Normalerweise heilen Wunden binnen weniger Tage oder Wochen ab. Verletzungen, wie Schnittwunden, Abschürfungen oder Verbrennungen gehören deshalb schnell der Vergangenheit an. Es gibt jedoch Menschen, die sich Jahre oder sogar Jahrzehnte mit schlecht heilenden Wunden herumplagen müssen. Offene Hautstellen am Rücken, am Unterschenkel oder am Fuß heilen bei ihnen sehr schlecht, weil sie vielleicht den Fehler gemacht haben, dies ohne Arzt in den Griff zu bekommen. Manchmal versagen auch Medikamente bei schlecht heilenden Wunden. Meist gibt es aber einen krankhaften Grund für diese Wundheilungsstörung. Es wird geschätzt, dass 3 bis 4 Millionen Deutsche unter schlecht heilenden Wunden leiden.

Skizze: Nanoxyde / wikipedia

Wie kommt es zu chronischen Wunden?

Ursache ist meist eine schlechte Durchblutung, das Gewebe quillt auf, die Haut wird dünner und platzt schon bei kleinsten Berührungen auf. Bei alten Menschen führen meist Bettlägerigkeit und das lange liegen auf der selben Stelle zu einer chronischen Wunde. Die so genannten Druckgeschwüre, auch Dekubitus genannt, entstehen.


Auch ein Flüssigkeitsstau durch Krampfadern oder einer Thrombose kann zu einer Wundheilungsstörung führen. Beim Raucherbein kommt es zu Ablagerungen in den Arterien, die Ursache für offene Stellen am Fuß sind. Besonders Diabetiker leiden unter Verkalkungen die zum Absterben von Nerven im Fuß führen, einer so genannten peripheren Neuropathie. Diese führt zu Empfindungstörungen, so dass die Betroffenen teilweise gar nicht mehr merken, dass sie sich verletzt haben. Die Wunde vergrößert sich immer mehr und wird schließlich zum typischen diabetischen Fuß. Frisches Blut schwemmt normalerweise schädliche Zellen aus der Wunde, das sorgt so für Sauberkeit, da die Durchblutung jedoch verringert ist, führt das Fehlen dieser natürlichen Reinigung für vermehrte Bakterienbildung in der Wundflüssigkeit. Innerhalb von 2-3 Wochen ist die Wunde mit Bakterien überschwemmt, eine Heilung fast unmöglich. Dies kann sogar sehr gefährlich werden, denn je tiefer die Keime in die Blutbahn vordringen, umso größer ist die Gefahr einer Blutvergiftung. Deshalb ist es so wichtig, dass chronische Wunden durch einen Arzt rechtzeitig behandelt werden.

Wie kann man chronische Wunden vermeiden?

Bettlägrige Patienten sollten alle 4 Stunden umgelagert werden, damit keine Druckstellen entstehen. Das Pflegepersonal sollte den Rücken nicht mit zu warmem Wasser abwaschen, um Hautreizungen zu vermeiden. Auch sollten Pflegeprodukte verwendet werden, die verhindern, dass die Haut austrocknet. Vielfach wird der Fehler gemacht, dass der Rücken älterer Menschen mit Franz Branntwein eingerieben wird.

Beim diabetischen Fuß auf keinen Fall eine Eigenbehandlung vornnehmen, die verletzte Haut gehört unbedingt in eine ärztliche Behandlung. Wer unter Diabetes leidet, sollte täglich seine Füße auf kleinste Verletzungen hin untersuchen. Am besten lassen unbewegliche Patienten sich von einer anderen Person untersuchen. Wer alleine lebt, kann beispielsweise einen Spiegel zur besseren Eigeninspektion zu Hilfe nehmen. Wenn Sie feststellen, dass eine Wunde nach zwei Wochen noch nicht abgeheilt ist, muss der Arzt verhärtetes und abgestorbenes Gewebe abtragen, nur so kann sich neues gesundes Gewebe bilden. Es versteht sich von selbst, dass nässende Wunden eine spezielle Behandlung erfordern. Hier muss verhindert werden, dass sich die gefährlich Bakterien einnisten.

Spezielle Behandlungsmethoden bei chronischen Wunden?

 

Es hört sich zwar eklig an, aber eine Madentherapie, bei der speziell für diese Therapie gezogene Maden der Goldfliege gezüchtet, in die Wunde eingebracht werden, die dort abgestorbenes Gewebe abtragen, und durch den abgegebenen Speichel für eine bessere Wundheilung sorgen.

Bild: Goldfliege soebe / wikipedia.de


Bei sehr hoffnungslosen chronischen Wunden kann eine Vakuumtherapie lohnenswert sein. Bei dieser Therapie wird durch ein Spezial Gerät ein Unterdruck erzeugt, dass das Grundwasser absaugt. Die Heilung wird angelehnt.

Bei sehr großen Wunden hilft meist nur eine Transplantation eines Gewebes, welches an einer anderen gesunden Stelle entnommen wurde.

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel keinen fachkundigen Rat eines Arztes ersetzt!

Elli, am 25.01.2012
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