1. "Amityville Horror": Horrorfilm nach wahrer Begebenheit! Oder doch nicht?

Der Film

In dem beschaulichen Städtchen Amityville ereignet sich ein schreckliches Drama. Eiskalt ermordet der junge Ronald DeFeo seine ganze Familie! Jahre später kauft die Familie Lutz das Anwesen und muss schon bald am eigenen Leib spüren, dass in dem unscheinbaren Haus etwas Böses sein Unwesen treibt...

 

Basiert der Horrorfilm "Amityville Horror":auf einer wahren Begebenheit?

Teilweise. Wie in diesem ausführlichen Artikel zum Amityville Horror geschildert wird, stellte sich die sensationelle Geschichte der realen Familie Lutz, wonach sie allerlei unheimliche Phänomene aus dem ehemaligen Haus der DeFeos getrieben habe, als Schwindel heraus. Der tragische HIntergrund des Amityville Horrors ist leider Fakt: 1974 tötete Ronald DeFeo seine Eltern und vier Geschwister, wofür er eine lebenslängliche Haftstrafe verbüßt. 

2. "Cannibal Holocaust": Der Zuschauer als Zeuge realer Verbrechen!

Der Film

Filmteam reist in den Amazonas, um eine Dokumentation über einen bislang noch unbekannten Kannibalenstamm zu drehen. Um ihren Film aufzupeppen, greifen die Amerikaner zu allerlei Grausamkeiten, brennen ein Eingeborenendorf nieder und vergewaltigen eine junge Frau vor laufender Kamera. Doch die Eingeborenen schlagen drastisch zurück, was wiederum von der Kamera aufgezeichnet wird...

 

Basiert der Horrorfilm "Cannibal Holocaust" auf einer wahren Begebenheit?

Nein. Die unverblümte Darstellung von Gewalt brachte Regisseur Ruggero Deodato allerdings von Beginn weg harsche Kritik und sogar eine Gerichtsverhandlung ein, da eine der Szenen fälschlicherweise im Verdacht stand, die reale Pfählung einer Frau zu zeigen. Fast zwanzig Jahre vor "The Blair Witch Project" entwickelte "Cannibal Holocaust" eine gut erfundene Pseudo-Realitätsebene. Deodato betrachtete seinen umstrittenen Horrorfilm als Kritik an gefälschtem oder manipulativem Videomaterial, das in Nachrichtensendungen als real ausgegeben wurde.

3. "Der weiße Hai": Maritime Menschenfresser vor der US-Küste?

Der Film

Ein riesiger weißer Hai verbreitet vor der Küste einer auf den Tourismus angewiesenen Kleinstadt Angst und Schrecken. Immer wieder fallen dem Ungetüm Menschen zum Opfer, bis drei mutige Menschen beschließen, das Tier zu töten. Doch der Hai denkt gar nicht daran, sich so einfach ausschalten zu lassen...

 

Basiert der Horrorfilm "Der weiße Hai" auf einer wahren Begebenheit?

Ja. Peter Benchley, der die Romanvorlage verfasste, wurde von einer blutigen Serie von Haiangriffen vor der Küste New Jerseys zu seinem Bestseller "Jaws" inspiriert. Zwischen dem 1. und dem 12. Juli 1916 wurden vier Menschen bei Haiangriffen getötet und mehrere teils schwer verletzt. Im Unterschied zum Film und zum Roman waren vermutlich mehrere Haie für die Angriffe verantwortlich. Ebenso ungeklärt bleibt die Frage nach der Haiart. Für Steven Spielbergs "Der weiße Hai" wurde ein Exemplar der Gattung Carcharodon carcharias gewählt, da es sich beim weißen Hai mit einer Länge von bis zu acht Metern um den größten Raubfisch der Welt handelt.

4. "Open Water": Beim Tauchgang auf offener See zurückgelassen

Der Film

Ein junges Pärchen verbringt seinen Traumurlaub in der Karibik. Bei einem Tauchausflug geschieht das Unfassbare: Sie werden vom Steuermann des Ausflugbootes schlichtweg vergessen und auf offener See zurückgelassen. Mit den Stunden schwindet die Hoffnung auf Rettung - und die Haie ziehen immer engere Kreise...

 

Basiert der Horrorfilm "Open Water" auf einer wahren Begebenheit?

Ja. 1998 wurde ein US-Ehepaar beim Tauchgang am australischen Great Barrier Reef von Steuermann seines Tauchbootes vergessen. Obwohl Vermutungen angestellt wurden, dass das Ehepaar sein eigenes Verschwinden eingefädelt oder es sich um gemeinsamen Selbstmord oder Mord und Selbstmord gehandelt haben könnte, dürfte es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen tragischen Irrtum mit tödlicher Folge gehandelt haben. 

5. "Texas Chainsaw Massacre": Fine Young Cannibals?

Der Film

Fünf junge Menschen geraten in Texas in die Fänge einer Kannibalenfamilie, die ihnen nach den Leibern trachtet. Insbesondere der hünenhafte, entstellte "Leatherface" dezimiert die jungen Leute mit seiner Motorsäge.

 

Basiert der Horrorfilm "Texas Chainsaw Massacre" auf einer wahren Begebenheit?

Teilweise. Kultregisseur Tobe Hooper griff für die Figur des "Leatherface" auf den realen Fall des Serienkillers Ed Gein zurück, der aus menschlicher Haut diverse Masken fertigte. Die Idee einer ganzen kannibalistisch lebenden Sippschaft geht auf die Legende rund um Sawney Beans Kannibalen-Clan zurück, die wiederum höchstwahrscheinlich auf wahren Fällen von Kannibalismus in Schottland basierte, die aber ausgeschmückt und völlig übertrieben dargestellt wurden.

6. "Der Exorzismus von Emily Rose": Den Teufel im Leibe

Der Film

Der Priester Richard Moore soll fahrlässig den Tod der jungen Studentin Emily Rose verursacht haben, indem er sie einem Exorzismus unterzog. Vor Gericht schildert der Priester den Fall aus seiner Sicht und versucht zu belegen, dass Emily Rose vom Teufel besessen war.

 

Basiert der Horrorfilm "Der Exorzismus von Emily Rose" auf einer wahren Begebenheit?

Teilweise. Obwohl der Horrorfilm "Der Exorzismus von Emily Rose" als auf einer wahren Geschichte basierend vermarktet wurde, ist seine Handlung größtenteils völlig frei erfunden und folgt bekannten Vorbildern wie "Der Exorzist". Marginale Parallelen weist der Streifen mit dem Fall der deutschen Studentin Anneliese Michel auf, die 1976 nach mehreren an ihr vollzogenen Exorzismen starb. Zwei Priester sowie die Eltern von Anneliese Michel wurden daraufhin wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassung vor Gericht gestellt, da sie keine ärztliche Hilfe hinzugezogen hatten und Michel, die zuletzt nur noch 31 kg wog, an Unterernährung starb.

7. "Der Fluch der Betsy Bell": Kling, Hexlein, klingelingeling!

Der Film

Tennessee im Jahre 1818: Eine von vielen Einheimischen als Hexe bezeichnete alte Frau verflucht nach einem Streit John Bells Familie. Zunächst glaubt der mehrfache Vater nicht daran. Doch als seine Tochter Betsy Opfer dämonischer Angriffe wird, setzt der verzweifelte Farmer alles daran, seine Familie zu beschützen. Aber vor einem Fluch gibt es kein Entrinnen...

 

Basiert der Horrorfilm "Der Fluch der Betsy Bell" auf einer wahren Begebenheit?

Nein. Die Produzenten von "Der Fluch der Betsy Bell" betonten zwar, dass der Horrorfilm nach einer wahren Begebenheit gedreht wurde. Doch das lose auf dem 1894 von Martin Van Buren Ingram geschriebenen Buch "An Authenticated History of the Bell Witch of Tennessee" basierende Werk ist reine Fiktion, die mit allerlei unwahren oder nicht belegbaren Behauptungen als "wahr" verkauft werden sollte. Unter anderem wurde der spätere US-Präsident Andrew Jackson als Zeuge von einigen der Vorgängen genannt, was sich als frei erfunden herausstellte.

8. "Die vierte Art": Von Außerirdischen entführt und getötet?

Der Film

Psychologin Dr. Abigail Tyler stößt in der Kleinstadt Nome (Alaska) auf beunruhigende Vorgänge. Hypnosesitzungen bei einigen Patienten scheinen auf systematische Entführungen durch Außerirdische hinzudeuten, was das spurlose Verschwinden vieler Einwohner erklären würde, die offenbar Opfer grausamer Experimente wurden...

 

Basiert der Horrorfilm "Die vierte Art" auf einer wahren Begebenheit?

Nein. Zwar gab es in der tatsächlich existierenden Kleinstadt Nome immer wieder Fälle spurlosen Verschwindens von Einwohnern. Das mit den Untersuchungen betraute FBI konnte aber keinerlei übernatürliche Einwirkungen feststellen und schlussfolgerte plausibel, dass die Verschwundenen in betrunkenem Zustand außer Hauses erfroren. Ähnliche Fälle tragen sich auch in Europa immer wieder zu und bedürfen keiner übernatürlicher Erklärung wie im Horrorfilm "Die vierte Art" vermutet. Hierzu muss auch der extrem hohe Alkoholkonsum in Alaska angeführt werden.

9: "Pakt der Wölfe": Grausame Bestie tötet über 100 Kinder und Frauen

Der Film

Frankreich im 18. Jahrhundert: In der Region Gévaudan herrscht blanke Panik. Dutzende Frauen und Kinder fallen einer unheimlichen Bestie zum Opfer, die sie grausam tötet und verstümmelt. In seiner Verzweiflung bittet der König höchstpersönlich den Naturwissenschaftler Grégoire de Fronsac un Unterstützung bei der Jagd auf das Monstrum. Dieser ist allerdings den herrschenden Vorstellungen von einer übernatürlichen Bestie abgeneigt und erregt mit seinen modernen Methoden und Schlussfolgerungen Misstrauen...

 

Basiert der Horrorfilm "Pakt der Wölfe" auf einer wahren Begebenheit?

Pakt der WölfeJa. Von 1764 bis 1767 trieb die so genannte Bestie vom Gévaudan ihr Unwesen, der etwa 100 Menschen, fast ausschließlich Frauen und Kinder, zum Opfer fielen. Die Mordserie ist durch zeitgenössische Aufzeichnungen hinreichend dokumentiert, um als wahr angesehen werden zu können. Über die Natur der "Bestie" selbst kann bis heute nur spekuliert werden. Am Wahrscheinlichsten dürfte die These sein, wonach es sich nicht um ein einzelnes Tier gehandelt habe, sondern ein Rudel Wölfe, das die Einwohner angriff und sich dabei gezielt die schwächsten Opfer - Frauen und Kinder - herauspickte.

Im Frankreich des 18. Jahrhunderts waren Wölfe noch durchaus verbreitet. Die Bejagung der Wölfe selbst bzw. ihrer Nahrungsgrundlagen könnten  zur Umstellung ihres Verhaltens geführt haben, da Menschen für gewöhnlich nicht ihrem Beuteschema entsprechen. Für diese These spricht auch der Umstand, dass bei Treibjagden mehrere Wölfe getötet wurden und die Mordserie nach der erfolgreichen Tötung eines dritten Wolfes offenbar endete.

Alternative Theorien gehen von einer Hyäne oder einem Rudel Wolf-Hund-Hybriden aus.

10. "Citizen X": Russischer Serienkiller wird freigelassen, weil nicht sein kann, was nicht sein darf

Der Film

Russland in den 1980er Jahren: Gerichtsmediziner Burakow wird mit der Ermittlung von Mordfällen rund um die Stadt Rostow betraut. Rasch wird ihm klar, dass die grausig verstümmelten Leichen die Tat eines Serienkillers sein müssen. Doch mit seiner These zieht er das Missfallen seiner Vorgesetzten auf sich, die ihm erklären, dass es Serienkiller nur im dekadenten Wesen, nicht im kommunistischen Russland geben könne. Obwohl seine Ermittlungen wegen seiner "politisch unkorrekten" Annahme behindert werden, kann der mutmaßliche Mörder gefasst werden, wird aber auf Druck von oben wieder freigelassen - und die Mordserie geht weiter...

 

Basiert der Horrorfilm "Citizen X" auf einer wahren Begebenheit?

Ja. Der Horrorfilm "Citizen X" hält sich sehr eng an die wahren Begebenheiten im russischen Rostow der 1980er Jahre.  Die "Bestie von Rostow", Andrei Tschikatilo, ermordete zwischen 1978 und 1990 mindestens 53 Menschen. Bereits vor seiner endgültigen Festnahme war Tschikatilo zweimal diverser Morde verdächtigt und einmal einem Verhör unterzogen, aber wieder laufen gelassen worden. Erst im Zuge der Glasnost-Politik wurde es den Medien gestattet, über die Morde offen zu berichten und Aufklärungskampagnen zu starten.

Ende 1990 führte die eher zufällige Beobachtung eines Milizbeamten auf die Spur des Serienkillers Tschikatilo, der fortan überwacht und schließlich in einer Blitzaktion verhaftet wurde. Durch die enorme Fülle an Akten und nötigen Ermittlungen, konnte der Prozess erst eineinhalb Jahre später begonnen werden. Tschikatilo wurde vor Gericht in einem Käfig untergebracht - allerdings nicht, weil man einen Ausbruchsversuch seinerseits fürchtete, sondern um ihn vor den Hinterbliebenen seiner Opfer zu schützen. Er wurde zum Tode verurteil und 1994 hingerichtet.

Dokumentation über den Serienkiller Andrei Tschikatilo - Achtung: Diese Dokumentation enthält verstörendes Bildmaterial!
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Autor seit 6 Jahren
836 Seiten
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