Der Stadtteil Rheydt im Wandel der Zeit
Rheydt trägt eine bewegte Geschichte – zwischen Stolz, Brüchen und stiller Scham. Ein Stadtteil, der seine Identität neu entdeckt und seine Geschichten neu erzählt.Rheydt heute – ein Stadtteil im Wandel
Rheydt ist heute ein Stadtteil, der Gegensätze nicht versteckt, sondern lebendig miteinander verbindet. Zwischen Hauptbahnhof, Markt und Schloss zeigt sich ein Ort, der viel erlebt hat und sich trotzdem immer wieder neu erfindet. Die Wege sind kurz, der Verkehrsknotenpunkt stark: Zwei Hauptbahnhöfe in einer Stadt – das bleibt ein Alleinstellungsmerkmal, das Pendlerinnen und Besucherinnen schätzen. Dazu kommen Buslinien, die den Stadtteil eng mit dem Rest Mönchengladbachs verknüpfen.
Rheydt ist aber mehr als Infrastruktur. Es ist ein Alltag, der sich zwischen Wochenmarkt, kleinen Geschäften, Schulen und Grünflächen abspielt. Die Niers fließt leise durch den Stadtteil, und wer hier unterwegs ist, spürt schnell, dass Rheydt eine eigene Identität hat – geprägt von Geschichte, aber offen für Neues.
Kulturell bleibt das Schloss ein Fixpunkt: ein Ort, der Erinnerungen trägt und zugleich modernisiert wird, damit er auch in Zukunft Menschen anzieht. Rundherum entstehen neue Projekte, Schulen wachsen, Plätze verändern ihr Gesicht. Rheydt ist in Bewegung – nicht laut, aber stetig.
Und genau das macht den Stadtteil heute aus: ein Ort, der sich wandelt, ohne seine Wurzeln zu verlieren.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen
Der Rheydter Hauptbahnhof ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und verbindet den Stadtteil mit der gesamten Region. Mehrere Buslinien, gut ausgebaute Radwege und die Nähe zur Autobahn sorgen für eine schnelle Erreichbarkeit. Auch der Wochenmarkt auf dem Marktplatz ist ein zentraler Treffpunkt und belebt das Stadtbild an mehreren Tagen in der Woche.
Digitale Infrastruktur
Die digitale Versorgung entwickelt sich stetig weiter. Glasfaser- und Breitbandanschlüsse werden kontinuierlich ausgebaut und verbessern die Anbindung für Haushalte, Unternehmen und Bildungseinrichtungen. Damit macht Rheydt wichtige Schritte in Richtung einer modernen, zukunftsfähigen digitalen Infrastruktur.
Besonderheiten des Stadtteils

Rheydt besitzt eine starke eigene Identität. Das historische Zentrum, kulturelle Einrichtungen wie das Schloss Rheydt und die Stadthalle sowie zahlreiche Vereine und Initiativen prägen das Selbstverständnis vieler Bewohnerinnen und Bewohner. Tradition und Wandel gehen hier Hand in Hand und machen Rheydt zu einem Stadtteil mit unverwechselbarem Charakter.
Bild:Pixabay
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Rheydt aktuell
Neue Stadtteilbibliothek öffnet am 15. Juli 2026
In Rheydter wird, am Mittwoch, 15. Juli, im Erdgeschoss des ehemaligen Karstadtgebäudes, die neue Stadtteilbibliothek eröffnet – barrierefrei, großzügig und mit rund 70.000 Medien. Auf 1.650 Quadratmetern entstehen moderne Arbeitsplätze, gemütliche Lesezonen, Gruppenräume, kostenfreies WLAN und sogar eine Gaming‑Lounge.
Besonders Familien profitieren: Die Kinderbibliothek wird in zwei Erlebnisbereiche gegliedert, während neue Sitzlandschaften und Arbeitsplätze Jugendlichen und Erwachsenen mehr Aufenthaltsqualität bieten. Möglich wurde die Ausstattung auch durch Fördermittel des Landes NRW.
Oberbürgermeister Felix Heinrichs und Beigeordnete Christiane Schüßler‑Nordmann betonen den Charakter der Bibliothek als offenen Lern‑ und Begegnungsort, der die Innenstadt stärkt. Bibliotheksleiter Yilmaz Holtz‑Ersahin hebt das Engagement seines Teams hervor, das mit Hochdruck an den letzten Vorbereitungen arbeitet.
Die Stadt und das Bibliotheksteam arbeiten derzeit mit Hochdruck daran, die letzten Vorbereitungen für die Eröffnung abzuschließen. Die neue Stadtteilbibliothek soll ein offener Ort für Lernen, Begegnung und kulturelle Angebote werden. Weitere Informationen zum Programm am 15. Juli werden in den kommenden Wochen bekannt gegeben.
Bild: Der Endspurt bei der Einrichtung der neuen Stadtteilbibliothek ist gestartet.Neue Stadtteilbibliothek Rheydt,Stadt MG
Skate-Angebot wird weiter gefördert
Der Rat der Stadt Mönchengladbach hat beschlossen, das beliebte Skate-Angebot der Rollbrett Union für zwei weitere Jahre zu unterstützen. Der Verein betreibt seit vielen Jahren ein niedrigschwelliges und kostenfreies Angebot, das von Kindern und Jugendlichen stark genutzt wird – sowohl in der Skatehalle in Rheydt als auch an Anlagen im gesamten Stadtgebiet.
Um den Betrieb zu sichern, erhält die Rollbrett Union in den Jahren 2027 und 2028 jeweils rund 90.000 Euro. Damit bleiben die offenen Trainingsmöglichkeiten an Orten wie der Rollfabrik, dem Campuspark, dem Volksgarten und dem Platz der Republik weiterhin fester Bestandteil der Jugendarbeit in Mönchengladbach.
Roermond zu Gast: Heritage Sinfonietta spielt bei der Sommermusik Schloss Rheydt
Die Sommermusik Schloss Rheydt setzt in diesem Jahr ein besonderes Zeichen der Städtepartnerschaft: Am 25. August gestaltet das Orchester Heritage Sinfonietta aus Roermond das "Klassik Open Air" im Schlosshof. Das Konzert beginnt um 20.30 Uhr.
Roermonds Bürgermeisterin Yolanda Hoogtanders, die bereits einmal Gast der Sommermusik war, freut sich auf die erneute Begegnung in Rheydt. Auch Mönchengladbachs Oberbürgermeister Felix Heinrichs hebt die musikalische Qualität des Orchesters hervor, das er zuletzt beim Roerdelta‑Konzert in Roermond erlebt hat.
Veranstalter Günter vom Dorp betont den lang gehegten Wunsch nach einem kulturellen Austausch zwischen beiden Städten. Das Programm der Heritage Sinfonietta sei breit gefächert und spreche ein großes Publikum an.
Besondere Aufmerksamkeit gilt zwei jungen Talenten: dem zwölfjährigen Cellisten Huajin Gu, ausgezeichnet beim Prinses Christina Concours, sowie der 15‑jährigen Sängerin Meadow Isselt, die die Niederlande beim Junior Eurovision Song Contest 2025 vertreten hat.
Wer das Orchester bereits vorher erleben möchte, kann am 14. Mai zum Roerdelta Open Air nach Roermond reisen. Das Konzert beginnt um 21 Uhr.
Tickets für das Klassik Open Air im Rahmen der Sommermusik sind online und an den bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.
Foto: Museumsleiter Dr. Karlheinz Wiegmann, Roermonds Bürgermeisterin Yolanda Hoogtanders, Veranstalter der Sommermusik Schloss Rheydt Günter vom Dorp, Oberbürgermeister Felix Heinrichs und Leiter des Orchesters Heritage Sinfonietta, Martijn Pepels freuen sich auf das Klassik Open Air im August auf Schloss Rheydt.
Gesamtschule Breite Straße: Start jetzt, Neubau 2029
Ein sichtbares Zeichen des Wandels in Rheydt ist der Schulneubau an der Breite Straße.
Wo früher Sportplatzrasen lag, wächst nun Schritt für Schritt ein neuer Bildungsort heran. Der zweigeschossige Interimsbau, dessen Module bereits seit dem Frühjahr gesetzt werden, hat inzwischen seinen letzten Schliff erhalten – Böden, Leitungen, Farbe, Außenanlagen. Im Juli und August wird eingerichtet und möbliert, damit nach den Sommerferien der Unterricht für die ersten vier fünften Klassen beginnen kann. 108 Kinder bilden dann den Gründungsjahrgang der neuen, insgesamt siebten Gesamtschule der Stadt.
Die Stimmung ist entsprechend aufgeladen: Bildungsdezernentin Christiane Schüßler spricht von Aufbruch, von einem Interimsbau, der pädagogisch mehr bietet als ein Provisorium. Auch die Technische Beigeordnete Claudia Schwan‑Schmitz betont, wie eng der Zeitplan ist – und wie gut das Projektteam ihn bislang hält.
Parallel dazu entsteht auf der westlichen Grundstücksseite der dauerhafte Neubau. Fünf Bauteile mit Innenhöfen, eine Sporthalle, offene Lernlandschaften, Rückzugsräume und moderne Differenzierungsbereiche sollen hier ein zukunftsfähiges Schulumfeld schaffen. Doch vertiefte Baugrunduntersuchungen haben gezeigt, dass die Tiefbauarbeiten anspruchsvoller werden als erwartet: Eine Pfahlgründung ist nötig, ebenso besondere Maßnahmen zur Ableitung des Grundwassers.
Diese komplexen Bedingungen verschieben den Umzug in den ersten Bauabschnitt des Neubaus voraussichtlich auf 2029. Damit die Schule dennoch jährlich wachsen kann, prüft die Stadt eine Erweiterung des Interimsbaus um zusätzliche Module. Mit Fertigstellung des Neubaus soll die Schule schließlich sechszügig werden.
Um keine Zeit zu verlieren, bereitet die Verwaltung eine vorgezogene Vergabe der Tiefbauarbeiten vor. Im Herbst soll die Entwurfsplanung vorliegen – Voraussetzung für den Durchführungsbeschluss, der den Start der Bauarbeiten ermöglicht.
Nach dem Sommer startet die neue Schule zunächst im Interimsgebäude. Bild:(Copyright: Stadt MG)
Eine besondere Auszeichnung der Stadt Rheydt ist die Goldene Blume.
Die Goldene Blume von Rheydt gilt als ältester deutscher Umweltschutzpreis.
Die Goldene Blume von Rheydt wird seit 1967 verliehen und zählt zu den traditionsreichsten Auszeichnungen der Region. Sie entstand aus der Rheydter Blumenwoche, die 1957 vom damaligen Oberbürgermeister Wilhelm Schiffer initiiert und von Unternehmern, Geschäftsleuten und Bürgern getragen wurde. Seitdem würdigt der Preis Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise für Natur, Umwelt oder gesellschaftliches Engagement einsetzen.
Ein Blick auf die Preisträger zeigt, wie vielfältig und international die Auszeichnung geworden ist. Zu den Geehrten gehören:
- 1967 – Graf Lennart Bernadotte, Besitzer der Insel Mainau, Präsident der Deutschen Gartenbau‑Gesellschaft
- 1971 – Prinz Bernhard der Niederlande, Präsident des WWF
- 1977 – Heinz Sielmann, in Rheydt geboren, Naturforscher und Tierfilmer
- 1987 – Hannelore "Loki" Schmidt, engagiert im Natur- und Pflanzenschutz
- 1991 – Akira Miyawaki, Direktor des Instituts für Umweltwissenschaften der Universität Yokohama
- 1993 – Klaus Töpfer, damaliger Bundesumweltminister
- 1999 – Gräfin Sonja Bernadotte, Präsidentin der Deutschen Gartenbau‑Gesellschaft
- 2003 – Reinhold Ewald, Wissenschaftsastronaut aus Mönchengladbach
- 2011 – Peter Maffay, Musiker, ausgezeichnet für sein Engagement für benachteiligte Kinder und Jugendliche
- 2015 – Arved Fuchs, Expeditionsleiter und Polarexperte
- 2019 – Prof. Dr. Michael Braungart, Chemiker und Mitentwickler des Cradle‑to‑Cradle‑Prinzips
- 2021 – Hannes Jaenicke, Schauspieler, Autor und engagierter Umwelt- und Tierschützer
Diese Auswahl macht deutlich, wie sich der Preis im Laufe der Jahrzehnte weiterentwickelt hat: Von Verdiensten um Gartenkultur und Naturschutz hin zu globalem Umweltbewusstsein, sozialem Engagement und Achtsamkeit für die Natur insgesamt.
Gerade diese Entwicklung zeigt, wie aktuell und bedeutend die Goldene Blume heute ist. Sie würdigt Menschen, die Verantwortung übernehmen – für Umwelt, Gesellschaft und die Zukunft. Und sie erinnert daran, dass Rheydt seit jeher ein Ort ist, an dem Engagement sichtbar wird und Wertschätzung erfährt.
Die Geschichte Rheydts – Von den Anfängen bis zur modernen Stadt
Frühe Siedlungsspuren und erste Erwähnungen
Die Geschichte Rheydts reicht weit zurück. Archäologische Funde belegen, dass bereits die Ubier im Gebiet entlang der Niers siedelten. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahr 1180 als "Rode". Im Mittelalter entwickelte sich Rheydt zu einer kleinen, aber bedeutenden Siedlung im Einflussbereich des Herzogtums Jülich-Berg. Die Lage an alten Handelswegen und die fruchtbaren Böden der Niersniederung begünstigten das Wachstum.
Aufstieg im 19. Jahrhundert
Mit der Industrialisierung veränderte sich Rheydt grundlegend. Die Textilindustrie brachte Wohlstand, Arbeitsplätze und ein starkes Bevölkerungswachstum. 1856 erhielt Rheydt die Stadtrechte, 1907 folgte die Kreisfreiheit. In dieser Zeit entstanden viele öffentliche Gebäude, Schulen und Infrastrukturen, die das Stadtbild bis heute prägen und den Charakter einer selbstbewussten Industriestadt erkennen lassen.
Zwischen Eigenständigkeit und Eingemeindung
Das 20. Jahrhundert war geprägt von kommunalen Veränderungen. 1919 wurde Rheydt erstmals nach Mönchengladbach eingemeindet, 1933 jedoch wieder eigenständig. Im Zuge der kommunalen Neugliederung erfolgte 1975 die erneute Eingemeindung – diesmal dauerhaft. Trotz dieser wechselvollen Geschichte hat Rheydt seine eigene Identität bewahrt und gilt bis heute als Stadtteil mit starkem eigenem Profil.
Bevölkerungsentwicklung und statistische Besonderheiten
Die Einwohnerzahlen Rheydts veränderten sich im Laufe der Jahrzehnte immer wieder. Unterschiedliche statistische Abgrenzungen – etwa nach Stadtteilen, Bezirken oder Postleitzahlen – führten zu variierenden Angaben. Klar ist jedoch: Rheydt war und ist ein bedeutender urbaner Kern im Süden Mönchengladbachs, dessen Entwicklung eng mit der gesamten Stadtgeschichte verknüpft ist.
Karneval & Aufbruch
Auch im Karneval zeigt sich, wie tief Zusammenhalt und Identität in Rheydt verwurzelt sind. Während in Mönchengladbach der Ruf "Halt Pohl!" ertönt – ein Appell, der Stange zu halten und der Stadt treu zu bleiben – rufen die Jecken in Rheydt "All Rheydt!", was nichts anderes bedeutet als "Alle Rheydter". Beide Rufe ergänzen sich. Sie stehen für Gemeinschaft, für Zugehörigkeit und für das Gefühl, Teil eines größeren Ganzen zu sein.
Diese Haltung findet sich auch in der Geschichte der Goldenen Blume wieder: Menschen, die Verantwortung übernehmen, die hinschauen, die etwas bewegen wollen. Rheydt hat viele solcher Stimmen – früher wie heute. Und genau sie zeigen, dass dieser Stadtteil mehr ist als sein Ruf, mehr als die negativen Bilder, die im Netz kursieren.
Rheydt ist ein Stadtteil im Wandel. Nicht laut, nicht spektakulär, aber stetig. Neue Schulen entstehen, Kulturprojekte wachsen, historische Orte werden erneuert, und Menschen engagieren sich – oft leise, aber wirkungsvoll.
Wer nur auf das schaut, was fehlt, übersieht leicht, was wächst. Doch Veränderung beginnt genau dort: im Bewusstsein dafür, dass dieser Stadtteil eine eigene Kraft hat – und dass Zukunft entsteht, wenn wir sie gemeinsam gestalten.
Vielleicht ist jetzt der Moment, an dem wir anfangen, Rheydt wieder mit den Augen derer zu sehen, die hier leben, arbeiten, feiern und Verantwortung übernehmen. Mit den Augen derer, die sagen:
"Halt Pohl – All Rheydt." Treue und Zusammenhalt. Tradition und Aufbruch. Vergangenheit und Zukunft – an einem Ort, dessen Einwohner mehr können, als sie sich selbst zutrauen.
Weiterführende Artikel
(In Vorbereitung)
Bildquelle:
Postkarte vom Rathaus Rheydt im Bau 189
(So war das Rheydter Rathaus vor 125 Jahren)
Einweihung des ©Tiergarten Mönchenglad,
(Ausflüge in NRW —Der Tiergarten in Mönchengladbach)
www.akadpress.de
(1950 Erinnerung an das Leben in Mönchengladbach)



