Der Killer - Sunfilm / 84 Minuten

Regiedebütant Neil Mackay macht schon in der Anfangszene keinen Hehl daraus, woher die Inspiration zu seinem Erstling BATTLEGROUND aka SKELETON LAKE stammt. Die Machete, die im heißen Feuer geschmiedet wird, ist sogar exakt die gleiche, wie im vierten RAMBO-Film. Storytechnisch orientiert sich Mackay bei seinem Film, der in Deutschland auf den vielsagenden Titel DER KILLER hört, dann auch eng am Originalfilm von Stallones Kriegshelden Saga. Auch hier muss ein traumatisierter Ex-Vietnamveteran im dichten Wald gegen eine Überzahl an Gegnern antreten. Allerdings sind die Rollen vertauscht, denn als Zuschauer verfolgt man das Geschehen aus der Sicht einer Gangstergruppe, die sich nach einem Bankraub im Wald versteckt hält.

Innerhalb dieser Gruppe fällt es einem schwer, eine Identifikationsfigur auszumachen, dafür erfährt der Zuschauer einfach zu wenig über die Charaktere. Zumindest moralisch platziert sich ein Großteil der sechsköpfigen Bande aber außerhalb eines skrupellosen Killerkommandos, denn man ist sich einig, dass es eigentlich keine Toten während des Überfalls hätte geben sollen. Deswegen wird der verantwortliche Hitzkopf auch sogleich bestraft. Das gegenseitige Misstrauen, das sich breitmacht, nachdem eines Nachts der Wagen gestohlen wird, weicht schnell purer Panik, als ein Unbekannter anfängt, die Gruppe zu dezimieren. Plötzlich befinden sich die hauptberuflichen Gangster in einem Überlebenskampf wieder, bei dem der größtenteils unsichtbare Killer seinen Heimvorteil ausspielt. Letzterer erweist sich dann auch als besonders kreativ, wenn es darum geht, seine Gegner mit selbstgebauten Fallen in bester Rambo-Manier auszuschalten.

Was der Veteran knapp vierzig Jahre im Wald gemacht hat oder aus welchen Beweggründen er alle Menschen meuchelt,  die ihm zu nahe kommen, wird nicht geklärt. Anderseits muss man solche Fragen ja auch nicht bei jedem günstig produzierten Genrefilm unbedingt stellen. Günstig geraten sind auch die Effekte, wobei trotzdem recht passable Action geboten wird. An den sorgsam dosierten Gore-Einlagen gibt es von technischer Seite her nichts zu meckern. Der Film lebt hauptsächlich von seinem Setting, das neben den schon erwähnten RAMBO Parallelen auch ein wenig an PREDATOR erinnert. Wirklich spannend wird es nicht, dafür ist alles zu vorhersehbar und die wirklichen Überraschungen bleiben aus. Dennoch gibt es keinerlei Totalausfälle zu vermelden und die Inszenierung bleibt über die gesamte Laufzeit erfreulich straff und ohne Längen.  Für Genre-Fans zwar keine Offenbarung, aber durchaus einen Blick wert.

Durschnittlich

Regie: Neil Mackay__USA 2011__88 Min

Darsteller: Bryan Larkin, Hugh Lambe, Bob Cymbalski

Produktion: Judd Tilyard & Ayz Waraich

Freigabe:  FSK 18

Vertrieb: Sunfilm

Start: 5. April 2012

 

Der Killer - DVD

Der Killer (Bild: Sunfilm)

Der Killer -Trailer - Sunfilm
Screen-Shot, am 13.03.2012
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Bildquelle:
http://www.amazon.de (Horrorfilme: Nach wahrer Begebenheit oder frei erfunden?)

Autor seit 6 Jahren
27 Seiten
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