Es ist bestimmt jedem schon einmal passiert, dass er sich vorschnell zu etwas bereit erklärt hat und es kurze Zeit später schon wieder bereut hat. Das ist jetzt auch nicht übermäßig schlimm. Schließlich kann man daraus lernen, dass man beim nächsten Mal erst einmal nachdenken sollte, bevor man irgendeine Aufgabe übernimmt, oder jemandem (wieder mal) einen Gefallen tut.

Allerdings gibt es auch Menschen, die sich außerordentlich schwer damit tun, nein zu sagen. Die auch dann ja sagen, wenn Sie Dinge tun sollen, die sie eigentlich gar nicht tun wollen. Dinge, die ihnen vielleicht zeitlich überhaupt nicht in den Kram passen, ihnen gar keinen Spaß machen oder, im schlimmsten Fall, die ihnen sogar schaden.

"Nein" sagen

"Nein" sagen (Bild: pixabay (bearbeitet))

Die Gründe hierfür können vielfältig sein:

Da ist einmal die Befürchtung, durch eine Absage nicht mehr gemocht zu werden oder vielleicht sogar Freunde zu verlieren. Diese Angst deutet nicht selten auf ein mangelndes Selbstbewusstsein hin und die Ursachen dafür sind oft schon in der Kindheit zu finden.

Ein weiterer Grund kann sein, dass Sie durch das Nein einen Konflikt befürchten und diesem aus dem Weg gehen wollen. Zu allem Ja zu sagen ist auch mit Sicherheit der Weg des geringeren Widerstands, allerdings auf Dauer natürlich nicht ratsam.

Vielleicht erhoffen Sie sich aber auch durch die Bereitschaft jedem zu helfen, dass Ihnen ebenfalls jemand zur Seite stehen wird, wenn Sie einmal Hilfe brauchen. Hier kommt es natürlich auf den Menschen selber an. Jemand, der andere oder speziell Sie permanent um irgendeinen Gefallen bittet, nur um selber möglichst bequem durchs Leben zu gehen, wird sich für Ihre Hilfe kaum revanchieren.

Wenn Ihnen extrem wichtig ist, was andere Menschen über Sie denken, handeln Sie so womöglich aus der Angst heraus, man könnte Sie für egoistisch halten (was Sie mit Sicherheit nicht sind. Wären Sie egoistisch, wäre es Ihnen nämlich egal, ob das jemand denkt).

Manchmal steht auch ein übermäßiges Bedürfnis danach, gebraucht zu werden im Vordergrund. Machen Sie sich klar, dass Sie niemandem damit helfen, wenn Sie sich selbst dafür aufopfern müssen.

Oft sind es nur ganz bestimmte Situationen, in denen einem das Nein sagen schwerfällt. Oder es sind bestimmte Personen, denen man keine Bitte abschlagen kann. Wichtig ist, dass Sie für sich selber herausfinden, wo die Ursache liegt, sodass Sie am Kern des Problems arbeiten können.

Die wundersame Wandlung nach dem Nein

Mir sind schon Leute begegnet, die vollkommen überrascht waren, wie andere auf ihr Nein reagiert haben. Sie hatten nämlich den Eindruck, dass ihnen plötzlich viel mehr Respekt entgegengebracht wurde.

Fragen Sie sich doch einmal selber, wen Sie mehr respektieren: Jemanden, der zu allem Ja und Amen sagt oder jemanden, der weiß was er will und auch dahinter steht?

Natürlich sollen Sie jetzt nicht grundsätzlich zu allem Nein sagen. Wenn Sie gerne Ihren Mitmenschen helfen, ist das natürlich löblich und vollkommen legitim. Wichtig ist einfach nur, dass Sie sich dabei gut fühlen.

Hier noch ein paar Tipps zum „Nein“ sagen

  • Wenn Sie etwas nicht tun möchten, dann sagen Sie das auch. Lassen Sie sich aber keine Ausrede einfallen. Sie würden sich danach mindestens genau so schlecht fühlen, als hätten Sie zugestimmt. Schließlich wissen Sie ja in Ihrem Inneren, dass Sie es ohne diese Ausrede wieder nicht geschafft hätten, nein zu sagen.
  • Einmal Nein, tut mir leid reicht völlig aus. Entschuldigen Sie sich nicht übermäßig für Ihre Absage und suchen Sie auch nicht händeringend nach Erklärungen. Wenn Sie unbedingt eine Erklärung abgeben möchten, dann machen Sie das, aber in kurzen und knappen Worten.
  • Auch sollten Sie nicht lange um den "heißen Brei" reden. Verzichten Sie auf Sätze wie: "Eigentlich hatte ich ja etwas anderes vor" oder "Also, irgendwie passt mit das ja jetzt gar nicht."
  • Wenn Sie sich zu einem Nein entschieden haben, dann bleiben Sie auch dabei und lassen sich nicht wieder überreden.

Und wenn Sie Konsequenzen befürchten:

Schaden Ihnen diese Konsequenzen wirklich? Können Sie mit diesen Konsequenzen leben? Und nicht zuletzt: Sind diese Konsequenzen wirklich zu befürchten, oder malen Sie sich diese nur in Ihren Gedanken aus? Denn im Grunde genommen ist es ja so: Wenn Sie immer und überall Ja sagen, wissen Sie ja gar nicht, wie Ihre Mitmenschen auf ein Nein reagieren.

monros, am 06.07.2013
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