Weihnachten nicht zuhause, sondern ...

Weihnachten nicht zuhause, sondern unter Palmen zu verbringen, hat auch seinen Reiz (Bild: Collage: Ruth Weitz)

Ein Fluch: Arbeiten müssen an Heiligabend oder im Krankenhaus liegen

Weihnachten woanders zu sein als zuhause muss nicht mit Flucht zusammenhängen. Wer einen Beruf hat, der es erfordert, an Weihnachten zu arbeiten, hat sich diesen Job selbst ausgewählt. Ob als Krankenschwester, Krankenpfleger oder als Fachkraft in der Altenpflege, ob als Berufsfeuerwehrmann - analog dazu Feuerwehrfrau - oder als Polizist mit dem weiblichen Pendant Polizistin, hier gehört der Dienst an Weihnachten, an Sonn- und Feiertagen zum Berufsbild. Es hängt vom Dienstplan und vom Familienstand der Angestellten und Beamten ab, ob sie an Heiligabend eingesetzt werden. Oft sprechen sich die Kollegen untereinander ab, wer an welchem Feiertag Dienst machen möchte und wer bereit ist, Heiligabend nicht daheim zu verbringen.

Der unerfreulichste, manchmal auch sehr traurige Grund, Weihnachten nicht zuhause zu sein, ist mit Krankheit oder Alter verbunden. Wer im Krankenhaus liegt, weil er einen Unfall hatte oder wegen einer schweren Erkrankung stationär behandelt werden muss, der wäre Weihnachten sicher gerne daheim. Die Bewohner der Altenheime sind oft zu gebrechlich oder stark pflegebedürftig, dass sie den Heiligabend in der Einrichtung verbringen müssen, auch wenn sie Verwandte haben, die sie an den Feiertagen nachhause holen würden. Andere Altenheimbewohner haben zwar Verwandte, die sich aber nicht kümmern oder zu weit weg wohnen. Dann sind da noch die alten Menschen, die überhaupt keine Angehörigen haben.

Weihnachten_nicht_daheim

Es gibt auch einen höchst erfreulichen Grund, an Weihnachten nicht zuhause zu sein und im Krankenhaus zu liegen, nämlich im Kreißsaal. Für die kleinen Erdenbürger, die an Heiligabend das Licht der Welt erblicken, ist es zwar später nicht so prickelnd, an Weihnachten Geburtstag zu haben, aber es geht ihnen am winzigen Popo vorbei, den ersten Tag ihres Lebens, nämlich Weihnachten, nicht zuhause zu verbringen.

Ein Segen: Fernweh lockt zum Verreisen an Weihnachten

Weihnachten nicht zuhause zu verbringen, das ist für viele Leute eine Selbstverständlichkeit, weil sie vom Reisefieber gepackt werden. Sich mit Badebekleidung am Strand zu räkeln, in der Sonne zu brutzeln und ins blitzeblaue Meer zu tauchen, ist für sie deutlich reizvoller, als daheim "Stille Nacht" unterm Weihnachtsbaum zu schmettern.

Sie lehnen es ab, sich die Weihnachtsgans einzuverleiben und nachher die Verdauungsprobleme mit Natron zu bekämpfen. Reiseanbieter stellen sich alljährlich auf die Weihnachtsflüchtlinge ein und haben attraktive Reiseangebote über die Weihnachtsfeiertage bis hin zu Neujahr und darüber hinaus geschnürt.

Für Kurzentschlossene, die das Pieselwetter, Frost und Schnee im Winter satt haben, gibt es Reise-Schnäppchen als Last Minute-Angebote. Weihnachten nicht zuhause, sondern in der Karibik zu verbringen, dieser Wunsch lässt sich erfüllen. Heiligabend unter Palmen - warum nicht!

Reisetipps für Weihnachtsflüchtlinge - Wie wär's mit der Karibik?
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Heiligabend nicht daheim, sondern in den Bergen (Bild: Pixabay.com)

Sich zum Fest richtig verwöhnen lassen

Die andere Sorte Leute hat keinen Bock auf Sonne und laue Temperaturen. Trotzdem wollen diese Zeitgenossen Heiligabend nicht daheim verbringen und fahren in die Berge, um an Weihnachten mit absoluter Sicherheit durch den Schnee zu stapfen. Es sind Romantiker, die wegen der Sehnsucht nach weißer Weihnacht das Fest nicht zuhause verbringen.

Die dritte Spezies Weihnachtsflüchtlinge setzt sich aus den Leuten zusammen, die sich über die Feiertage mal richtig verwöhnen lassen wollen und vor den Weihnachtsvorbereitungen einen Horror haben. Sie fahren in ein Hotel - vorzugsweise mit einem umfangreichen Wellness-Angebot, um Weihnachten nach Strich und Faden zu genießen. Sie verbringen Weihnachten nicht zuhause, weil sie Genussmenschen sind, aber nur sehr zurückhaltend den Finger krümmen, um selbst etwas zum weihnachtlichen Genuss beizutragen.

Krimifreundin, am 01.11.2012
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Bildquelle:
Heimo Cörlin (Frohes Fest: Texte für Weihnachtskarten)

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