Was haben die Weisen überhaupt gesehen?

Zunächst soll der Frage nachgegangen werden, was die Weisen beim Blick zum Himmel überhaupt gesehen haben. - Die Weisen waren übrigens Sterndeuter, also frühe Astrologen und keine Könige, wie eine fehlerhafte Bibelübersetzung nahegelegt hat, so dass wir auch am 6. Januar fälschlicherweise der Anbetung Jesu durch "heilige drei Könige" gedenken. - Und zwar war den Angaben der Bibel zufolge der "Stern von Bethlehem" nicht nur in Israel selbst, sondern auch in Babylon, der Heimat der drei Weisen, sichtbar. Zweitens war das Ereignis offenbar sowohl auffällig als auch selten genug, um den erfahrenen babylonischen Sterndeutern als etwas Besonderes zu erscheinen. Drittens muss die Lichterscheinung länger zu sehen gewesen sein, da die drei Weisen sie sowohl bei ihrem Aufbruch in Babylon als auch bei ihrer Ankunft in Bethlehem beobachteten. Viertens wird berichtet, dass ihnen der Stern vorausging und genau über der Stelle, wo das Kind war, stehenblieb.

Hypothesen aus der Astronomie

Von Astronomen stammt die Vorstellung, dass es sich beim Weihnachtsstern um einen Kometen, eine Supernova oder um eine Planeten-Konjunktion gehandelt haben könnte. Bei diesen Erklärungsversuchen muss man jedoch zunächst in Erfahrung bringen, in welchem Jahr Jesus wirklich geboren wurde. Dann muss geprüft werden, ob es zu diesem Zeitpunkt eines der in Frage kommenden kosmischen Ereignisse gegeben hat.

Hinsichtlich des genauen Zeitpunkts von Jesu Geburt herrscht inzwischen unter Historikern Konsens, dass Jesus nicht im Jahre "Null" geboren wurde, sondern zwischen sieben und vier Jahren vor unserer Zeitrechnung. Damit aber ist die Hypothese, dass der Weihnachtsstern ein Komet war, widerlegt, denn ein solches Himmelsereignis – der "Besuch" des regelmäßig wiederkehrende Halleyschen Kometen – hatte bereits im Jahre 12 vor unserer Zeit stattgefunden und damit einige Jahre vor dem wahrscheinlichsten Geburtstermin. Außerdem wäre ein Komet nicht an einer bestimmten Stelle stehengeblieben, hätte also nicht einen exakten Ort markiert. Obwohl also der Weihnachtsstern höchstwahrscheinlich kein Komet war, wird er auf vielen Bildern als Komet mit langem Schweif dargestellt.

War der Weihnachtsstern eine Supernova, die Explosion eines Sterns? Dafür scheint Einiges zu sprechen, denn eine Supernova setzt riesige Mengen Licht frei und leuchtet deshalb sehr viel heller als die Sterne in ihrer Umgebung. Ferner ist das Leuchten der Supernova plötzlich am Himmel zu sehen. Gegen die These von der Supernova spricht, dass es keine entsprechenden Aufzeichnungen der Sternenforscher des Altertums gibt und man bisher auch keine Überreste einer Sternenexplosion registriert hat, die zum fraglichen Zeitpunkt passen.

Inzwischen glauben viele Astronomen, dass eine von drei Planeten-Konjunktionen, die im fraglichen Zeitraum beobachtet werden konnten, für das Erscheinen des Sterns von Bethlehem verantwortlich war. Die eine war eine Konjunktion der Planeten Jupiter und Saturn im Jahr sieben vor Christus, bei der sich die beiden Planeten nicht nur einmal, sondern dreimal kurz hintereinander sehr nahe kamen. Die beiden anderen Konjunktionen waren die von Jupiter und Mond sowie von Jupiter und Venus. Hinsichtlich dieser drei Konjunktionen ist jedoch unter Experten strittig, ob die daran beteiligten Planeten wirklich für einen Beobachter zu einem hellen Lichtpunkt verschmolzen oder immer noch als zwei getrennte Objekte am Himmel zu sehen waren. Müsste man Letzteres annehmen, würde auch dieser Erklärungsansatz an Überzeugungskraft verlieren. Es gibt also scheinbar keine wirklich stichhaltige astrologische Erklärung für das Erscheinen des Weihnachtssterns.

Theologische Erklärungsversuche

Von Seiten der Theologie wird die Frage aufgeworfen, ob der Stern von Bethlehem überhaupt einen realen Hintergrund hat oder ob es sich dabei nicht lediglich um ein symbolisches Motiv handelt. Eine solche Einschätzung wird durch eine Weissagung im vierten Buch Mose nahegelegt, wo es heißt: "Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen und ein Zepter aus Israel aufkommen über die Ankunft des Messias als Retter Israels." In dieser Sichtweise hätte also der Evangelist Matthäus den Stern von Bethlehem als Symbol für den wahren Retter Israels verwendet und nicht als Beschreibung eines Naturphänomens.

Einer anderen theologischen Meinung zufolge könnte es den Weihnachtsstern tatsächlich gegeben haben, aber es habe sich dabei nicht um ein natürliches Licht gehandelt, sondern um ein zeitlich begrenztes und übernatürliches, ein göttliches, Licht. Gott habe oft spezielle Himmelslichter benutzt, um sein Volk zu führen. Ein wichtiges Beispiel dafür sei auch das Licht, das über dem Apostel Paulus (Apostelgeschichte 9,3) leuchtete.

War der Weihnachtsstern ein Laserpointer?

Wie gezeigt, sind die bisherigen astronomischen Erklärungen für das Erscheinen des Weihnachtssterns unbefriedigend, und auch die theologischen Hypothesen sind meiner Meinung nach nicht überzeugend, weil sie sich ins Unbestimmte, ins Nebulöse flüchten. Insgesamt legen diese Erklärungsversuche die Schlussfolgerung nahe, dass es den Weihnachtsstern als reales Ereignis gar nicht gegeben hat und dass wir demnach zu Weihnachten einer Illusion nachjagen. Als Alternative bliebe noch die Vorstellung, dass das Erscheinen des Weihnachtssterns eben eines der vielen Wunder war, über die in der Bibel berichtet wird, und damit ein Geschehen, für das es keine reale Erklärung gibt.

Ich möchte bei diesem unbefriedigenden Erkenntnisstand nicht stehenbleiben und eine andere Überlegung ins Spiel bringen. Und zwar hat es meiner Meinung nach den Stern von Bethlehem wirklich gegeben. Aber er war kein natürliches Licht, sondern ein Licht, das künstlich erzeugt worden ist. Denn kein natürliches Licht kann den Weg zu einem einzelnen Haus zeigen, sondern nur künstliches Licht. Und am wahrscheinlichsten ist es, dass es sich bei diesem künstlichen Licht um Laserlicht gehandelt hat, genauer: um einen Laserpointer.

Laserpointer sind ja optische Zeigestäbe, die gerne und häufig bei jeder Art von Präsentation verwendet werden. Und kann das Zeigen des Weges zum Stall von Bethlehem über Ländergrenzen hinweg mittels eines gleißendes Lichts, das wie ein Stern erschien, nicht am besten als eine Präsentation für die drei Weisen beschrieben werden? Allerdings muss es sich dabei um einen Laserpointer gehandelt haben, der wesentlich heller gestrahlt hat als die, die normalerweise zum Einsatz kommen, und er muss eine zentrale Lichtquelle gewesen sein, wie es bei einer Sonne der Fall ist. Und tatsächlich haben Wissenschaftler bereits mit Hilfe von Laserstrahlen Lichtquellen erzeugt, die wie Sonnen leuchten, wobei der "Rekordhalter" unter diesen künstlichen Sternen eine Milliarde Mal heller leuchtet als unsere Sonne. Mit dieser Leuchtkraft ist diese künstliche Sonne so hell wie Hunderttausende, wenn nicht Millionen von herkömmlichen Laserpointern.

Konsequenzen für das Bild von Gott

Die Behauptung, dass der Weihnachtsstern ein gigantischer Laserpointer war, schließt meines Erachtens die Vorstellung nicht aus, dass Gott der Urheber des Weihnachtssterns war. Danach hätte sich also Gott des Laserlichts bedient, um den Weihnachtsstern "an den Himmel zu zaubern". Das Gleiche gilt wahrscheinlich auch für die anderen Lichterscheinungen, über die in der Bibel berichtet wird. Man könnte in diesem Zusammenhang auch argumentieren: Wenn schon "irdische Wissenschaftler" inzwischen so virtuos mit dem Laserlicht umgehen können, dann sollte erst recht Gott über diese Fähigkeit verfügen.

Solche Überlegungen sind sicherlich nicht vereinbar mit dem traditionellen Gottesbild – das räume ich gerne ein. Aber die Vorstellung von Gott als Anwender von Laserlicht entspricht durchaus dem veränderten Gottesbild, das – wie ich bereits in anderen Beiträgen gezeigt habe (S. Seitenleiste) - von immer mehr gläubigen Naturwissenschaftlern vertreten wird. So sind zum einen viele Astronomen aufgrund ihrer Einblicke in das Funktionieren des Universums inzwischen davon überzeugt, dass dieses durch einen geplanten Schöpfungsakt entstanden ist, und zum anderen zeigt heute die Quantenphysik, durch welche physikalischen Vorgänge die Phänomene zustande gekommen sein könnten, die in der Bibel als Wunder beschrieben werden.

Und zwar handelt es sich dabei um eine konkrete Anwendung physikalischer Erkenntnisse, von denen die "irdischen Anwender" noch weit entfernt ist. Jedenfalls verfestigt sich aufgrund solcher Einsichten bei immer mehr Wissenschaftlern der Eindruck, dass es sich bei Gott um einen genialen Schöpfer, um eine überragende Intelligenz, handelt. Der Erkenntnisfortschritt in Astronomie und Physik könnte deshalb auch so gedeutet werden, dass sich Gott von den Menschen "immer mehr in die Karten schauen lässt", dass er sich folglich die Menschen nicht als unselbständige, unmündige Wesen wünscht, sondern als Partner. Dass Gott die Nähe des Menschen sucht, ist ja auch die Botschaft des Weihnachtsfestes: Im Stall von Bethlehem hat sich Gott in Gestalt seines Sohnes ganz klein gemacht und ist als Mensch zur Welt gekommen.

 

 

 

Schlusswort

Meine Argumentation in diesem Text ist sicherlich nicht vereinbar mit dem traditionellen Gottesbild. Aber vielleicht hat das Christentum in der modernen, säkularisierten Welt nur noch dann eine Chance, mit seinen Botschaften Gehör zu finden und dem zunehmenden Atheismus etwas entgegenzusetzen, wenn es Gott nicht mehr als eine eigentlich nicht zu begreifende, unerklärliche, nicht fassbare "Wesenheit" beschreibt, sondern als den konkreten, genialen Schöpfer aller Dinge. Denn einem solchen göttlichen Universalgenie wird der moderne, aufgeklärte Mensch eher die Ehrfurcht entgegenbringen, die das Christentum gegenüber Gott einfordert.

Quellennachweis:

https://www.wissen.de/der-stern-von-bethlehem-was-war-es-wirklich/page/0/1

https://www.evangelisch.de/inhalte/147917/21-12-2017/weihnachtsstern-von-bethlehem-kein-komet

https://www.weltderphysik.de/thema/hinter-den-dingen/stern-von-bethlehem/

https://www.planet-wissen.de/natur/weltall/kometen/pwiedersternvonbethlehemeinungeloestesraetsel100.html

https://christiananswers.net/german/q-eden/edn-c018g.html

https://www.galileo.tv/science/wissenschaftler-erzeugten-das-staerkste-licht-der-welt-und-es-ist-eine-milliarde-mal-heller-als-die-sonne/

Bildnachweis:

Alle Bilder: pixabay.com

Autor seit 5 Jahren
128 Seiten
Laden ...
Fehler!