Faenze, Amsterdam, Haarlem und Middelburg

Anfang des 17. Jahrhunderts wurde in großen Mengen chinesisches Porzellan importiert durch die Verenigde Oost-Indische Companie (VOC). Die Versuche um selbst in Europa chinesisches Porzellan herzustellen, hatten zuerst in Faenza (Italien) Erfolg. Im 16. Jahrhundert wurde das Bianchi di Faenza aus Keramik gefertigt. Die Fayenceprodukte wurden mit einer Zinnglasur überzogen und deshalb waren die Produkte dickwandiger als Porzellan. Die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Amsterdam, Haarlem und Middelburg hergestellten Produkte, waren von den italienischen Töpfern übernommen worden. 

Vase (Bild: Andre Dierick)

Delft erste Porzellanmanufaktur

In Delft wurde am Ende des 16. Jahrhunderts die erste Porzellanmanufaktur gegründet. Die Stadt entwickelte sich rasch zu einem Zentrum der europäischen Fayenceherstellung. Es gelang, einen Ersatz zu erfinden, der Porzellan sehr nahe kam. Die Nachfrage nach der Keramik aus Delft war groß. Durch den Niedergang einiger Brauereien waren in Delft geeignete Gebäude für Manufakturen vorhanden und so wurden Anfang des 17. Jahrhunderts schon einige Manufakturen gegründet.

Verschiedene

Verschiedene (Bild: Andre Dierick)

Segelschiff (Bild: Andre Dierick)

Kunstvolle Dekorationen

Bald nach der Nachahmung von exotischen Motiven wurden typisch holländische Motive verwendet. Bei der Porzellanmalerei gab es beispielsweise typisch niederländische Landschaftsansichten, Meeresansichten, Segelschiffe und Windmühlen. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts fand die Delfter Keramik dauerhaft einen reißenden Absatz in ganz Europa. Am Ende des 17. Jahrhunderts hatten sich 32 Porzellanmanufakturen niedergelassen und waren dort mehr als 1.600 Personen beschäftigt. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde Jan Sixtus van der Hoeck ernannt als Porzellanmaler. Er war der bedeutendste Maler und sehr berühmt für seine kunstvollen Dekorationen. 

Verfall und neue Blüte „De Porceleyne Fles“

Aber später geriet die Delfter Keramikindustrie durch die Konkurrenz in eine Krise. Mitte des 18. Jahrhunderts stellte der Import der härteren und billigeren englischen Produkte, die größte Bedrohung dar und setzte der Verfall ein. Im Jahre 1800 existierten nur noch 10 Brennereien. Im 19. Jahrhundert gab es viel Massenware ohne Handbemalung. Gegen 1900 wurde eine neue Materialmischung entwickelt und erlebte die Manufaktur eine neue Blüte. In 1904 firmierte das Unternehmen unter dem Namen "De Porceleyne Fles" und diese Fabrik existiert immer noch. "De Porceleyne Fles" ist nicht nur eine Keramikmanufaktur, aber auch ein Museum und empfängt jährlich mehr als 140.000 Besucher. Das Unternehmen ist seit 1919 berechtigt mit dem Zusatz "königliche" zu firmieren. 

Teller (Bild: Andre Dierick)

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