Der Osterhase stirbt in Deutschland nicht aus
Jäger setzen sich verstärkt für den Arten- und Biotopschutz und damit zum Erhalt der Feldhasen ein. Wie erfolgreich?Die Zahl der Feldhasen 2025 weiterhin stabil hoch
Wie der Deutsche Jagdverband mitteilt, wurden im Frühjahr 2024 – veröffentlicht im Frühjahr 2025 – bundesweit erneut durchschnittlich 19 Feldhasen pro Quadratkilometer gezählt. Damit hält sich der Bestand seit mehreren Jahren auf dem höchsten Niveau seit Beginn des Monitorings im Jahr 2002.
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Nordwestdeutsches Tiefland: ca. 28 Hasen/km²
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Süddeutschland: ca. 20–21 Hasen/km²
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Mittelgebirge: ca. 6 Hasen/km²
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Warum müssen sich die Experten Sorgen um den Fortbestand der Feldhasen machen?

Der Feldhase gilt vielerorts als gefährdet, weil sich sein Lebensraum in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert hat. Naturschützer und Wildbiologen weisen darauf hin, dass die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft den Hasen wie auch das Rebhuhn unter Druck setzt. Besonders problematisch ist der stark ausgeweitete Anbau von Mais und anderen Energiepflanzen für Biogasanlagen.
Eine Auswertung der WILD‑Daten aus Rheinland‑Pfalz zeigt, dass großflächiger Maisanbau die Hasenbestände deutlich beeinträchtigt – ein Ergebnis, das sich nach Einschätzung der Experten bundesweit übertragen lässt. Zwischen 2000 und 2012 wuchs die Maisanbaufläche von 15.000 auf 25.000 Quadratkilometer. Dadurch geht artenreiches Grünland, das der Feldhase bevorzugt, vielerorts verloren. Das Bundesamt für Naturschutz warnt, dass dieser Verlust die biologische Vielfalt gefährdet.
Eine Lebensversicherung für den Osterhasen
Dass die Energiewende nicht zulasten des Artenschutzes gehen darf, darin sind sich Energieerzeuger, Naturschützer, Landwirte, Jäger und Ornithologen einig. Sie sprechen sich für eine umfassende Artenschutzstrategie in der Feldflur aus. Vorgesehen ist ein Netz aus ökologischen Vorrangflächen, das sich mosaikartig über die Agrarlandschaft verteilt. Besonders geeignet sind Blühstreifen, die Nahrung, Deckung und Rückzugsräume bieten.
Viele Praktiker betonen, dass solche Maßnahmen nur funktionieren, wenn Landwirte dafür einen angemessenen finanziellen Ausgleich erhalten. Gelingt das, könnte dieses Modell tatsächlich zu einer Art Lebensversicherung für den "Osterhasen" werden.
Was benötigen Hasen, um gut leben zu können?"
Damit sich Feldhasen gut vermehren können, brauchen sie warmes, trockenes Wetter, weite offene Landschaften und ausreichend Deckung. Als ursprüngliche Steppenbewohner bevorzugen sie offene Felder, Wiesen und strukturreiche Agrarlandschaften mit Hecken und Feldgehölzen, die Schutz vor Fressfeinden bieten. Wichtig ist außerdem ein vielfältiges Angebot an Wildkräutern, die ihre Hauptnahrung bilden.
Fehlen diese Bedingungen, geht die Population oft rasch zurück. Zusätzlich spielt die Zahl der Beutegreifer eine Rolle: Nimmt etwa der Fuchsbestand stark zu, geraten junge Hasen schnell unter Druck. Der Deutsche Jagdverband weist deshalb darauf hin, dass eine effektive Fangjagd auf Raubwild und eine zurückhaltende Bejagung der Feldhasen Teil des gesetzlichen Hegeauftrags sind.
Nicht genug Daten,für eine verlässliche Zukunftsprognose
Die systematischen Hasenzählungen begannen 2002. Besonders hohe Bestände wurden in den Jahren 2004, 2005 und 2006 registriert. Nach den üblichen natürlichen Schwankungen zeigt sich heute wieder ein Niveau, das an die frühen Erhebungsjahre heranreicht. Dennoch betont der Wildbiologe und Präsident des Deutschen Jagdverbandes, Dr. Daniel Hoffmann, dass der bisherige Zeitraum noch zu kurz ist, um eine wirklich belastbare Prognose zur langfristigen Entwicklung der Feldhasenbestände abzugeben. Für fundierte Aussagen braucht es weitere Jahre kontinuierlicher Beobachtung.
Was rät der Naturschutzbund, um dem Feldhasen zu helfen?
Der Feldhase, Vorbild für unseren Osterhasen, verschwindet in vielen Regionen Europas zunehmend aus der Agrarlandschaft. Die intensive Landwirtschaft lässt ihm immer weniger Raum und Nahrung. Um diese Entwicklung zu stoppen, fordert der Naturschutzbund (NABU) eine grundlegende Reform der europäischen Agrarpolitik. Ziel ist es, Lebensräume zu sichern, die biologische Vielfalt zu stärken und Arten wie dem Feldhasen wieder bessere Bedingungen zu bieten.
Auf seiner Themenseite zur Artenvielfalt und Landwirtschaft zeigt der NABU, wie eine naturverträgliche Agrarlandschaft aussehen kann und welche Maßnahmen notwendig sind, um bedrohten Arten langfristig zu helfen.
Auch wenn viele Herausforderungen bleiben, zeigen die aktuellen Maßnahmen und Forderungen, dass der Feldhase nicht allein gelassen wird. Zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Politik wächst das Bewusstsein, wie wertvoll dieser unscheinbare Bewohner unserer Felder ist.
So bleibt der Feldhase – unser Osterhase – ein stilles Zeichen dafür, wie viel Leben in unserer Landschaft möglich ist, wenn wir ihm ein wenig Raum und Rücksicht schenken.
Bildquelle:
Monika Hermeling
(Ostern und der Palmsonntag in Deutschland)



