Indianer mit Federschmuck (Bild: Brigitte Werner)

Indianerbünde stellten sich häufig unter den Schutz eines Totemtieres

Von Stamm zu Stamm waren die Haartrachten allerdings grundverschieden. Häuptlinge und Krieger trugen Kopfputz, der zuweilen halb mannshohe Maße erreichte. Aber der Kopfschmuck war nicht nur Prunk. Er verriet auch viel über Rang und Leistung des Trägers. Federn, gemusterte Bänder, Fellstreifen und Tierschwänze wurden als Kopfdekoration verwandt. Ohrringe, Halsketten und polierte Knochen- und Hornplättchen ergänzten den Schmuck. Ihre Herstellung erforderte Zeit und viel Geschicklichkeit.

Die Krieger der Prärie-Indianer waren häufig Mitglieder von Vereinigungen oder Bünden, die sich unter den Schutz eines Totemtieres gestellt hatten. So gab es beispielsweise den Hundebund, den Bisonbund, den Bund der Füchse und den Bund der Pferde. Überall in der Welt machen Bünde ihre Mitglieder durch besondere Abzeichen kenntlich. Das hebt das Gefühl der Zusammengehörigkeit und wird vom Träger als Vorzug vor anderen empfunden, die nicht die Ehre der Mitgliedschaft haben. Das Abzeichen gilt als Auszeichnung, zumal solche Bünde meist die Bestätigung der angestrebten Vorzugsstellung suchen. Dazu sind gemeinsame Taten so gut wie Einzelleistungen ihrer Anführer. Innerhalb der Bünde gibt es eine Rangordnung, und auch sie wird durch Abzeichen kenntlich gemacht.

Nur die berühmtesten Krieger durften viele gleichartige Federn tragen

Die Indianer verwandten meist Vogelfedern, die ins Haar oder an den Kopfschmuck gesteckt wurden. Sie verrieten in einer Bildsprache, wodurch der Geschmückte sich ausgezeichnet hatte. Allerdings wechselte diese Symbolsprache von Stamm zu Stamm. Bei den Hidatsa bedeutete eine unveränderte Adlerfeder, dass der Mann seinen Feind getötet hatte. Eine rot gefärbte Feder verriet, dass der Träger sich im Kampf eine Wunde zugezogen hatte. Eine Feder mit rotem Querstreifen zeigte an, dass er den verfolgten Feind als Zweiter erreicht und angegriffen hatte.

Zwei rote Querstreifen besagten, dass er als Dritter kam. Andere Stämme zeigten solch unterschiedliche Leistungen nicht durch Färben der Federn, sondern durch Ausschneiden eines Streifens aus der Federfahne. Der prunkvolle Kopfputz mit vielen gleichartigen Federn wurde nur von den berühmtesten Kriegern getragen. Und das auch nur bei ganz besonderen Anlässen.

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