Offiziere der Südstaaten (Bild: Cornell University Library)

Die Nordstaaten-Flotte blockierte fast alle Häfen des Südens

Nach mehreren kleinen Gefechten errangen die Südstaaten bei einer zweiten Schlacht am Bull Run (30. August 1862) wieder einen Sieg. Am 13. Dezember erlitt der Norden eine weitere katastrophale Niederlage bei Fredricksburg. Dort hatten sich die Südstaatler in uneinnehmbaren Stellungen verschanzt. Trotzdem schickte der Nordstaaten-General McClellan ein Regiment nach dem anderen zum Angriff. Alle wurden abgeschlachtet. Aber diese Erfolge konnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Süden diesen Krieg letztendlich verlieren würde. Je länger er nämlich dauerte, um so mehr machte sich die industrielle Übermacht der Nordstaaten bemerkbar.

Zudem hatte die Nordstaaten-Flotte fast alle Häfen des Südens blockiert und New Orleans eingenommen. Die Südstaaten hatten jedoch noch einen Vorteil. Westeuropa wollte nämlich nicht auf Tabak und Baumwolle verzichten. Vor allem England drohte mit Maßnahmen, wenn der Norden weiterhin seine Handelsschiffe abfangen würde. Aber den Nordstaaten-Diplomaten gelang es immer wieder, die Engländer zu beschwichtigen. Die Blockade wurde aufrechterhalten, ohne dass es zu einem Bruch zwischen England und den Nordstaaten kam. Natürlich gelang es einzelnen Handelsschiffen durch die Linien der Nordstaaten-Blockade zu fahren, doch meistens wurden sie anschließend gekapert und versenkt.

Nach der Schlacht von Appomattox endete der Bürgerkrieg

Nachdem eine Nordstaaten-Flotte schließlich auf dem Mississippi bis zur Handelsstadt Baton Rouge vorgedrungen war, wurde der Nachschub aus Europa immer knapper. Während im Norden die Rüstungs-Industrie auf Hochtouren lief, hatte der Süden weniger Waffen, Munition und Bekleidung zur Verfügung. Letztendlich war es auch ein kleines Nachschubproblem, das zur größten und verlustreichsten Schlacht des ganzen Bürgerkriegs führte. Am 30. Juni 1863 traf ein Versorgungstrupp der Südstaatler, der in der Stadt Gettysburg Schuhe besorgen sollte, auf eine Kavallerie-Einheit der Nordstaatler. Aus einer kleinen Auseinandersetzung wurde eine gigantische Schlacht.

Drei Tage lang, vom 1. bis zum 3. Juli stürmten 75.000 Südstaaten-Soldaten unter General Robert Edward Lee gegen die stark befestigten Stellungen von 83.000 Nordstaatlern unter General Meade an. Sämtliche Angriffe wurden abgewehrt. Die Südstaatler mussten sich schließlich zurückziehen. Gleichzeitig war diese Niederlage der Wendepunkt des Krieges. Aber es sollte noch zwei Jahre dauern, bis die Südstaaten endgültig besiegt wurden. Am 9. April 1865 war es schließlich soweit. Nach der Schlacht bei Appomattox kapitulierte General Lee vor dem Oberbefehlshaber der Nordstaaten-Armee, General Ulysses Simpson Grant. Noch im gleichen Jahr ließ Präsident Lincoln durch einen Zusatz in der Verfassung die Sklaverei in den Vereinigten Staaten verbieten.

BerndT, am 24.10.2013
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Bildquelle:
The National Archives UK (Sklavenhandel in Amerika)
U. S. Army Corps of Engineers (Jesse James - Der berüchtigste Bandenführer des Westens)

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