Dirndl zu allen Gelegenheiten

Ein so genanntes Dirndl ist ein wundervolles Kleidungsstück, weiblich, steht Frauen allen Alters, kann besonders im Alpenraum zu vielen Gelegenheiten vom Kirchgang bis zum abendlichen Empfang und bei Hochzeiten getragen werden, denn damit ist man immer richtig angezogen.

Und achten Sie mal darauf: Im Dirndl geht oder gar schlurft man nicht daher, man schreitet als Trägerin eines solchen Gewandes mit hoch erhobenem Kopf durch die Reihen der beeindruckten Mannsbilder!Silberhochzeitsdirndl

 

 

 

 

 

Rechts: ein Brokatdirndl mit Jäckchen, festlicher Aufzug zur Silberhochzeit hier

Foto: Hilia Marija Höpker

 

Zwei Dirndl im Dirndl

Links ein aufwendigeres DIrndl aus Leinen, rechts ein so genanntes Wiener Waschermadl-Dirndl (Bild: Reinhard Hefele)

Die wichtigsten Eigenschaften eines echten Dirndl

  • Der Rock besitzt nahezu vier Meter Weite um die Hüfte, bei fülligen Figuren gerne etwas weniger, aber mindestens 2,40 Meter Weite.
  • Regeln für das Muster: Gemusterter Stoff (Baumwolle), meist Blumenranken, für das Kleid, aber Schürze dann unbedingt einfarbig. Zur Zeit wird das Mieder gerne einfarbig genommen, meist in schwarz, dunkelblau oder dunkelgrün, in Österreich längst die gängige Mode.
  • Das Mieder liegt hauteng an, wird nur mit Knöpfen im Ein-Zentimeter-Abstand geschlossen. Reißverschlüsse sind verpönt!

  • Die Tiefe des Ausschnittes hängt auch vom Dekolleté der Trägerin ab, es sollte erotisch aber nicht obszön sein, also schon zeigen, dass die Trägerin "Holz vor der Hütt'n" hat. Wer von Natur aus nicht mit einer entsprechenden Oberweite gesegnet ist, dem hilft der eigens dafür zu erwerbende Dirndl-BH, der offen und bildlich beschrieben von hinten und seitwärts einiges zusammen packt und nach vorne und oben zusammen schiebt.
  • Es enthält eine Schürze, denn es war in früheren Jahrhunderten die Arbeitskleidung der Mägde, der Dirnen also, auf dem Feld. Wenn möglich, greift die Schürze die Farbe des eingewebten Musters des Hauptkleides auf, darf aber auch gerne in totalem Farbkontrast stehen. Prakischerweise erwirbt oder lässt frau es nähen mit einer zweiten Schürze zum Wechseln. Immer aber weist sie ein langes Band zum Binden der Schleife auf. Immer mehr sieht man auch eine Rohseidenschürze oder Brokatschürze zum Baumwoll-Dirndl oder gleich ein Brokatdirndl. Das darf es auch zu einem Empfang am Abend sein.

  • Stilecht ist das Dirndl mit weißer Bluse, die unter dem Busen endet, was man unter dem Mieder nicht sieht.

So sieht ein Dirndl aus

Selbst genähtes Winter-Dirndl mit Charivari an der Schürze (Bild: Gabriele Hefele)

Das richtige Zubehör

Nahezu unabdingbar zur Vervollständigung des Outfits ist die sogenannte Kropf-Kette mit einer auffallenden Schließe am Kehlkopf. Es muss nicht immer Edelmetall am Hals sein, hübsch ist auch eng anliegender Halsschmuck aus Stoff mit typischen Mustern wie Herzen, kleinen Enten und Quasten daran (siehe Foto unten). Kann man auch schnell selbst nähen aus Vorhangbordüren zum Beispiel.

Kropfbandl

Ein Charivari, der vorne an der Schürze eingesteckt wird, kann, muss aber nicht sein. Dabei handelt es sich um ein Schmuckstück, das ähnlich wie die Bettel-Armbänder aus einer Sammlung alter Münzen, Bergkristall-Stücken, Schlüssel und so weiter bestehen kann.

Gern werden kleine Filzhüte zur Tracht getragen, auch mit Federschmuck. Ansonsten aber machen sich auch mitteldicke Haarreifen in Flechtoptik gut.
 Eine schöne Ergänzung für kühlere Abende ist ein Fransen-Tuch möglichst in der Farbe der Schürze, das zum Dreieck gefaltet über die Schultern gelegt und seitlich ins Mieder gestopft wird.

Die Schuhe zum Dirndl sind keine High Heels, sondern flach als Ballerinas oder mit halbhohem Blockabsatz. Heute dürfen es auch Westernstiefel sein bei schlechterm Wetter.

Arlequina, am 02.10.2016
0 Kommentare Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.


Autor seit 5 Jahren
206 Seiten
Laden ...
Fehler!