Partyschreck Cloverfield-Monster

CloverfieldYuppie Rob (Michael Stahl-David) wird der Karriere wegen nach Japan übersiedeln. Doch so einfach lassen ihn seine Freunde nicht ziehen und schmeißen eine große Überraschungsparty. Freund Hud (T.J. Miller) wird dazu verdonnert, das Geschehen auf Kamera aufzuzeichnen. Sehr zu dessen Missfallen, würde er doch viel lieber mit den hübschen Frauen flirten. Insbesondere Malena (Lizzy Caplan) hat es dem netten Hud angetan.

 

Die Party wird aber jäh unterbrochen, als das Apartment unter Erdstößen erzittert. Rob, Hud und einige andere hetzen aufs Dach um nachzugucken, was denn geschehen sei. Zu ihrem Entsetzen erleuchten Explosionen den Himmel über New York und ein riesiges Geschoss rollt über die Straßen. Dabei handelt es sich um den Kopf der Freiheitsstatue!

 

Für die jungen Leute ist klar: Ein Terroranschlag hat stattgefunden! Doch schon bald wird klar, dass etwas ganz anderes hinter der Zerstörung steckt. Ein riesiges Monster wütet in der Millionenmetropole. Und es ist nicht allein gekommen: Auf seinem Körper trägt es tausende heimtückischer Spinnenwesen, die sofort damit beginnen, die Stadt zu übernehmen …

Partyschreck Cloverfield-Monster

Trailer "Cloverfield"

Godzillas Verwandter?

Mix aus "Godzilla" und "Blair Witch Project".

Erfolgsproduzent J.J. Abrams schürte 2007 geschickt die Gerüchte um sein neuestes Projekt, was sich als genialer Marketingtrick erwies. Millionen Filmfans rätselten herum, was es mit dem Projektnamen "Cloverfield" auf sich haben könnte und was auf dem ersten Trailer denn tatsächlich zu sehen sei. Anfang 2008 stürmten die Massen die Kinos und bescherten Abrams einen veritablen Blockbuster.

 

Dabei erwies sich das Konzept des Filmes als cleverster Schachzug: "Cloverfield" erweckt den Eindruck einer Mixtur aus "Godzilla" und "Blair Witch Project". Ungewöhnlich genug, um für Aufsehen zu sorgen. Der gesamte Film besteht aus Huds Videoaufnahmen, die freilich meist sehr verwackelt und leicht unscharf erscheinen. Dieser Pseudo-Dokumentarstil erfreut sich nach wie vor größter Beliebtheit und wurde in diesem Monsterfilm auf die Spitze getrieben.

 

Denn anders als in ähnlichen Filmen erhält der Zuschauer jegliche Informationen durch die Bilder sowie die Kommentare. Hintergrundinformationen, Militärberichte oder wissenschaftliche Vermutungen bleiben außen vor, was zu einem zwiespältigen Resultat führt: Einerseits wird dadurch eine sehr realistische Atmosphäre vermittelt, andererseits die Neugierde des Zuschauers nicht befriedigt. Kurzum: Viele Fragen, kaum oder gar keine Antworten.

 

Mitten drin im Geschehen

Seine größten Stärken spielt "Cloverfield" in der Unmittelbarkeit des Geschehens aus. Stets ist der Betrachter mitten drin im Geschehen. In der vielleicht besten Szene des Filmes stolpert Kameramann Hud in ein Gefecht der US-Armee gegen das Monster. In ohrenbetäubender Lautstärke zischen Geschosse an ihm vorbei, beschießen Soldaten das Ungetüm und werden Kampffahrzeuge aufgefahren. Näher kann man bei einem "Monsterfilm" kaum noch mitten im Geschehen sein!

 

Natürlich sind die Handlungen der Protagonisten nicht immer nachvollziehbar, was man schlichtweg hinnehmen muss. Dafür überrascht Regisseur Matt Reeves den Zuschauer einige Male und hält auf diese Weise das Interesse wach. Denn immer dann, wenn "Cloverfield" in allzu seichte Dialoge abzugleiten droht, taucht das Monster auf und sorgt für frische Adrenalinschübe.

 

Eine eher untergeordnete Rolle bei dem Horrorspektakel nehmen die Schauspieler ein, die ihre oft undankbaren Aufgaben bravourös meistern. Im Zentrum des Interesses stehen klarerweise die Spezialeffekte, die hervorragend gut gelungen sind und Appetit auf einen zweiten Teil machen. Dieser war bereits kurz nach dem Kinostart von "Cloverfield" angekündigt, inzwischen aber auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Ob das Geheimnis hinter dem Monster in der Fortsetzung gelüftet werden wird? Man wird sehen …

Daten und Fakten

Originaltitel: Cloverfield

Regie: Matt Reeves

Produktionsland und –jahr: USA, 2007

Filmlänge: 85 Minuten

Kinostart in Deutschland: 31. Jänner 2008

FSK: Ab 12 Jahren

Verleih: Universal

Autor seit 6 Jahren
837 Seiten
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