Arapaho Ghost Dance (Bild: The U.S. National Archives / Flickr)

Die Indianer-Polizei ermordete Sitting Bull

Ein Schamane der Minneconjou namens Kicking Bear hatte jedoch eine ganz andere Vorstellung von dieser "neuen Religion" und dem Tanz. Er sagte, das die Weißen beim Kommen der neuen Welt durch gewaltige Naturkatastrophen ausgelöscht würden. Nur die tanzenden Indianer sollten verschont bleiben und wieder zu ihrer alten Lebensweise zurückkehren. Außerdem behauptete er, dass von Weißen getötete Krieger zu neuem Leben erwachen würden. Bisonherden sollten wie einst durch die Prärie ziehen.

Man vermutete auch Sitting Bull, den Stammeshäuptling der Hunkpapa-Lakota-Sioux, der seit 1883 auf der Standing Rock Reservation lebte, hinter der religiösen Bewegung. Als er von der Indianer-Polizei verhaftet werden sollte, versuchten seine Leute, ihn zu befreien. Einer der Männer schoss auf den Leutnant. Dieser feuerte, selbst schwer verletzt, auf den Angreifer. Aber sein Schuss ging daneben und traf stattdessen Sitting Bull mitten in die Brust. Im nächsten Moment feuerte Red Tomahawk, einer der Polizisten auf den Kopf des Häuptlings und erschoss ihn.

Big Foot, Häuptling der Minneconjou-Lakota-Sioux gehörte ebenfalls zu den Unruhestiftern, die verhaftet werden sollten. Als er von Sitting Bulls Ermordung erfuhr, zog er mit 120 Männern und 230 Frauen und Kindern nach Pine Ridge, weil er glaubte, bei Red Cloud sicher zu sein. Big Foot war krank. Die Kälte setzte ihm so stark zu, dass er Nasenbluten bekam. Major Samuel Whitside erschien mit einem Trupp der Siebten Kavallerie und befahl dem Häuptling, zum Wounded Knee zu ziehen. Dort sollten er und seine Krieger entwaffnet und verhaftet werden. Whitside stellte Big Foot sogar einen Ambulanzwagen zur Verfügung und begleitete die Indianer zum Fluss. Dort befanden sich bereits weitere Soldaten.

Man versorgte den Stamm mit Lebensmitteln und Zelten. Zwei Kompanien bewachten das Lager. Auf einem nahen Hügel wurden zwei Hotchkiss-Kanonen in Stellung gebracht. Am Abend erschien Colonel James W. Forsyth mit den restlichen Soldaten der Siebten Kavallerie. Er hatte Anweisung, Big Foot und seine Leute festzunehmen und in das Militärgefängnis von Omaha zu bringen. Zwei weitere Kanonen wurden aufgestellt. Colonel Forsyth übernahm den Oberbefehl..

Das Massaker am Wounded Knee

Am Morgen des 29. Dezember 1890 wurden die Indianer entwaffnet. Anschließend durchsuchten die Soldaten das Lager nach weiteren Waffen. Bei einem jungen Krieger, der sich Black Coyote nannte, fanden sie ein Gewehr. Angeblich war der Mann taub. Gerade als er seine Waffe auf den Boden legen wollte, griffen die Soldaten danach. Ein Schuss löste sich. Die Soldaten gerieten in Panik. Major Whitside ließ die beiden Hotchkiss-Kanonen auf die wehrlosen Indianer abfeuern. Über 250 Indianer, meist Frauen und Kinder starben. Wegen eines Schneesturms, der am selben Abend über Pine Ridge tobte, wurden die Toten am Wounded Knee erst viele Tage später in einem Massengrab bestattet. Auf Seiten der Soldaten starben fünfundzwanzig Männer.

Häuptling Black Elk, einer der Überlebenden, sagte viele Jahre später: "Wenn ich heute von dem hohen Berg meines Alters zurückblicke, kann ich die niedergemetzelten Frauen und Kinder so deutlich liegen sehen, wie ich sie sah, als meine Augen jung waren. Ich kann sehen, dass noch etwas anderes im blutigen Schlamm starb und vom Schnee begraben wurde: Der Traum eines Volkes starb dort."

Nach dem Massaker vom Wounded Knee verschwand der Ghost Dance genauso schnell, wie er entstanden war. Auch der Prophet geriet in Vergessenheit. In seinen späteren Jahren arbeitete er auf Jahrmärkten und als Statist in Stummfilm-Western. Wovoka starb am 20. September 1932 im Walker Valley, Nevada.

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