Indianische Felsmalerei (Bild: Logga Wiggler)

Auch die Weißen verständigten sich mit den Indianern durch Zeichensprache

Indianer verschiedener Stämme konnten sich also nicht immer verständigen. Die Weite des Landes machte Berührungen zwischen den Völkern selten. Darüber hinaus war es verpönt, die Jagdgründe eines fremden Stammes zu betreten. Die Indianer kannten weder feste Grenzen noch Grundbesitz. Alles, was der Boden hervorbrachte, auch das Wild, gehörte dem Stamm, der das betreffende Gebiet zu seinen Jagdgründen zählte.

Dies förderte die voneinander abweichende Entwicklung der zahlreichen Sprachen und Dialekte. Eine Einheitssprache gab es nicht. Wenn sich Indianer verschiedener Stämme begegneten, verständigten sie sich durch Zeichensprache. Zeichen dienten sogar zur Verständigung mit den Weißen. Voraussetzung war allerdings, dass die Weißen die jeweiligen Zeichen auch kannten. Für den einzelnen Pelzjäger oder Trapper war das recht nützlich. Begegnungen mit den amerikanischen Ureinwohnern hatte er recht häufig. Und nicht zu begreifen, was die Indianer wollten, konnte für Weiße lebensgefährlich sein.

Indianer benutzten Bisonleder zum Bemalen

Außer der Zeichensprache kannten die Indianer auch noch eine andere Möglichkeit der Verständigung: Die Bilderschrift. Allerdings war es zeitraubend, in dieser Schrift etwas festzuhalten. Dabei wurden farbige Bilderzeichen auf die haarlose Seite einer Bisonhaut gemalt. Ein solches "Schriftstück" war sehr schwer. Man konnte es nicht durch Boten in weite Ferne schicken. Und es gab noch ein weiteres Problem. Tierhaut, die sich zum Schreiben eignete, war nicht immer verfügbar. Welcher Indianer hätte wohl in der Enge seines Tipis einen Vorrat Bisonleder zum Bemalen stapeln können?

Nur das wichtigste Ereignis eines ganzes Jahres wurde von den Indianern niedergeschrieben. Sie führten eine Art rückwärts gerichteten Kalender, der die Stammesgeschichte festhielt. Die Zahl der Jahre wurde bei ihnen nach "Wintern" benannt. Das Herausragende konnte ein seltenes oder folgenschweres Naturereignis sein, der Besuch eines bedeutenden Gastes, der Überfall eines fremden Stammes, eine Dürre, eine Seuche, der Tod des Häuptlings, eine Überschwemmung oder ein leuchtender Meteor am nächtlichen Himmel. Die Schrift, die solch besondere Ereignisse festhielt, war klar und einfach.

BerndT, am 30.11.2012
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Bildquelle:
Bernd Teuber (Der Winterkalender der Indianer)

Autor seit 5 Jahren
261 Seiten
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