Gestresst und gejagt

Kennen Sie das auch? Schon im Bett gehen Sie gedanklich den Tag durch und sind auf dem Weg in den selbstgewählten Stress. Schnell ein Frühstück, den Kaffee schon im Stehen hinter kippen und rein in den Alltag. Den Platz im Hamsterrad einnehmen, die Rolle spielen, die das Leben für Sie bereit hält. Kaffee hält munter, ersatzweise auch Cola. In der Mittagspause wird gefachsimpelt oder das kommende Meeting, die nächste Aufgabe inhaltlich besprochen. Nachlassender Konzentrationsfähigkeit wird mit Koffein und/oder Nikotin begegnet. Auf dem Weg nach Hause kreisen die Gedanken, besonders bei Frauen, um den Haushalt und die "zweite Schicht". Abends noch ein Kuss für die Partnerin/den Partner und dann schlafen um, ja, genau, am nächsten Tag das selbe Prozedere wieder durchzuziehen. Am Wochenende fühlen Sie sich ausgelaugt und kommen nicht zur Ruhe, die Disbalance zwischen den Ihnen, auch durch Sie selber, auferlegten Anforderungen und Ihrem Leistungsvermögen wird mit jeder Woche ausgeprägter. Gestresst und gejagt, ist das wirklich alternativlos?

 

 

Eine mögliche Alternative

Sie wachen langsam auf und beobachten sich, bewegen die Zehen und kommen allmählich bei sich an. Sie spüren Ihrem Atem nach, sie streicheln sich selber und genießen das langsame Erwachen. Nun stehen Sie auf, recken und strecken sich und genießen in Ruhe ein Frühstück. Sie genießen es und nehmen sich Zeit dafür. Auf dem Weg zur Arbeit lassen Sie sich Zeit und nehmen Ihre Umwelt bewusst wahr, die Schönheit des Augenblicks. Sie fokussieren sich auf Ihre Arbeit und bauen Pausen ein, in denen Sie ganz bei sich sind. Mittags konzentrieren Sie sich auf das Essen, wie schmeckt es, welche Farbe hat es, was nehme ich hier überhaupt zu mir? Sie drehen noch eine kleine Runde, bewegen sich, lockern die Muskeln, atmen tief ein und aus, ehe Sie Ihre Arbeit fortsetzen. Auf dem Weg nach Hause entspannen Sie, nehmen wieder ihre Umwelt bewusst wahr. Zu Hause angekommen, gönnen Sie sich bewusst eine Pause, trinken einen Tee oder Kaffee, legen die Beine hoch und bleiben mal ganz bei sich. Erst nach dieser Pause beginnt für Sie die Hausarbeit. Das Abendessen nehmen Sie, ungestört von Handy, Tablet oder Fernseher, in Ruhe ein. Fokussieren Sie sich auf das Essen, nehmen Sie wahr, was Sie essen und wie es schmeckt. Stellen Sie sich Ihr Wunschmenü mit einem kleinen Highlight zusammen. Kommen Sie anschließend zur Ruhe, unternehmen Sie noch einen kurzen Spaziergang, lesen Sie ein Buch oder, warum nicht, sehen Sie fern. Lassen Sie eine kurze Pause zwischen Ihren Aktivitäten und dem Zu Bett gehen und genießen Sie eine entspannte und erholsame Nacht.

 

Gelassenheit bedeutet Zeit für Sie, für Genuss und Erlebnis

  • Lassen Sie es laufen!

  • Was soll ich wie laufen lassen?

     

    Merken Sie was.... Sie haben Ihre Schwierigkeiten damit?

     

  • Lassen Sie die Energie fließen!

  • Wo ist hier Energie?

  • Lassen Sie los!

  • Wie soll ich mich dann sicher fühlen?

     

    Drei Fragen auf drei Aufforderungen. Was mir immer wieder auffällt, viele Menschen sind so auf Ihre Arbeit, Ihre Außenwirkung fokussiert, sie nehmen sich selber nicht mehr wahr. Ihre eigenen Bedürfnisse verkümmern, weil sie zunehmend ignoriert werden.

 

Gelassen leben bedeutet, sich selber wichtig zu nehmen und für die eigenen Bedürfnisse Zeit zu gönnen!

Es bedeutet, in sich zu ruhen und sich selber zu vertrauen.

Es bedeutet, sich selber anzunehmen und die kleinen Unebenheiten, ob nun körperlich oder charakterlich, mit einem Augenzwinkern als gegeben zu akzeptieren.

Gelassenheit zelebrieren bedeutet, auf die eigenen Stärken zu setzen, diese zu fördern und die eigenen Schwächen, wo es geht, zu minimieren. Wer sich selber vertraut, ist emotional stabiler.

Heute wirken Menschen, die mit innerer Ruhe ihren ganz eigenen Weg gehen, wie aus der Zeit gefallen. Gelassenheit als Wert, als Lebenseinstellung ist vielen Menschen schon unbekannt.

 

Achtsamkeit statt Hektik?

Entschleunigung statt rasender Geschwindigkeit?

Ein Sonntag ohne Handy, Tablet und Computer, ohne social media Plattformen?

 

JA, genau das! Ein Spaziergang in der Natur, das Beobachten von Flora und Fauna wirkt beruhigend auf den Kreislauf und auf die Psyche. Entspannen Sie am See, atmen Sie frische Luft ein und lauschen Sie dem Rauschen des Windes.

 

Nehmen Sie eine Auszeit von der Hektik des Alltages und dem Wahnsinn der ständigen Erreichbarkeit für alle diese Nebensächlichkeiten des Lebens.

 

Gelassene und in sich ruhende Menschen haben zudem auch ein erfüllteres und phantasievolleres Sexualleben.

 

Denn was zählt, sind Sie.

 

Nehmen Sie sich ernst, genießen Sie Ihr Leben und Sie werden spüren, wie Sie zunehmend gelassener werden. Trauen Sie sich, Ihr eigenes, Ihr wahres ICH zu leben. Denn nur wer sich selber treu bleibt und nicht immer nur mit der Masse mitläuft, wird auf Dauer auch gelassen leben.

 

 

Beobachten statt Werten

Die Anderen sind besser, haben mehr Geld, sind leistungsfähiger & gesünder, fahren die schnelleren Autos und stehen sowieso immer auf der Sonnenseite des Lebens.

Wer wertet, vergleicht Fakten und stellt sich dabei ein schlechtes Zeugnis aus .

 

Die Anderen sind anders als ich, nur so wie ich bin, fühle ich mich wohl. Und so bin ich ok.

Wer beobachtet, ist zufriedener mit sich selbst und seinem Leben.

Ein Weg in mehr Gelassenheit ist die Abkehr vom Werten, "Was werden die Anderen nur von mir denken? " und die Hinkehr zum Beobachten "Vielleicht bin ich damit der Trendsetter?".

 

Der Wert der Gelassenheit liegt daher auch in der durch sie gelebten Authentizität und Ehrlichkeit.

 

Zudem ist der Weg in sie ein Abenteuer, auf das Sie durchaus auch neu-gierig sein dürfen. Denn Sie werden auf diesem neuen Weg auch sich selber und neue Freunde kennen lernen.

 

Ich wünsche Ihnen auf diesem Weg viel Spaß und Vergnügen.

 

Fotos by: pixabay.com 

 

Der Autor ist Systemischer Coach mit der Spezialisierung auf Menschen mit Angsterkrankungen, Phobien und Panikattacken sowie Anti-Stress-Trainer. Er lebt und arbeitet in Berlin.

http://www.angstberatung-berlin.de/

 

 

 

 

 

 

 

Autor seit 4 Jahren
104 Seiten
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