Red Cloud - Häuptling der Oglala (Bild: Bernd Teuber)

Die Indianer griffen die Kavallerie außerhalb des Forts an

Doch die Weißen schenkten seinen Worten keine Beachtung. Daraufhin verließ Red Cloud das Fort. Er hatte begriffen, dass die Weißen keinen Frieden wollten. Sie wollten das Land. In den folgenden Wochen zogen immer mehr Weiße durch die Jagdgründe der Sioux. Zum Schutz der Trecks wurde das neue Fort Kearney errichtet. Trotz aller Wachsamkeit sahen sich die Männer eines Morgens von etwa hundert Sioux-Kriegern umzingelt. Sie mussten zwar die Arbeit einstellen, wurden jedoch nicht angegriffen. Red Cloud wollte die Weißen nur warnen, aber niemand nahm diese Warnung ernst.

Kurz darauf griffen die Indianer eine Schwadron Kavallerie außerhalb des Forts an. Zwei Männer starben, mehrere wurden verwundet. Die erbeuteten Pferde nahmen die Sioux mit. Der nun folgende Kleinkrieg kostete Colonel Henry B. Carrington 154 Soldaten. Die Sioux überfielen jeden Nachschubtransport. Im Fort wurde die Verpflegung knapp. Am 6. Dezember rückte Captain Faterman mit drei Schwadronen aus, um Red Cloud zu überrumpeln. Captain Brown, Experte für Indianertaktik, bildete mit zweiunddreißig Mann die Vorhut.

Der Offizier hatte eine rote Wolke auf der Brust

Strömender Regen verwandelte den Boden in einen einzigen Morast. Die Pferde kamen kaum vorwärts. Schließlich erreichte der Trupp die Black Hills. Auf der ersten Anhöhe konnte Brown das Tal dahinter und auch die Zelte der Sioux einsehen. Faterman wartete auf die Rückkehr der kleinen Streitmacht, doch sie kam nicht. Am frühen Morgen ging der Captain auf die Suche nach der Vorhut und nach den Sioux.

Durch dichtes Gestrüpp ritten sie eine Steigung empor. Hinter der Anhöhe lagen die Leichen der zweiunddreißig Soldaten und Captain Brown, von Pfeilen durchbohrt. Auf die Brust des Offiziers hatten die Indianer ein Zeichen gemalt, eine rote Wolke. Von den Sioux fehlte jede Spur. Captain Feterman ließ die Toten begraben und ritt zurück zum Fort.

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