Legenden um das "lila Wunder des Nordens"

Woher kommen die über vier Millionen Krokusse? Um den Ursprung des aljährlichen lila Blütenteppiches rund um das Husumer Schloss ranken sich vor allen Dingen zwei Legenden. Die eine Legende geht auf die Tatsache zurück, dass sich auf dem Standort des Husumer Schlosses im 15. Jahrhundert das "Kloster der grauen Mönche" befand. Die Mönche sollen der Legende nach diese Krokusse angepflanzt haben, um aus den Narbenfäden der Krokusse Safran zum Färben ihrer liturgischen Gewänder zu gewinnen.

Die zweite Legende geht auf Herzogin Marie Elisabeth zurück, die von 1655 bis 1685 im inzwischen erbauten Husumer Schloss wohnte. Ihr werden großartige Qualitäten als Zuckerbäckerin nachgesagt. Zucker oder gar das Marzipan war früher ein Luxus nur für die Reichen und Adeligen. Erst später nach der Aufhebung von Napoleons Kontinentalsperre und der Möglichkeit der industriellen Herstellung von Zucker aus Zuckerrüben war der Zucker breiteren Bevölkerungsschichten zugänglich. Herzogin Marie Elisabeth soll zu ihrer Zeit eine Unzahl von Krokussen angepflanzt haben, um Safran für ihre Zuckerbäckerei zu gewinnen.

Welche Legende auch stimmen mag, echten Safran konnte niemand in Husum gewinnen, denn bei den Husumer Krokussen handelt es sich um die Gattung Crocus neapolitanus, nicht aber um den Crocus sativus. Und nur aus dem Crocus sativus kann der kostbare Safran gewonnen werden.

Eine aber stimmt auf jeden Fall: In ganz Nordeuropa gibt es kein ähnlich großes Blütenmeer aus lila Krokussen.

Terminnot rund um das Krokusblütenfest

Neben dem uralten Brauchtum des Biikebrennens in Nordfriesland zum Start in die Walfangsaison am 21. Februar ist die Krokusblüte in Husum ein weiterer Schritt, um in Schleswig-Holstein den Frühling zu begrüßen.

Natürlich sollen zu diesem speziellen Fest die Krokusse in voller Blüte stehen und die Zuschauer mit ihrer Pracht verzücken. Aber die Natur hat ihren eigene Terminplanung und lässt sich davon auch nicht durch die Einheimischen und Planer des Festes abbringen. Im Jahr 2013 mussten die für das Fest Verantwortlichen das Fest verschieben, weil Frost und Schnee die Krokusblüte immer wieder hinauszögerten. 2014 war es anders, denn das frühlingshafte bis sommerliche Wetter bis Mitte März ließen den Blütenteppich mitten in der Stadt rund um den Schlossgarten schon Mitte März in voller Pracht erstrahlen. Für das Fest Ende März waren die Krokusse schon vollständig verblüht und das Fest musste ohne die Hauptdarsteller stattfinden. Das eigentliche "Wunder des Nordens" mit blühenden Krokussen war 2014 "nur" beim während des Krokusblütenfestes auf dem Husumer Marktplatz stattfindenden Blumen- und Pflanzenfest zu bewundern.

Krokusblüte in voller Pracht

Krokusblüte in voller Pracht (Bild: copyright Axel Alm)

Das Programm zum Krokusblütenfest 2017

Im Jahr 2017 können sich die Besucher am 18. und 19. März wieder auf ein farbenprächtiges Blütenmeer im Schloßpark freuen. Grund ist der "Crocus neapolitanus", eine wildwachsende Pflanze aus den südlichen Regionen Europas, die seit mehreren hundert Jahren für diese einmalige Blütenpracht sorgt. Die größte Krokus-Population in Nord-Europa ist Grund genug für die Husumer, diesem Wunder königliche Würde zu verleihen.

Am Sonnabend wird um 11.00 Uhr die neue Krokusblütenkönigin aus den Händen ihrer Vorgängerin auf der Treppe des Alten Rathauses am Husumer Marktplatz die Krone übergeben bekommen. Zwar wird in der ganzen Stadt gefeiert und viele Geschäfte haben geöffnet von 12.00 Uhr bis 17.00 Uhr, aber rund um das Schloß, auf dem Schloßhof und im Seitenflügel des Schlosses findet als Höhepunkt ein Kunsthandwerkermarkt statt, und am Markt gibt es einen Blumenmarkt. Staunen Sie über die Krokusblüte im Schloßpark mit über vier Millionen Krokusblüten, bummeln Sie durch die historische Innenstadt und lernen Sie Husum bei kostenfreien Stadtführungen mit der neuen Krokusblütenkönigin oder beim Nachtwächterrundgang kennen.Auch der Termin des Krokusblütenfestes 2018 steht bereits fest: 24. und 25. März 2018.

(Bild: Fotos 3) Axel Alm)

Bekannte touristische Ziele im Kreis Nordfriesland

Nordfriesland an der Küste der Nordsee hat nicht nur im März Millionen von Krokusblüten in Husum zu bieten, sondern hält für jeden Geschmack Anziehungspunkte bereit. Biertrinkern ist aus der Werbung der Leuchtturm von Westerhever bestens bekannt. Die von Holländern gegründete Stadt Friedrichstadt besticht mit ihrem Stadtbild im holländischen Stil und ihren Grachten. Neben Friedrichstadt sind Husum, Tönning und Garding sehenswerte Ausflugsziele.

Zahlreiche Holländermühlen prägen das Bild der Landschaft genau so wie die riesigen Haubarge, Häuser mit Wohnräumen, Stall und Scheune zum Schutz gegen die ständige Nordseebrise, die sich allzu oft zu Stürmen und sogar Orkanen entwickelt.

Auch die Nordseeinseln Sylt, Föhr und Amrum gehören zum Kreis Nordfriesland.

Bekannte Persönlichkeiten aus Nordfriesland

Zu den bekanntesten Persönlichkeiten aus Nordfriesland zählt Emil Nolde, der 1867 als Emil Hansen im kleinen Ort Nolde bei Tondern gleich hinter der deutsch-dänischen Grenze geboren wurde. Ab 1902 nannte sich Hansen nach seinem Geburtsort und zog 1930 auf eine Warft nördlich Niebüll nahe Neukirchen gelegen, die er Seebüll nannte. Dort lebte er zusammen mit seiner Frau Ada bis zu seinem Tod 1956. Das Anwesen mit seinen ständig wechselnden Nolde-Ausstellungen ist ein absolutes "Muss" bei einem Besuch Nordfrieslands. Pro Jahr besuchen 80.000 Gäste das Noldemuseum, den Garten, dessen Wege in Form der Initialen E und A verlaufen und das Nolde-Mausoleum.

Aus Nordfriesland stammen auch der "Friesenmaler" Carl Ludwig Jessen (Niebüll), Theodor Mommsen (Garding), der bereits genannte Theodor Storm (Husum) und Friede Springer (Föhr), Witwe des Verlegers Axel Springer.

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