Wie alles begann - Ist der Parmaschinken der Beste?

Ursprünglich war die Herstellung von Schinken eine notwendige Methode, um Fleisch zu konservieren, also für längere Zeit genießbar zu machen. Gefriertruhen gab es damals noch nicht, zum Glück könnte man meinen, die Menschheit wäre um eine einzigartige Köstlichkeit ärmer.

 

Ein kluger Mann oder eine kluge Frau ersann folgendes, von mir stark vereinfacht dargestelltes, Verfahren:  Ein Schweineschlegel wurde eingesalzen, das Pökelsalz wirkte einige Zeit auf das Fleisch ein, anschließend wurde das Schweinebein geräucherte oder an der Luft getrocknet. Vor allem in den mediterranen Ländern setzte man auf das Prinzip der Lufttrocknung. Das war einfacher und billiger als das Räuchern außerdem schmeckte das entstandene Produkt milder. Durch die sehr lange Zeit der Trocknung entwickelten sich aus profanen Schlegeln erlesene Köstlichkeiten.

 

In vielen Ländern wurden auf diese Weise wunderbare regionale Spezialitäten kreiert. Italien "erfand" beispielsweise den weltberühmte  Parmaschinken, der nur ganz leicht gepökelt und dann für mehr als ein Jahr an der Luft getrocknet wird.  Für viele Genießer, vor allem aus dem Land, das einem Stiefel gleicht,  ist er der beste Schinken der Welt. Übrigens, ein naher Verwandter des Parmaschinkens ist der Culatello-Schinken, der ebenfalls aus der Region um Parma kommt und für manchen Gourmet noch hochwertiger als der Parmaschinken ist.

Weitere Sorten - Jeder Schinken eine Köstlichkeit für sich.

Ebenfalls aus Italien, aber aus dem Friaul,  stammt der San-Daniele-Schinken. Auch die Franzosen, wie könnte es anders sein, haben ihre speziellen Schinkensorten entwickelt, so zum Beispiel den geschmacklich herausragenden Aoste-Schinken. Sollte der etwa der beste Schinken der Welt sein? Ohne den kulinarischen Meistern aus Frankreich nahe treten zu wollen, für mich ist weder der Aoste-Schinken, noch der Bayonner-Schinken, der König seiner Art, obgleich beide äußerst schmackhaft sind.

Der wirklich beste Schinken der Welt kommt aus Spanien.

Aber nun endlich zu der für mich absoluten Nummer Eins unter den luftgetrockneten Schweineschlegeln. Der beste Schinken der Welt, für mich und unzählige Schinkenliebhaber rund um den Globus, ist…  der Jamón Ibérico, der Iberico-Schinken, hergestellt aus den Hinterteilen der meist dunklen Iberico-Schweine. Manche Zeitgenossen nennen diese einzigartigen Tiere auch "Schwarze Schweine". Eine Bezeichnung, die ich in meiner Sturm- und Drangzeit nur vom Fußballplatz kannte. Aber das gehört wohl nicht hier her. Wegen der oft schwarzen Pfoten der Tiere wird dieser Schinken auch "Jamón de pata negra" genannt. Das ist allerdings nicht ganz korrekt, es gibt nämlich auch hellheutige Iberico-Schweine.

 

Werden die edlen Paarhufer  ausschließlich mit Eicheln gefüttert und können sie sich zudem in ihrer Umgebung frei bewegen, heißt das Produkt "Bellota-Schinken", zu Deutsch: "Eichelschinken". Bellota-Schinken ist für den Schinkenkenner das absolute Nonplusultra aller Schinkensorten, wahrlich der  beste Schinken der Welt. Durch das einzigartige Zusammenspiel von Klima, edlen, unter artgerechten Bedingungen aufgezogenen, mit frischen Eicheln verwöhnten Schweinen und einer perfekten Verarbeitung, entsteht eine kulinarische Rarität, die weltweit Ihresgleichen sucht. Noch dazu ist dieser Schinken sehr gesund, enthält er doch, dank der vielen Eicheln, einen hohen Anteil an  ungesättigten Fettsäuren, ähnlich dem Olivenöl.

 

 Bitte probieren Sie selbst.  Zum Abschluss wage ich mich ganz weit aus dem Fenster und behaupte, wer diese Köstlichkeit nicht probiert hat, hat sein Leben umsonst gelebt. 

Autor seit 9 Jahren
12 Seiten
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