Geschenke für die anderen oder lieber für mich selbst?

Kennen Sie das auch, was ich "Geschenke-Blues" nenne? Also da muss ich etwas ausholen. Zuletzt ballten sich kürzlich wieder alle möglichen Anlässe wie Muttertage, Einweihungen und Geburtstagseinladungen. Und dann ziehe ich mit Freuden los, um passende Geschenke und Mitbringsel einzukaufen. Was mir großen Spaß macht, das Aussuchen, sich Hineindenken in den Beschenkten und den Anlass, kurz: auch mal wieder ein Alibi zum ausgiebigen Shopping zu haben!  Dann finde ich ein tolles Koch- und Erlebnisbuch einer Bäuerin für die Einweihungsfete meiner Reiterfreundin, werde für den Geburtstag meiner anderen Freundin fündig mit einer herrlichen rotweißen Ledertasche, da ich ihren Wunsch nach einer roten Tasche kenne; stolpere auf dem Wochenmarkt über einen kleinen Stand mit ausgefallenen, wirklich hübsch gearbeiteten künstlichen Blumen, die ich gut zum Muttertag per Post verschicken könnte – und ziehe befriedigt nach Hause.                                                            

unten: eine rote Tasche für die Feundin? Wirklich?

rote Tasche

Vorarbeiten für Weihnachten

Übrigens gehöre ich zu den Leuten, die bei der Gelegenheit gleich mehr einkaufen als für die gedachten Anlässe. Da war doch noch so ein hübscher Selbstmachmodeschmuckstand auf dem Markt - da könnte ich doch gleich an Weihnachtsgeschenke für die Nichten denken, das erspart dann später im Jahr viel Stress.

Zuhause angekomen, packe ich also meine Beute aus und drapiere sie um mich herum. Und dann passiert es: Mensch, so eine Tasche ist doch wunderbar, die fehlt doch auch noch in meiner Sammlung, wollte ich doch eh schon lange auch! Der eine große, künstliche Blumen-Zweig, der passt doch prima ins Eck unseres Treppenaufganges, zufällig greift er diagonal die Wandfarbe auf, einfach eine ideale Dekoration bei uns! Ich blättere in dem göttlichen Kochbuch, bleibe begeistert hängen: Da könnte ich doch erst ein paar Rezepte ausprobieren und dann immer noch später, zu Weihnachten weiter verschenken.

Profitipp für Bücher

Hier verrate ich jetzt einmal etwas unter uns: Wenn Sie vorher – mit sauberen Fingern bitte! – das Buch, das Sie verschenken wollen, selbst erst lesen möchten, dann drehen Sie es, am Ende Buchseitenangekommen, einfach auf den Kopf und blättern von hinten sorgfältig noch einmal Seite für Seite um. Und schon schließen sich die Seiten wie neu und keiner merkt es.

Ein Hoch auf die eigenen Geschenkevorräte!

Aber es kommt, wie es kommen musste und Sie schon voraus ahnen - aber bitte mich nicht verraten:

  • Die Einweihungseinladende kriegt lieber echte ausgegrabene Pflanzen aus meinem Garten und Obstbaumableger, denn wenn man neu einzieht in ein Haus mit großem Grundstück, dann braucht man doch viele neue Pflanzen und die muss sie wenigstens dann nicht kaufen. Fürs Kochen nach dem Buch hat sie doch eh jetzt keine Zeit.
  • Die Muttertagsdekoblumen sind halt dezimiert um einen Zweig, der sowieso zu riesig fürs Postpaket  war. Dafür lege ich noch einen Fotorahmen mit neuestem Paarfoto von uns dazu.
  • Die rotweiße Tasche ist eh zu sportlich und jugendlich für meine elegante Freundin, da habe ich doch noch vom letzten Geschenkeblues ein viel eleganteres, lila Abendtäschchen aus Satin übrig. Nur einmal ausgeführt, bis ich feststellte, dass Lila nicht meine Farbe ist!

Und ich habe nicht einmal ein schlechtes Gewissen dabei: Schließlich wissen ja die Beschenkten nicht, was ich ursprünglich vorhatte!

Arlequina, am 20.05.2012
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Bildquelle:
Gabriele Hefele (Geschenke zur Hauseinweihung)

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