Inhalt - "What's new, Pussycat?" - Tom Jones

Pack den Tiger in das Haus!

Schwere Zeiten für die 20-jährige Kelly (Briana Evigan, "Step Up To The Streets"): Nach dem Selbstmord ihrer Mutter muss sie sich ganz alleine um ihren autistischen Bruder Tom (Charlie Tahan, "I am Legend") kümmern. Denn Stiefvater Johnny (Garret Dillahunt) zeigt herzlich wenig Interesse an seinen beiden Stiefkindern und verfolgt einen ganz eigenen Plan. Er möchte eine Touristenattraktion in Form eines Wildgeheges auf dem abgelegenen Grundstück ihres Zuhauses aufbauen!

InhaltVielfach unterschätzte Gefahr des Schlafwandelns: Im Schlaf die nächste Bar aufsuchen und sich betrinken!







Mit den Ersparnissen, die seine verstorbene Frau eigentlich Kelly hinterlassen hatte, damit diese studieren könne, kauft er kurzerhand einen ausgewachsenen Tiger, der unehrenhaft aus dem Zirkus verstoßen wurde, nachdem er sich bei einer Vorstellung danebenbenommen hatte. Kelly ist über Johnnys offensichtlich verrücktes Vorhaben entsetzt und wütend, dass er das Erbe sinnlos verprasste.

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InhaltAus unserer Serie "Berühmte letzte Worte": "Keine Angst, der beißt nicht..."

 

 

 

 

 

 

Ihren Stiefvater kümmern ihre Vorwürfe wenig. Da ein Wirbelsturm im Anzug ist, lässt er die Fenster und Türen des Hauses vernageln und fährt vorgeblich zur nächsten Bar, um sich ein wenig zu amüsieren. Kelly und Tom begeben sich wenig später zu Bett, nichtsahnend, dass Johnny einen perfiden Plan verfolgt. Er lockt den ausgehungerten Tiger ins Haus und verriegelt die Haustür. Als Kelly durch verdächtige Geräusche aus der Küche geweckt wird ahnt sie nicht, welche Schrecken ihr noch bevorstehen.

Ungewöhnlicher Thriller

Kritik zu "Burning Bright"

Origineller Thriller

Wie gehen Regisseure mit dem Problem eines mickrigen Budgets um? Manche muten dem Publikum lächerliche Spezialeffekte und billige Kulissen zu. Andere machen aus der Not eine Tugend und komprimieren den Plot bis zu jenem Punkt, an dem sich die finanziellen Möglichkeiten und das Drehbuch die Waage halten. Carlos Brooks fällt glücklicherweise in letztere Kategorie, wie sein origineller Thriller "Burning Bright - Tödliche Gefahr" eindrucksvoll belegt.

Kritik"Willkommen bei einer neuen Ausgabe von: 'Ossi sucht Frau'!"








Wobei sich der Film einer eindeutigen Genrezugehörigkeit verweigert und vor allem im ersten Drittel der Laufzeit wie ein ernsthaftes Drama erscheint. Natürlich kann man die Krankheit des kleinen Jungen - er leidet an Autismus - als billiges, melodramatisches Klischee abkanzeln. Erstaunlicherweise gewinnt der Streifen dadurch aber an Spannung und Tiefe. Denn Protagonistin Kelly muss sich nicht einfach nur der eigenen Haut erwehren, sondern zudem Verantwortung für ihren hilflosen Bruder übernehmen, der zur tödlichen Gefahr für sie beide wird, indem er beispielsweise urplötzlich zu schreien beginnt oder beim Anblick des Tigers keinerlei Fluchtreflexe ergreift.

CGI-freie Zone

Apropos: Der von insgesamt drei verschiedenen Gattungsexemplaren verkörperte TIger stammt nicht aus dem Computer, was dem Film zusätzliche Authentizität und Schärfe verleiht. SIcher kann man darüber diskutieren, wie realistisch das Szenario ist. Abgesehen vom absurden Mordplan des Stiefvaters (das Motiv hierfür soll der geneigte Leser anhand des Filmes selbst erfahren) ist es natürlich müßig zu streiten, ob ein unbewaffneter Mensch auch nur den Hauch einer Überlebenschance gegen einen hungrigen TIger hätte.

Kritik

Das Letzte, woran sich Brigitte erinnern konnte war, dass ihre Freundin gewettet hatte, sie unter den Tisch saufen zu können.








Trotzdem überzeugt das Thrillerelement vollends: Sobald sich Kelly der tödlichen Gefahr bewusst wird, zieht Regisseur Carlos Brooks das Tempo drastisch an. Höhepunkt der Dramatik ist die Flucht durch einen Wäscheschacht - hinauf, nicht hinunter, während ein Tiger seine Kreise zieht und nur auf seine Chance zum Zuschlagen wartet...

Hervorragende Darsteller

Nebst dem nicht immer ganz logischen, dafür aber enorm spannenden Plot verdienen die Schauspieler lobende Erwähnung für ihre Leistungen. Allen voran Hauptdarstellerin Briana Evigan, die durch "Step Up To The Streets" Bekanntheit erlangte. Sie macht nicht nur deshalb eine gute Figur, weil sie die meiste Zeit über sehr spärlich bekleidet durchs Haus läuft...

Als kongeniale Filmpartner agieren Charlie Tahan ("I am Legend") als autistischer Klotz am Bein sowie der eine Spur zu eindimensional geratene "Bösewicht" Garret Dillahunt

Übrigens basiert der Filmtitel auf William Blakes bekanntem Gedicht "The Tyger".

KritikWenn Shakespeare-Darsteller sich auf Filmsets verirren...










(c) Der Bilder: Amazon bzw. Sony Pictures

Fazit

"Burning Bright - Tödliche Gefahr" erweist sich als angenehme Überraschung. An keiner Stelle erliegt der Film der naheliegenden Versuchung, in puren Splatter auszuarten oder möglichst viele hilflose, halbnackte Frauen hineinzupacken. Sieht man von einigen verzeihbaren Schwächen ab, überzeugt der Streifen und bietet eineinhalb Stunden spannende, dramatische Unterhaltung. Eine erfreuliche Perle im stumpfen Mainstream-Einerlei der letzten Jahre!

Daten & Fakten

Originaltitel: "Burning Bright"

Regie: Carlos Brooks

Produktionsland und -jahr: USA, 2009

Filmlänge: ca. 86 Minuten

Verleih: Sony Pictures Home Entertainment

Deutscher Kinostart: -

FSK: ab 16 Jahren

Offizielle Website: -
Autor seit 10 Jahren
823 Seiten
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