Corvus Corax

Corvus Corax (Bild: Corvus Corax)

Was gibt es auf Gimlie zu hören?

01 - Die Seherin (Völva)

Gesungen wird das erste Stück von der isländischen Sängerin Arndis Halla, die bereits auf »Sverker« zu hören war. Manchen ist sie vielleicht als »Voice of APASSIONATA« ein Begriff.

02 - Gimlie

Gimlé, auch Gimli, ist das Paradies der nordischen Mythologie. Jener Ort, wo die Überlebenden des Ragnarök hinkommen, gilt als der schönste auf Erden, gar herrlicher als die Sonne. Corvus Corax haben daraus ein musikalisch vollauf Party-taugliches Stück geschaffen.

03 - Unicornis

Castus entdeckte auf seiner Suche nach Fabelwesen das Buch »Der Gallische Krieg« (Commentarii de Bello Gallico), von Julius Cäsar. In dem schrieb der römische Feldherr von den Einhörnern in den germanischen Wäldern. Davon inspiriert, entstand eine Geschichte in lateinischer Sprache, wie ein Rabe von jenen Fabeltieren und ihrer Erscheinung singt.

Auf Gimlie befinden sich auch zwei Trilogien. Die erste behandelt eine keltische Geschichte über die mythologische Heldin Derdriu, der damals schönsten Frau der Welt. Die folgenden drei Lieder sind in gälischer Sprache gesungen.

04 - Der Schrei

Sich noch im Mutterleib befindend, stößt Derdriu ob des ihr bevorstehenden Schicksals einen lauten Schrei aus. Mit diesem beginnt auch das Stück, das anschließend mit eher fröhlichen Flötentönen fortsetzt. Die irische Querflöte wird von Diarmuid Johnson gespielt, Wanderwissenschaftler und Keltologen aus Irland, der Castus nebenbei auch bei der Aussprache der keltischen Sprachen behilflich war.

05 - Königinnen werden ihr neiden

Besorgt wendet sich die Mutter im zweiten Teil an den Druiden Cathbad. Dieser prophezeit ihr, dass ihr ungeborenes Kind eine unbeschreibliche Schönheit sein wird, mit unüblich schneeweißen, im wahrsten Sinne blendenden Zähnen. Ihre makellose Gestalt wird den Neid der anderen Königinnen hervorrufen und Unheil über das Land bringen.

06 - Derdriu

Im dritten Teil wird klar, was dies bedeutet. Allein durch ihre Schönheit bringt Derdriu mächtige Herrscher, furchtlose Krieger und allerlei eifersüchtige Konkurrentinnen gefährlich um den Verstand, sodass Kriege ihretwegen geführt werden.

Hierzu wurde ein durch Crowdfounding finanziertes Video gedreht. Die dort zu sehende schöne Derdiu ist den Spielmännern auf dem Wacken begegnet.

Video "Derdriu" von Corvus Corax

Direkt im Anschluss geht es mit der zweiten Trilogie weiter. Diese widmet sich dem epischen Heldengedicht Beowulf. Eine Geschichte, die von Angelsachsen im sechsten Jahrhundert als Wikingergeschichte in altenglisch niedergeschrieben und schon mehrmals verfilmt wurde.

Für die richtige Aussprache der Original-Textpassagen, hat sich Castus die Hilfe zweier Spezialisten gesucht. Astrid Schröder, Dozentin für Alt- und Mittelenglisch an der Uni Bonn, coachte ihn in ihrem Fachgebiet, während Anke Thot dies für das Altsächsische tat.

Hier gibt es ferner die beiden russischen Sängerinnen Katharina Kontorovich und Anastasia Kulaga zu hören.

07 - Grendel

Der erste Teil handelt von jenem schrecklichen Monster, das im Moor nahe der Methalle Herorot des dänischen Königs Hrohgar lebt, welche es wiederholt heimsucht und 30 Leute auf grausame Weise umbringt.

08 - Béowulf is mín nama

Der Mittelteil des Beowulf-Zyklus stellt den Helden in den Vordergrund, der mitsamt 14 Kampfgefährten dem Dänenkönig Hrothgar zur Hilfe kommt. Mit bloßen Händen möchte er das Monster bezwingen.

09 - Sigeléasne sang

Das Klagelied des unterlegenen Grendel zeugt vom Gelingen dieses Abenteuers und beschreibt den Triumph des Helden Beowulf.

10 - Intro Crenaid brain
11 - Crenaid brain

Weiter geht es mit einem Rabenfestmahl. Diese Geschichte erzählt von Raben, die sich nach einer blutigen Schlacht ausgiebig am Fleisch der toten Krieger laben. Das Lied liegt einem alten gälischen Text zugrunde, den die Spielleute von einem Freund bekamen.

Als Melodie wurde ein traditioneller irischer Tanz gewählt, den Castus und Wim bereits vor der Gründung von Corvus Corax gespielt haben.

Hier gibt es obendrein ein Wiederhören mit Tippel, dem ehemaligen Haustier der Band. Zwar krächzt das Rabenmädchen schon lang nicht mehr, doch hatten die Könige der Spielleute noch Aufnahmen ihrer geheimnisvollen schwarzen Schönheit in ihrer Soundbibliothek.

12 - Krummavísur

Das isländische Lied widmet sich ebenfalls den gefiederten Namensgebern der Berliner Spielleute. Es handelt von einem Raben, der hungrig im kalten Winter über das Land fliegt. Zunächst kann er nichts Essbares finden. Doch schließlich entdeckt er den Kadaver eines Widders und ruft all seine Kollegen zusammen, mit denen er gemeinsam ein Festmahl feiert.

Gesungen wird es von Arndis Haller Asgeirdottir. Da es Castus unmöglich ist, auch nur in die Nähe ihrer Stimme zu kommen, wird es Krummavísur nur live geben, wenn die isländische Sängerin zugegen ist.

13 - Twilight of the Thunder God

Nach all den Ausflügen in Geschichte, Sagen und Mythen, gibt es zum Schluss ein besonders historisches Stück. Denn noch nie zuvor hatte Corvus Corax eine Coverversion aufgenommen. Ein Zusammentreffen bei einem Konzert auf dem Wäscherschloss mit Castus und Johan Hegg, dem Sänger von Amon Amarth und reichlich Met, führte letztendlich zu der Idee, künftig mal etwas zusammen zu machen.

Der erste Schritt dahin gehend ist getan. Die Könige der Spielleut coverten den Titeltrack vom 2008er Album der schwedischen Death Metal-Pioniere, »Twilight Of The Thunder God«.
Bühnenpremiere des Stücks war in Wacken 2013.

"Twilight Of The Thunder God" von Corvus Corax - Wacken 2013

Gastmusiker auf "Gimlie"

Diarmuid Johnson (Irland): Querflöte
Robert Beckmann (Deutschland) von The Inchtabokatables: Fiedel
Brandan (Deutschland) von Cultus Ferox: Dudelsack
Mario Komeck (Deutschland) von Cultus Ferox: Davul
Arndis Haller Asgeirsdottir (Island) bekannt aus Apassionata: Gesang
Jennifer Evans-van der Harten (Holland) von Omnia: Harfe
Lutz Jahr "Lutzelot" (Deutschland): Drehleier & Obertongesang
Dr. Wolfram Sauter (Deutschland): Querflöte
Katharina Kontorovich (Russland): Gesang
Anastasia Kulaga (Russland): Gesang
und das Rabenmädchen "Tippel", ehm. Haustier der Band

Hohe Ansprüche an die Originalnähe

Corvus Corax haben seit über 20 Jahren an sich selbst den Anspruch möglichst nahe am Original zu sein. Aufgrund dessen verbringen die Musiker viel Zeit in Bibliotheken und Archiven, um dort für ihre Musik und Texte zu recherchieren. Für Gimlie trafen sich mit mehreren Sprachforschern und Wissenschaftlern, um die korrekte Aussprache und Betonung der jeweiligen Sprachen - Alt- und Mittelenglisch, Latein, keltisch und altsächsisch – zu erlernen.

Außerdem hat Castus ausgedehnte Bildungsreisen auf sich genommen. Unter anderem auch nach Island, um von der isländischen Sängerin, Arndis Haller Asgeirsdottir, in Altisländisch und Altnordisch coachen zu lassen. Nebenbei hat er auch viel über das Land, über Elfen und Trolle lernen können.

Coaches für die korrekte Aussprache:
Astrid Schröder: Dozentin für Alt- und Mittelenglisch
Diarmuid Johnson: Dozent, ausgezeichneter Keltologe und Wanderwissenschaftler zur
Rettung der Keltischen Sprache
Anke Thot: Spezialistin für Altsächsisch
Arndis Haller Asgeirsdottir: Spezia Ustin für Altnordisch und Altisländisch

"GIMLIE – Das goldene Zeitalter" – die Tour zum neuen Album

Wer jetzt Lust auf eine musikalische Zeitreise bekommen hat, kann die Könige der Spielleute noch in diesem Jahr live erleben:

27.11.13 Nürnberg Hirsch
28.11.13 Köln Essigfabrik
29.11.13 Illingen X-Mas Hexentanz
30.11.13 Wien Szene
10.12.13 Freiburg Jazzhaus
11.12.13 Zürich X-TRA
12.12.13 Würzburg Posthalle
13.12.13 Memmingen Kaminwerk
14.12.13 Annaberg-Buchholz Alte Brauerei
20.12.13 Berlin Passionskirche
21.12.13 Berlin Passionskirche
27.12.13 München Ampere
28.12.13 Ebersbach OKV
29.12.13 Osnabrück Lagerhalle
30.12.13 Braunschweig Meier Music Hall

Wer sind Die "Könige der Spielleute"?

Corvus Corax haben eine bewegte Geschichte. Gegründet wurde sie 1989 von Wim und Castus als Duo während der Flucht aus der ehemaligen DDR. Schnell war für die beiden klar, dass daraus mehr werden sollte.

Heute orientieren sich sowohl unzählige etablierte wie auch jüngere Gruppen der Szene an dem Bild von den Spielleuten längst vergangener Zeiten, das die Spielmänner aus Berlin geschaffen haben.

Eintönigkeit und Stillstand sind Corvus Corax allerdings ein Dorn im Auge. So ist es nicht verwunderlich, dass sie ihr Instrumentarium stets erweitern und erneuern. Dadurch entstand unter anderem auch die größte Drehleier der Welt - Organistrum genannt.

Ungewöhnliche, aber erfolgreiche Wege gingen die Spielleute mit ihrem Mammutprojekt Cantus Buranus. Dazu komponierten sie aus ihren mittelalterlichen Melodien klassische Musik, um schließlich beides miteinander zu verbinden.

Das Debutalbum »Gassenhauer«, von Berlinski Beat, ein weiteres Projekt von Corvus Corax, erschien im August 2012.

Der bereits erwähnte eigene Anspruch möglichst nahe am Original zu sein sowie die unermüdliche Suche nach frischen Quellen für ihre Musik führte die Band bis nach Indien und China. Im Kern jedoch finden sich die Einflüsse hauptsächlich in Mittel- und Westeuropa, zwischen Frankreich und dem Balkan.

2011 schlugen Corvus Corax mit dem Album »Sverker« eine neue Richtung ein, durch die sie den alten Völkern der Wikinger und Kelten näher kamen. Mit »Gimlie« wird diese Reise nun fortgesetzt.

(Bild: Corvus Corax)

Die Bandmitglieder:

Wim ist Gründungsmitglied und somit seit 1989 dabei. Als Instrumentenbauer der Band hat er alle Dudelsäcke und Schalmeien, sowie das Organistrum (die größte Drehleier der Welt) und das Schlagbordun gebaut. Natürlich baut er nicht nur Instrumente, sondern spielt sie auch Dudelsack, Schalmei, Zink, Organistrum, Trumscheit, Busine. Zudem ist er einer der Komponisten des Cantus Buranus. 

Castus alias Karsten Liehm ist ebenfalls ein Gründungsmitglied und zudem einer der Komponisten des Cantus Buranus von Corvus Corax. Wie im Artikel bereits mehrfach verraten, ist er der Sänger. Als Spielmann belässt er selbstverständlich nicht beim Gesang und spielt zudem Dudelsack, Schalmei, Cister, Trumscheit, Busine.

Hatz ist seit 1997 dabei und seit dem nicht mehr von Trommeln und Percussion wegzudenken. Zudem bringt er sich auch gesanglich mit ein.

Nori aka Harmann der Drescher gehört seit 2000 zu Corvus Corax. Wie sein Name bereits vermuten lässt, ist auch er Herr über Trommeln und Percussion sowie Gordon. Auch er ist einer der Komponisten des Cantus Buranus.

PanPeter ist seit 2009 Mitglied bei den Königen der Spielleute und spielt Dudelsack und Schalmei.

Vit spielt die gleichen Instrumente, allerdings erst seit 2010.

Steve ist mit seinen Drums und Perkussion seit 2011 eine schlagkräftige Unterstützung für Nori und Hatz.

Donnaya, am 13.11.2013
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Bildquelle:
Donnaya (Gothic, Mittelalter, Dark Metal - Musik außerhalb des Mainstreams)
Peter Hamann ("The Discords" rocken das Haus in Fiefbergen)

Autor seit 3 Jahren
15 Seiten
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