Eine kurze Beschreibung des Buchinhaltes

Der Handlungsort im Buch ist Colonia Claudia Ara Agrippensium, das heutige Köln, im Jahr 58 nach Christus: Eine Serie von Mordfällen, der sogar hohe Würdenträger zum Opfer fallen, erschüttert die damals beschauliche Stadt Köln, am Rhein. Sämtliche Opfer gehören zum römischen Vertrautenkreis der Aggrippina, der Mutter Neros. Sie kämpft im fernen Rom um ihre Machtposition, denn der junge Kaiser Nero entzieht sich zunehmend ihrem Einfluss. Der Stadthalter in Köln, der Tribun Marcus Valerius Aviola, wird nach Rom gerufen und erhält von oberster Stelle den Auftrag, die Mordserie aufzuklären. Zu seinem Leidwesen untersteht er in der Rangordnung, seinem alten Gegenspieler Tullius Torquatus Niger. Das erschwert seine Aufgabe erheblich, weil es nicht nur um die Aufklärung der Mordfälle, sondern auch um den Erhalt der Macht geht. Aviola erkennt, dass der Auftrag tödliche Gefahren birgt.

Warum Rheinländer und Italiener "gut miteinander können"

Der Autor beschreibt, mit viel Liebe zum Detail und Sachverstand, den Alltag im damaligen Köln, weitab vom Wirkungskreis der Gründerin, Agrippina. Der Leser ist ab der ersten Seite im Geschehen gebannt. Wie in einem gut geschriebenen Kriminalroman zittert und bangt er mit dem Helden, überlegt und spekuliert, wer hinter den Mordanschlägen stecken könnte. Das Buch ist spannend, für junge aber auch für lebenserfahrene Leser interessant. Lesern, die einen guten Bezug zu Köln und Italien haben oder herstellen wollen, wird diese Lektüre besonders ans Herz gelegt. Es erklärt, warum auch in heutiger Zeit zwischen den Rheinländern und Italienern eine besonders herzliche und natürliche Kommunikation besteht. Für beide Bevölkerungsgruppen ist die jeweils andere Umgebung quasi seit Urzeiten vertraut, heimisch, unter Umständen sogar verwurzelt. Die Art miteinander, mit Händen und Füßen, zu kommunizieren ist ähnlich. Auch das Bedürfnis den Gesprächspartner liebevoll in die Seite zu stupsen, bestätigend, lebhaft mit dem Kopf zu nicken oder zu schütteln und sofort mit den Gefühlen des anderen überein zu stimmen. Italiener und Rheinländer lieben die Musik, den Tanz, das gute Essen und den Wein und sind dem Leben an sich voll zugeneigt.

Agrippinas Tod. Ein Kriminalroman aus dem römischen Köln (Bild: Amazon)

Ein Buch, das Geschichte spannend vermittelt

Selbst dem, der sich intensiv für die Vergangenheit interessiert, fällt es oft nicht leicht, sich Namen, Daten und Fakten so zu merken, dass sie abrufbar sind. Viele erleichtern sich das Lernen durch Eselsbrücken oder Merksätze. Andere wählen einen nachhaltigeren Weg. Sie versuchen, mittels historischer Romane, die Vergangenheit intensiv nach zu erleben und dadurch zu verstehen. Das vorliegende Buch eignet sich zu dem Zweck gut. Es verbindet Wissen mit Leben. Indem immer mehr von den Darstellern preis gegeben wird, kann schon Gelerntes mit neu erworbenem verwoben und damit zu Eigen gemacht werden. Agrippina ist für diese Zwecke eine geeignete Person. Sie schillert durch ihre Ursprünglichkeit, macht bestürzt. Wer sich je fragte was der Begriff: fremd schämen bedeutet, kann diese Erfahrung beim Lesen von Agrippinas Leben machen. Feinsinnige Leser empfinden ihren und den Aufstieg ihres Sohnes mit. Triumph und ihr anschließender, gewaltsamer Tod, liegen so nahe beieinander, dass die Situation greifbar scheint.
Ein Buch, dass viele Leser gerne, mindestens ein zweites Mal lesen. Es eignet sich für an Geschichte interessierte jüngere Leser, weil es die Vergangenheit gut beschreibt, ohne wollüstig ins Detail zu gehen.

Der Autor Rolf D. Sabel

Rolf D. Sabel, geboren 1949, unterrichtet Latein, Geschichte und Recht an einem Kölner Gymnasium. "Agrippinas Tod" ist nach "Agreppinas Geheimnis" und Senecas Truhe" sein dritter historischer Roman.
Rolf D. Sabel: Aggrippinas Tod, ein Kriminalroman aus dem römischen Köln, Brockhausverlag, 351 Seiten, 15.90 €.

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