Mexikanische Mariachi-Musik die begeistert

Als Schülerin machte sich die hübsche Sängerin mit ihrer außergewöhnlichen Stimme auf sich aufmerksam. Außergewöhnlich in jeder Hinsicht. Nicht nur dass sie jung und talentiert war – der erste Eindruck wenn man ihre piepsige Stimme beim sprechen hörte, war doch eher der, dass keiner glaubte, mit dieser Stimme können man sich ernsthaft ein Gesangsmikrofon in die Hand nehmen. Doch weit gefehlt! Außergewöhnlich war die Stimme schon auch deshalb, weil man glauben konnte, ihre Stimme nehme eine grundlegende Verwandlung vor, sobald sie Mariachi-Musik singen durfte. Aus diesem Gequieke, das zur Synchronisation diverser Disney-Figuren geeignet gewesen wäre, entwickelte sich beim Gesang ein Organ, das Gänsehaut erzeugte und sich vor unzähligen jener hochstilisierten Stars und Sternchen nicht im Geringsten zu verstecken brauchte. Zweifelsohne gehörte Elisa Gastellum zu den größten Talenten, die die Mariachi-Musik je hervorbrachte. Mit ihrem warmen Timbre und der Ausdruckskraft die ihr zueigen war, war es fast unmöglich – egal ob einem Mariachi liegt oder nicht – nicht sofort von ihr gefesselt und fasziniert zu sein. Als Tochter eines Musikers mag ihr Talent in den Genen zu stecken oder ihr zumindest in die Wiege gelegt worden zu sein.

Wer Elisa Gastellum hört, wird es auch kaum für möglich halten, dass es sich bei der sympathischen Schönheit keinesfalls um eine "heißblütige" Spanierin handelt, sondern dass die junge Amerikanerin ihre Texte ohne Spanisch zu reden, lediglich über das Gehör lernte und diese mit einer unglaublichen Überzeugung präsentierte. Und wer dabei nur die Mariachi-Lieder hörte, hätte wohl sofort an eine jener Diven des Genres gedacht, nicht jedoch geglaubt, das hinter der Stimme ein 17 jähriges Mädchen steckte. Es ist auch keinesfalls so, als hätte sie ihr musikalischer Vater, wie das so oft der Fall ist, regelrecht zur Sängerin herangezüchtet oder mit großen Eifer ins Rampenlicht bugsiert (wie hierzulande etwa Jürgen Drews aber auch viele andere). Elisa Gastellum began erst mit 15 Jahren sich an Gesangswettbewerben zu beteiligen oder an diversen Festen zu singen. Doch sehr schnell stellte sich eine Begeisterung beim Publikum ein und so erreichte ihre junge Karriere im Jahre 2005 einen ersten aber zugleich letzten Höhepunkt. Mit Sombrero und geschniegelt in heller traditioneller Kleidung sang sie im Amerikanischen Fernsehen vor 60 Millionen Zuschauern.

Only the good die young - Da jähe Ende von Elisa Gastellum kam Jahrzehnte zu früh

Nur wenige Wochen nach ihrem großen Aufsehen erregenden Auftritt in der amerikanischen Musikshow war die viel versprechende Karriere von Elisa Gastellum zu Ende. Ein schrecklicher Verkehrsunfall auf der Greasewood Road setzte dem Leben der Künstlerin ein Ende. Nahe von Tucson im US-Staat Arizona kam Gastellum mit ihrem Wagen am 24. Februar 2006 von der Fahrbahn ab und kollidierte mit einem entgegenkommenden Fahrzeug, deren Fahrerin den Unfall überlebte, für die Sängerin hingegen kam jede Hilfe zu spät. Mit gerade einmal 18 Jahren ein Tod, der definitiv Jahrzehnte zu früh eintrat.  

Mariachi-Musik - bekannte mexikanische Mariachi-Titel
Viva Mexico-Mariachis

Das Dramatische und für viele nicht Nachvollziehbare dabei war, dass, so berichtete zumindest das örtliche Nachrichtenblatt, in Gastellums Blut ein Alkoholgehalt von 0,8  Promille sowie Spuren von Kokain nachgewiesen wurden. Dies machte insofern nachdenklich, als in Arizona der Alkoholkonsum von Gesetzes wegen erst ab einem Alter von 21 Jahren gestattet ist. Bei ihrer Beerdigung trauerten 1400 Menschen am weißen Sarg der "amerikanischen Mexikanerin".

Das Internet hält Gastellum musikalisch am Leben

Während in früheren Jahrzehnte manch ein aufstrebendes Talent nach seinem frühen Tod in Vergessenheit geriet, eine Ausnahme stellt etwa Budyy Holly dar, lebt Elisa Gastellum heuet auf Videoplattformen wie Youtube weiter. Immer wieder wird hierbei die Verwandlungsfähigkeit ihrer Stimme deutlich – von der Mickey Maus zur Diva. Zwar finden sich auch Beispiele, bei denen sie versucht, sich im modernen Genre des Hip Hop zu beweisen, was allerdings nicht wirklich gelang, doch im Bereich der Mariachi-Musik war sie unschlagbar und dürfte zur Legende werden, mit der sich zahlreiche Fans der mexikanischen Volksmusik identifizieren.

Memorias – ein posthum erschienenes Vermächtnis - Die Familie produzierte eine CD mit 14 hörenswerten Mariachi-Titeln

Die Familie von Elisa Gastellum entschied sich eine CD in Erinnerung an das talentierte Familienmitglied zu produzieren, die den bezeichnenden Titel Memorias trägt. Auf dieser finden sich insgesamt 14, allesamt hörenswerte, Titel. Vertrieben wir sie lediglich über eine Seite im Internet unter der Adresse www.esoelisa.com. Dabei handelt es sich um eine Zusammenstellung von verschiedenen Privataufnahmen und Aufnahen aus Fernsehauftritten, angereichert durch drei Studio-Tracks. Wer nun böswillig denkt, die Familie wolle aus der Tragödie nachträglich Kapital schlagen liegt jedoch (Gott sei Dank) falsch. Der Erlös aus dem Verkauf des Albums kommt einer Stiftung zugute, die es sich zur Aufgabe gemacht hat jungen Gesangstalenten über ein Stipendium bei ihrer Entwicklung zu helfen und zu fördern.

Möge die Erinnerung an Elisa Gastellum damit stets hochgehalten werden!

Autor seit 6 Jahren
363 Seiten
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