Hayao Miyazaki schrieb das Drehbuch zu "Das wandelnde Schloss" nach dem Roman "Howl's Moving Castle" auf Deutsch "Sophie im Schloss des Zauberers" von der Kinder- und Jugendbuchautorin Diana Wynn Jones, welche auch einige Theaterstücke für Kinder schrieb. Während ihres Lebens bis zu ihrem Tod im Jahr 2011 schrieb sie über 40 Jugend- und Kinderbücher, prall gefüllt mit Phantasie und Magie. "Das wandelnde Schloss" von Hayao Miyazaki weicht allerdings mit seiner subtil im Anime verwobenen Kritik am Krieg und dessen Darstellung klar vom Buch ab. Aufmerksame Zuseher werden das ein oder andere subtile Detail aus den Weltkriegen und Kriegspropaganda erkennen. Die Schattenseiten des Krieges, in Form von schonungslosen Kriegszenen, lässt der sich bekennende Pazifist Hayao Miyazaki in "Das wandelnde Schloss" immer wieder, auf subtile oder auch drastische Weise dargestellt, anklingen.

Der technische Aspekt von “Das wandelnde Schloss“ oblag dem Studio Ghibli

Gegründet im Jahr 1985 von den beiden Meistern des Animegenres Hayao Miyazaki und Isao Takahata erwarb sich Studio Ghibli schnell einen ausgezeichneten Ruf durch Meisterwerke wie "Das Schloss im Himmel", "Mein Nachbar Totoro", "Die letzten Glühwürmchen" in seinen Anfangsjahren 1986 bis 1988. Eine Besonderheit ist der geringe Einsatz von Computertechnik in Studio Ghiblis Werken sowie die subtile Botschaft zwischen den Zeilen, wie beispielsweise die Kriegsthematik in "Das wandelnde Schloss", welche immer wieder im Hintergrund des Films mitläuft und den Zuschauer zum Nachdenken anregt. Dieser Tiefgang und die Liebe zum Detail sowie die Darstellung der Hauptfiguren lassen Ghibli Filme aus der Masse der Animes herausstechen und machen sie zu Meisterwerken. Für Animefans auf Japanurlaub könnte das Studio Ghibli Museum in Tokio von Interesse sein. Die Kernschmelze in Fukushima führte dazu, dass Studio Ghibli bei der Produktion seiner Animes die Nutzung von Atomstrom ablehnt.

“Das wandelnde Schloss“ entführt in eine Traumwelt mit Tiefgang und Anspruch

Der Film lädt zugleich zum Träumen und Denken ein. Auf der einen Seite überzeugt er mit Humor, Witz, Charme und auf der anderen Seite kommen wieder der Anspruch und das Drama zum Tragen. Die Musikkulisse mal verträumt und heiter, danach wieder ernst und tiefgründig. Wie ein Blatt im Wind bietet "Das wandelnde Schloss" ein Kaleidoskop aus Gefühlen und Stimmungen. Ein weiteres Bonbon sind die Charaktere, welche oft erst auf den zweiten Blick ihr wahres Ich offenbaren. Die Animationen, das Ambiente und die Musikkulisse bilden eine gute Einheit und lassen "Das wandelnde Schloss" als ein rundes Ganzes erscheinen.

CADoerr, am 17.02.2012
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Bildquelle:
http://www.amazon.de (Horrorfilme: Nach wahrer Begebenheit oder frei erfunden?)

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