu wenig Obst und Gemüse verzehren. Biologisch angebautes Obst und Gemüse kann eine Alternative zu Kinderlebensmitteln sein.

Der Klimawandel in Verbindung mit der Globalisierung, hat in den vergangen Jahren zu gravierenden Veränderungen im Markt und aktuell zu überhöhten Preisen geführt. Verbraucher fragen sich:

"Ist biologisch angebautes Obst und Gemüse gesünder?"

MonikaHermeling, am 16.07.2019
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Bildquelle:
Monika Hermeling (Was sind "Wildpflanzen" und wo verwendet man sie?)
Monika Hermeling (Mit Wildpflanzen eine bessere Ernte?)
©Monika Hermeling (Sind Bärlauch, Salat und Äpfel Lebewesen?)

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