Tanzfilme - geliebt und gehasst

Eigentlich gibt es zwei große Tanzfilmären. Das waren einmal die 1930/40er Jahre. Diese Zeit der großen Tanzfilme ist allerdings fast ausschließlich mit den Namen Fred Astaire und Ginger Rogers verbunden.

Danach tat sich erstmal eine ganze Zeit gar nichts in Bezug auf Tanzfilme. Bis John Travolta 1977 mit Saturday Night Fever den Tanz wieder auf die Leinwand brachte. In den nächsten zehn Jahren entwickelte sich dann ein absoluter Boom. Jeder wollte tanzen lernen. Tanzschulen schossen aus dem Boden, Tanzkurse aller Art wurden angeboten.

Tänzer

Tänzer

Das hat sich auch in den folgenden  Jahren nicht geändert. Es stand immer die Art von Tanz im Mittelpunkt des Interesses, die in dem gerade aktuellen Tanzfilm getanzt wurde.

In den 1990ern flachte die Tanzeuphorie dann wieder ab. Es kamen zwar gelegentlich ein paar Filme dieses Genres raus, aber der absolute Boom blieb aus.

Ein Tanzfilm ist übrigens nicht zu verwechseln, mit einem Film, in dem getanzt wird. Auch nicht mit einem verfilmten Musical, in dem meistens auch getanzt wird. In einem Tanzfilm ist das Tanzen keine "Begleiterscheinung" des Films, sondern das Thema des Films.

Die Ära "Fred Astaire und Ginger Rogers"

Wer nach frühen Tanzfilmen sucht, der stolpert unweigerlich über die Namen Fred Astaire und Ginger Rogers. Sie waren das Tanzpaar der 1930/40er und machten vorrangig den Stepptanz populär.

Fred Astaire begann schon als Kind mit dem Tanzen. Seine erste Tanzpartnerin war seine Schwester Adele, mit der er bis zu ihrer Hochzeit 1931 zusammen auftrat.

Auch Ginger Rogers kam schon als Kind zum Tanz und trat in verschiedenen Musicals auf. Ihren ersten gemeinsamen Film "Flying down to Rio" drehten die beiden im Jahr 1933. Es folgten noch acht weitere gemeinsame Filme. 

Shall We Dance, Ginger Rogers, Fred ...

Shall We Dance, Ginger Rogers, Fred Astaire, 1937 (Bild: AllPosters)

Saturday Night Fever - "Nur Samstag Nacht"

Der Film Saturday Night Fever aus dem Jahr 1977 brachte John Travolta für die Rolle des Tony Manero eine Oscar Nominierung ein. Auch der Soundtrack des Films wurde ein großer Erfolg und verhalf der Gruppe "Bee Gees" zu einem grandiosen Comeback.

Saturday Night Fever, Karen Lynn Gorney, John Travolta, 1977 (Bild: AllPosters)

1983 schlüpfte John Travolta für den Film Staying Alive erneut in die Rolle des Tony Manero. Auch diesmal kam die Musik von den Bee Gees, aber weder Film noch Musik konnte an den Erfolg von Saturday Night Fever anknüpfen.

Fame - Der Weg zum Ruhm

Fame – Der Weg zum Ruhm kam 1980 in die Kinos. Der Film handelt von einigen Jugendlichen, die an der New Yorker Akademie für darstellende Kunst ihr Studium absolvieren wollen.

Sie gehen alle mit anderen Vorraussetzungen, verschiedenen Zielen und mit unterschiedlicher Motivation an den Start.

Aber sie haben alle einen Traum: Sie wollen entweder als Tänzer, Schauspieler oder Musiker Karriere machen. Der Film beginnt mit der Aufnahmeprüfung und umfasst die vier Jahre des Studiums. 

FAME, US poster, from bottom left: Irene Cara, Lee Curreri, 1980, © MGM/courtesy Everett Collection (Bild: AllPosters)

2009 kam ein Remake des Films in die Kinos. Die Handlung war weitestgehend dieselbe, nur die Charaktere wurden teilweise umgeschrieben. Der Film hatte aber, wie so oft, bei weitem nicht den Erfolg wie das Original.

Anders, das auf dem Film basierende und gleichnamige Musical. Das hatte einen grandiosen Erfolg und hat in Deutschland eine Begeisterung für Musicals entfacht.

 

Flashdance - What a feeling

In dem Film Flashdance von 1983 geht es um eine junge Frau (gespielt von Jennifer Beals) deren Traum es ist Tänzerin zu werden (was jetzt nicht außergewöhnlich für einen Tanzfilm ist ;-)). Jedenfalls arbeitet sie tagsüber als Schweißerin und tritt abends in einer Bar auf.

Jennifer Beals, Flashdance (1983) (Bild: AllPosters)

Um ihrem Traum ein Stück näher zu kommen, müsste sie eine Aufnahmeprüfung an einer Ballettschule erfolgreich absolvieren. Aber jedes Mal vor einem Vortanzen verlässt sie der Mut, weil sie denkt, sie sei nicht gut genug. Dieser Film, der übrigens mein absoluter Favorit in den 80ern war und eigentlich immer noch ist, besticht (mich jedenfalls) durch die tolle Musik und den ebenso genialen Tanzszenen. Der Titelsong What a feeling wurde übrigens von Irene Cara gesungen, eine der Hauptdarstellerinnen des zuvor erwähnten Films Fame – Der Weg zum Ruhm.

Footloose - Tanzfilm von 1984

In Footloose geht es um einen von der Musik und dem Tanz begeisterten Jungen (Kevin Bacon) der mit seiner Mutter von Chicago in eine konservative Kleinstadt zieht, in der ein Tanzverbot herrscht. Hier sind die Auseinandersetzungen vorprogrammiert.

Neben Kevin Bacon sind noch Lori Singer, John Lithgow und Sarah Jessica Parker in weiteren Rollen zu sehen.

Der Film basiert teilweise sogar auf Tatsachen. In Elmore City, einer Kleinstadt in der Nähe von Oklahoma herrschte zwischen 1861 und 1980 ein Tanzverbot, das erst durch den Aufstand einiger Jugendlicher aufgehoben wurde. Diese Story ging damals durch ganz Amerika.

 

Footloose

Footloose (Bild: AllPosters)

Beat Street - Breakdance, Hip-Hop, Graffiti

Beat Street ist ein Breakdancefilm aus dem Jahr 1984. Dieser Film trug wesentlich dazu bei, dass der Breakdance und auch der HipHop bei uns bekannt wurden. Produziert wurde der Film von Harry Belafonte und spielt auf den Strassen der Bronx in New York. Neben spektakulären Tanzszenen und viel Musik hat der Film durchaus auch sozialkritische Züge.

A Chorus Line - Die Musicalverfilmung

Der Film A Chorus Line aus dem Jahr 1985 handelt genau wie das Musical, das 10 Jahre vorher am Broadway lief, von einer Tänzerauswahl. Aus hunderten von Bewerbern sollen vier Männer und vier Frauen für ein Musical ausgewählt werden. Was wie ein ganz normales Vortanzen beginnt, entwickelt sich für einige zu einem Nervenkrieg.

Besonders als der Regisseur (Michael Douglas) von den letzten 16 Anwärtern verlangt, dass sie ihre intimsten Geheimnisse offen legen, wird klar, wie viel jeder bereit ist für eine Rolle am Broadway zu investieren. Der Film wurde 1986 in den Kategorien bester Schnitt, bester Song und bester Ton für den Oscar nominiert.

A Chorus Line - Broadway Poster , 1975

A Chorus Line - Broadway Poster , 1975 (Bild: AllPosters)

Dirty Dancing - Der Klassiker der 80er

Dirty Dancing aus dem Jahr 1987 mit Patrik Swayze und Jennifer Grey als Johnny und "Baby". Dieser Film dürfte für die meisten wohl der Tanzfilm schlechthin sein. Die "schmutzigen Tänze" aus dem Film haben überwiegend kubanische Einflüsse.
Der Soundtrack (I've Had) The Time of My Life wurde 1988 mit dem Oscar für den besten Song ausgezeichnet.
Dirty Dancing Movie Patrick Swayze ...

Dirty Dancing Movie Patrick Swayze Dancing Jennifer Grey 80s Poster Print (Bild: AllPosters)

Weder die Fernsehserie, die 1988/89 produziert wurde noch Dirty Dancing 2, der 2004 in die Kinos kam und absolut nichts mit dem Original zu tun hat, konnten einen annähernden Erfolg erzielen.

2004 hatte in Sydney das Musical "Dirty Dancing" Weltpremiere.

Ansonsten bleibt zu dem Film nur noch zu sagen: "Könnte man eigentlich noch mal ansehen!" ;-)

Strictly Ballroom - Die gegen alle Regeln tanzen

Bei dem Film Strictly Ballroom – Die gegen alle Regeln tanzen aus dem Jahr 1992 handelt es sich ausnahmsweise mal um einen australischen Film.

Der Tanz um den es in diesem Film geht ist der Paso Doble. Einem Tanz, der zwar zu den lateinamerikanischen Tänzen zählt, aber ursprünglich aus Spanien stammt und tänzerisch den Stierkampf darstellen soll.

Strictly Ballroom – Die gegen die Regeln tanzen (Bild: AllPosters)

Strictly Ballroom basiert auf einem gleichnamigen Theaterstück von 1986. Teile des Film bzw. der Handlung wurden dann später wiederum für ein Musical verwendet, das Titel Miami Nights trägt.

Text © Monika Rosenbaum

monros, am 29.04.2011
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